Bundesheer: Human Peak Performance Project (HP³) liefert erste Ergebnisse

Wien (OTS) – Mit der Studie „Human Peak Performance Project (HP³)“
setzt das
Österreichische Bundesheer gemeinsam mit der Universität Wien sowie
führenden Technologiepartnern ein europaweit einzigartiges Vorhaben
um. Ziel ist die wissenschaftlich fundierte Optimierung von
Leistungsfähigkeit, Regeneration und Resilienz von Soldaten,
besonders im Bereich des Jagdkommandos.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner: „Mit Human Peak
Performance investieren wir in das, was unser Bundesheer stark macht:
den Menschen! Unsere Jagdkommandosoldaten sind körperlich und mental
auf einem ähnlichen Niveau wie Spitzensportler. Der Unterschied ist,
ein Sportler weiß immer, wann sein nächster Wettkampf ist, ein
Jagdkommandosoldat weiß nie, wann er in den Einsatz geht.
Wissenschaft und Innovation sichern die Einsatzkraft unserer
Soldatinnen und Soldaten, heute und in Zukunft.“

Über einen Zeitraum von 15 Monaten (Oktober 2024 bis Jänner 2026)
werden 80 Soldaten des Jagdkommandos unter realen Trainings- und
Einsatzbedingungen begleitet. Modernste Messsysteme erfassen
kontinuierlich Schlaf, Stress, Regeneration, Ernährung und kognitive
Leistungsfähigkeit. Die Ergebnisse fließen unmittelbar in die
Trainings- und Regenerationssteuerung des Bundesheeres ein.

Das HP³-Modell vereint fünf zentrale wissenschaftliche
Disziplinen: Psychologie, Medizin, Physiologie, Sport- und
Ernährungswissenschaft. Dies ermöglicht erstmals eine umfassende
Betrachtung menschlicher Leistungsregulation von biologischen
Prozessen bis hin zu Verhalten und mentaler Belastbarkeit.

Erste Ergebnisse zeigen deutliche Fortschritte in Schlaf und
Regeneration

Bisher wurden über 21.500 Schlafnächte, zahlreiche Blutproben
sowie umfangreiche Stress- und Leistungsdaten wissenschaftlich
ausgewertet; ein international herausragender Datensatz. Die Analysen
lassen erhöhte körperliche und mentale Belastungen sowie höhere REM-
Schlafanteile im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung erkennen, was auf
intensive Regenerationsmechanismen nach Hochbelastung hinweist.
Gleichzeitig verbesserten sich subjektive Schlafqualität und
objektive Erholungsparameter signifikant. Besonders in einsatznahen
Trainingsphasen wurden markante Veränderungen der
Herzratenvariabilität und Schlafstruktur dokumentiert, wodurch der
unmittelbare Einfluss spezifischer militärischer Belastungen erstmals
präzise sichtbar wird.

Mit über 21.500 wissenschaftlich ausgewerteten Schlafnächten
entsteht durch HP³ die größte militärische Feldstudie ihrer Art in
Europa. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für
zukünftige Präventions-, Trainings- und Belastungssteuerungsprogramme
des Bundesheeres. Langfristig soll das entwickelte Human-Performance-
System auch bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten eingesetzt
werden, um Gesundheit, Einsatzfähigkeit und Resilienz in
Hochbelastungsberufen nachhaltig zu stärken.