Wien (OTS) – APA-CEO sieht ORF als zentrale demokratische
Infrastruktur – Fokus
auf redaktionelle Unabhängigkeit und Qualität, Publikum und Public
Value, digitale Transformation und KI sowie Stärkung des
Medienstandorts Österreich
Dr. Clemens Pig, CEO und geschäftsführender Vorstand der APA –
Austria Presse Agentur, bewirbt sich um die Funktion des
Generaldirektors des Österreichischen Rundfunks für die ab 1. Jänner
2027 beginnende Funktionsperiode. Pig hat seine Bewerbung beim ORF-
Stiftungsrat eingebracht.
„Der ORF ist nicht irgendein Medienunternehmen. Er ist eine
zentrale demokratische Institution dieses Landes“, erklärt Pig.
„Gerade in einer Zeit tiefgreifender technologischer,
gesellschaftlicher und geopolitischer Veränderungen braucht
Österreich einen starken, unabhängigen und zukunftsfähigen öffentlich
-rechtlichen Rundfunk. Ich möchte Verantwortung dafür übernehmen,
dass der ORF Vertrauen stärkt, Orientierung gibt und seine besondere
Rolle im digitalen Zeitalter konsequent weiterentwickelt.“
Pig stellt seine Kandidatur unter das Leitmotiv „Ein ORF, dem
Österreich vertraut“. Der ORF müsse sich in den kommenden Jahren
nicht einfach kleiner, sondern klarer, effizienter und öffentlich
besser nachvollziehbar aufstellen: publizistisch unabhängig,
organisatorisch einfacher, digital stärker und wirtschaftlich
verantwortungsvoll. Im Mittelpunkt stünden dabei nicht
Selbstdarstellung oder große Inszenierung, sondern eine ruhige,
verbindliche und umsetzungsorientierte Führung.
„Die Aufgabe eines ORF-Generaldirektors geht weit über
klassisches Medienmanagement hinaus“, so Pig. „Es geht nicht nur um
Quote, Reichweite oder kommerzielle Logiken. Der ORF muss mit seiner
ganzen Kraft für Public Value, demokratische Orientierung, kulturelle
und regionale Identität, digitale Innovation und journalistische
Glaubwürdigkeit stehen. Er muss ein öffentliches Haus bleiben –
unabhängig von Parteien, Interessen und einzelnen Milieus.“
Als CEO der APA führt Pig seit 2016 eine zentrale Medien- und
Informationsinstitution Österreichs mit internationalen Beteiligungen
und Standorten in der Schweiz und in Deutschland. Unter seiner
Führung wurde die APA strategisch zu einer modernen News-Tech-Agentur
weiterentwickelt, mit medienübergreifenden Kooperationslösungen,
neuen digitalen Geschäftsfeldern, datenbasierten Services, KI-
Anwendungen, Redaktionssystemen und internationalen
Technologieprojekten.
Diese Erfahrung will Pig in die Weiterentwicklung des ORF
einbringen: „Redaktionelle Glaubwürdigkeit und technologische
Innovationskraft sind kein Gegensatz. Im Gegenteil: Wer den
öffentlich-rechtlichen Auftrag im digitalen Zeitalter ernst nimmt,
muss journalistische Qualität, Produktentwicklung, Datenkompetenz und
klare KI-Governance zusammenführen. Der ORF muss dort präsent sein,
wo Menschen heute Information, Kultur, Bildung, Service und
Unterhaltung suchen – aber immer mit klarer Herkunft, redaktioneller
Verantwortung und öffentlich-rechtlichem Maßstab.“
Ein zentrales Anliegen Pigs ist die Stärkung der redaktionellen
Unabhängigkeit und Qualität. Zugleich sei das Publikum die zentrale
Stellgröße für die Legitimation des ORF: Der ORF müsse stärker
zuhören, erklären und den Dialog mit den Menschen im Land
systematisch führen. Unabhängigkeit und Qualität dürften nicht nur
behauptet werden, sondern müssten strukturell abgesichert werden:
durch klare Standards, transparente Entscheidungswege, professionelle
Distanz zu allen Machtzentren und eine Kultur, in der Kritik,
Korrektur und Rechenschaft selbstverständlich sind. „Vertrauen
entsteht nicht durch Kampagnen. Vertrauen entsteht durch Verhalten“,
sagt Pig. „Ein ORF, dem Österreich vertraut, muss fair, plural,
sachlich, lernfähig und nachvollziehbar handeln – jeden Tag.“
Auf Basis dieser publizistischen Stärke sieht Pig die digitale
Transformation als zentrale Führungsaufgabe. ORF ON, ORF.at, ORF
Sound, Social Media, Archive, Landesstudios und lineare Angebote
müssten stärker als Teile einer gemeinsamen öffentlich-rechtlichen
Plattformlogik gedacht werden. Es gehe nicht um einen Gegensatz
zwischen linear und digital, sondern um ein integriertes Angebot für
unterschiedliche Nutzungssituationen, Generationen und Lebenswelten.
Dabei betont Pig auch die Verantwortung des ORF für den gesamten
österreichischen Medienstandort. „Die eigentliche Herausforderung für
österreichische Medien kommt nicht aus dem Nachbarhaus, sondern von
globalen Plattformen, die Aufmerksamkeit, Daten, Werbegelder und
technische Standards kontrollieren. Deshalb braucht es einen ORF, der
stark ist, aber nicht selbstbezogen; der kooperiert, wo es dem
Standort nützt; und der seine Infrastruktur, Innovationskraft und
Erfahrung fair und transparent in Partnerschaften einbringt.“
Pig verweist dabei auf seine langjährige Erfahrung in nationalen
und internationalen Medienstrukturen. Er war Präsident der European
Alliance of News Agencies, Präsident der Group39 – Association of
Independent News Agencies und ist Vizepräsident des Verwaltungsrats
der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Vor seiner Tätigkeit
in der APA gründete und entwickelte er das Medienanalyseunternehmen
MediaWatch – Institut für Medienanalysen.
Für die kommende ORF-Funktionsperiode sieht Pig fünf zentrale
Aufgaben: wirtschaftliche Stabilität und transparente Governance,
Stärkung von Vertrauen, Publikum und öffentlich-rechtlichem Auftrag,
digitale Transformation inklusive KI, organisatorische Erneuerung
samt transparenter, gleichstellungsorientierter und
diskriminierungsfreier Unternehmenskultur sowie Kooperation für den
Medienstandort Österreich. „Der ORF braucht keine Pose der
Revolution, aber auch keine bloße Fortsetzung des Gewohnten“, so Pig.
„Er braucht Erneuerung mit Vertrauen und Vision – und eine Führung,
die entscheidet, erklärt, zuhört und umsetzt.“
Seine Kandidatur versteht Pig als Angebot an den ORF, an dessen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, an das Publikum und an den
Medienstandort: „Der ORF gehört nicht seinen Führungskräften, nicht
Parteien und nicht Interessengruppen. Er ist dem Publikum
verpflichtet. Diese Verpflichtung ist der Maßstab meiner Bewerbung.“