Caritas-Beschäftigte erhalten ab April 2,6 Prozent mehr Gehalt

Wien (OTS) – Nach drei intensiven und konstruktiven
Verhandlungsrunden war es am
Dienstagabend so weit: Die Verhandler*innen der Gewerkschaften GPA
und vida und des Vereins karitativer Arbeitgeber*innen (VkA*)
einigten sich in Wien auf einen neuen Kollektivvertrag für 2026 und
2027 für mehr als 17.000 Beschäftigte im gemeinnützigen karitativen
Bereich. Unter herausfordernden Rahmenbedingungen – geprägt durch
deutlichen Spardruck seitens Bund, Ländern und Fördergebern – konnte
ein Kompromiss erzielt werden, der vor allem im Rahmenrecht
Verbesserungen bringt.

Österreichweit gilt der Kollektivvertrag für mehr als 40
gemeinnützige Organisationen, die in der Pflege, im Bereich der
Arbeit mit Menschen mit Behinderung, in der Arbeit mit obdachlosen
und armutsbetroffenen Menschen oder im Bildungsbereich tätig sind. Im
Kern bringt das Ergebnis ab 1.4.2026 ein Plus in der Höhe von 2,6
Prozent auf Kollektivvertragsgehälter, Zulagen und Zuschläge sowie ab
1.1.2027 eine Erhöhung der Gehälter um mindestens 2,3 Prozent,
abhängig von der Inflation. Der Pflegezuschuss in der Höhe von 135,50
brutto pro Vollzeitmonat wurde für zwei Jahre befristet
fortgeschrieben. Zudem wurden rahmenrechtliche Verbesserungen ab
1.1.2026 fixiert: Eltern, die für Kinder mit Behinderung eine erhöhte
Familienbeihilfe beziehen, profitieren von einer zusätzlichen Woche
Pflegefreistellung. Die Zeiten des Präsenzdienstes werden bei
Neuantritten als Vordienstzeiten angerechnet und Lehrlinge erhalten
im Rahmen von Lehre mit Matura fünf Tage bezahlte Freistellung. Mit
einer neuen Gehaltsstufe sollen ab 2027 darüber hinaus auch
Beschäftigte, die bereits sehr lange im Einsatz und im Dienst sind,
in den Genuss eines zusätzlichen Biennalsprungs kommen.

Alexander Bodmann, Vizepräsident der Caritas Österreich, saß für
die Arbeitgeber*innen-Seite am Verhandlungstisch: „In einem für die
gesamte Soziallandschaft besonders herausfordernden Jahr ist es
gelungen, gemeinsam einen verantwortungsvollen Abschluss zu
erreichen. Trotz massivem finanziellen Druck durch politische
Sparmaßnahmen konnten wir für mehr als 17.000 Beschäftigte in den
unterschiedlichsten Organisationen in ganz Österreich einen
beidseitigen Kompromiss erzielen: Einen Abschluss, der die Leistungen
der Mitarbeitenden anerkennt und der gleichzeitig den budgetären
Rahmenbedingungen Rechnung trägt. Wir danken Betriebsrat und
Gewerkschaft für die vertrauensvollen Verhandlungsgespräche und den
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz und das
Vertrauen, das sie in uns setzen.“

Eva Scherz, Verhandlerin für die Gewerkschaft GPA, sagt: „Der
Abschluss ist vor dem Hintergrund knapper öffentlicher Mittel ein
harter, aber realistischer Kompromiss. Umso wichtiger ist es, dass es
gelungen ist, im Rahmenrecht konkrete Verbesserungen für die
Beschäftigten durchzusetzen.“

Michaela Guglberger, Verhandlerin der Gewerkschaft vida betont
unter anderem die Vorteile für langjährige Arbeitnehmer:innen: „Mit
der neuen Lohn- und Gehaltsstufe ab dem 18. Berufsjahr setzen wir ein
wichtiges Zeichen der Anerkennung für Kolleginnen und Kollegen, die
über viele Jahre hinweg engagiert in ihren Organisationen tätig sind.
Auch die zusätzliche Pflegefreistellung für Eltern von Kindern mit
Behinderung stellt eine spürbare Verbesserung dar.“