Wien (OTS) – In der siebten Verhandlungsrunde für den
Kollektivvertrag der
chemischen Industrie kam es auf mehrfache Initiative der Arbeitgeber
zu einer Annäherung. Es wurden zwei Varianten angeboten: 0,5 Prozent
plus 300 Euro Einmalzahlung bzw. ein Zweijahresabschluss mit einer
Erhöhung von 2 Prozent ab Oktober 2026. Weitere Fortschritte waren
nicht möglich, da die Gewerkschaften am späten Abend die
Verhandlungen aus nicht nachvollziehbaren Gründen beendet und
stattdessen weitere Streiks angekündigt haben.
„Streiks schaden dem Standort, aber zu hohe Abschlüsse noch viel
mehr. Die Zahlen sind eindeutig: Seit 2020 haben wir kumuliert zwölf
Prozent höher abgeschlossen als Deutschland – unser wichtigster
Absatzmarkt und direkter Mitbewerber. Diesen 500-Millionen-Euro-
Kostenrucksack schleppen unsere Unternehmen jährlich. Allein im
vierten Quartal 2025 haben wir 600 Arbeitsplätze verloren“ , betont
Arbeitgeber-Verhandlungsführer Ernst Gruber. Deutschland hat für 2026
eine Nulllohnrunde vereinbart.
„Die angekündigten unbefristeten Streiks sind ein klarer Verstoß
gegen die kollektivvertragliche Friedenspflicht. Wir behalten uns
selbstverständlich rechtliche Schritte vor und werden die Unternehmen
diesbezüglich beraten“ , so Gruber.
Ein Termin für die nächste Verhandlungsrunde soll zeitnah
vereinbart werden.
Über den FCIO
Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) ist
die gesetzliche Interessenvertretung der chemischen Industrie in
Österreich. Die etwa 230 Mitgliedsunternehmen produzieren in
unterschiedlichen Sektoren z.B. Pharmazeutika, Kunststoffe und
Kunststoffwaren, Fasern, Lacke, Düngemittel oder auch organische und
anorganische Chemikalien. Die mehr als 50.000 Beschäftigten der
Branche stellten 2024 Waren im Wert von 19,3 Milliarden Euro her.
www.fcio.at