Blick hinter die Kulissen: Führung bei Winter Artservice zur Entstehung des Bühnenbilds von „Tosca“

Eisenstadt (OTS) – 2026 verwandelt sich die Bühne im Steinbruch St.
Margarethen von Juli
bis August erneut in das Rom um 1800. Maßgeblich geprägt wird diese
eindrucksvolle Verwandlung durch das monumentale Bühnenbild, das
heuer bereits zum 16. Mal von Winter Artservice realisiert wird. Zu
den zentralen Elementen der Inszenierung zählen der Hauptaltar, der
Kerzenständer, das Heiligtum sowie das Weihrauchfass, die als
Herzstücke des Bühnenbildes Prunk, Zerstörung und spirituellen Glanz
gleichermaßen verkörpern. Die aufwendigen Stahlkonstruktionen, die
diesen Elementen ihre beeindruckende Präsenz und Stabilität
verleihen, entstehen in enger Zusammenarbeit mit der burgenländischen
Metallbaufirma Pinterich, die für die präzise technische Umsetzung
verantwortlich zeichnet.

Zwtl.: Barocke Pracht zwischen Licht und Schatten

Um das Spannungsfeld zwischen Opulenz und Zerstörung im barocken
Rom von Puccinis „Tosca“ erlebbar zu machen, setzt das Regieteam rund
um Bühnenbildner und Regisseur Thaddeus Strassberger auf eine
monumentale Bildsprache. Prunkvolle Oberflächen in Gold- und
Marmoroptik, fein gearbeitete Skulpturen und imposante
architektonische Elemente entstehen mit höchster handwerklicher
Präzision – als bewusst inszeniertes Wechselspiel von Schönheit und
Bedrohung.

Die überdimensionalen Bühnenbauten füllen den Steinbruch und ziehen
das Publikum ab der Premiere am 15. Juli mitten ins dramatische
Geschehen. Grundlage dieser visuellen Kraft ist eine klar definierte
künstlerische Haltung: Inspiriert von der Ästhetik des römischen
Barocks prägen Licht und Schatten, Tiefe und Perspektive das
Bühnenbild.
Anklänge an Caravaggios dramatisches Chiaroscuro, die emotionale
Intensität Artemisia Gentileschis, die kompositorische Klarheit
Domenichinos und die bewegte Theatralik Gian Lorenzo Berninis
verbinden sich zu einer dichten, atmosphärischen Kulisse. Die
architektonischen Ideen von Borromini und Guarini fließen in die
räumliche Gestaltung ein – mit einer Architektur, die nicht nur Raum
schafft, sondern Emotion verstärkt und die innere Zerrissenheit der
Figuren sichtbar macht.

„Die diesjährige Tosca-Inszenierung zeigt, wie wirkungsvoll ein
Bühnenbild sein kann, wenn es speziell für den Steinbruch St.
Margarethen entwickelt wird. Die großformatigen, kunstvoll
gestalteten Elemente fügen sich stimmig in den Raum ein und schaffen
eine eindrucksvolle visuelle Welt, die das Drama von Puccinis Werk
verstärkt. Für das Leadingteam und mich ist diese Produktion ein
besonderes Beispiel für das Zusammenspiel von Musik, Raum und Bild“ ,
freut sich Daniel Serafin, Intendant der Oper im Steinbruch.

„Mit einem Profi von Weltrang wie Thaddeus Strassberger für ein
so herausforderndes Bühnenbild wie Tosca zu arbeiten, bedeutet sehr
viel für mich und mein Team“ , so Christopher Winter, Gründer und
Geschäftsführer von Winter Artservice.
„Durch meine Ausbildung bei Walt Disney in den 1990er Jahren habe ich
gelernt, monumentale Bauten authentisch umzusetzen. Dieses Know-how
kommt bei Tosca in besonderem Maße zum Einsatz.“

Zwtl.: Highlights der Bühnenkunstwerke

Über 9.000 Arbeitsstunden stecken heuer in der Herstellung der
prachtvollen Kulisse von „Tosca“. Auch bei der diesjährigen
Produktion werden robotergestützte Fertigungsmethoden sowie CNC-
Holzbearbeitung und 3D-Fräsen bzw. 3D-Druckverfahren angewendet.
Hierfür sind zirka 6.500 Maschinen- und Roboterstunden einkalkuliert.
Der Einsatz von Robotern und computergestützten Maschinen ermöglicht
auch eine möglichst effiziente Umsetzung der Arbeiten und hilft
dabei, Materialüberschüsse zu minimieren.

Ein Highlight des heurigen Bühnenbildes ist der kunstvoll gestaltete
Hauptaltar. Mit einer Gesamtbreite von rund 24,5 m und zirka 7,6 m
Höhe an der höchsten Stelle erreicht dieses überdimensionale
Kunstwerk ein Gewicht von 12 Tonnen Stahlkonstruktion. Weiters zieren
zwei riesige Kerzenständer am Mittelfelsen mit einer Höhe von jeweils
7,5 m und 6,5 m und einem Gewicht von insgesamt einer Tonne
Stahlkonstruktion die heurige Kulisse. Ein weiterer Höhepunkt des
heurigen Bühnenbildes ist das Heiligtum mit einer Gebäudebreite von
zirka 16,5 m und einer Höhe und Tiefe von rund 12 m. Dieses kunstvoll
gestaltete Gebäude hat viele Verwandlungsmöglichkeiten und bringt ein
Gewicht von zirka 40 Tonnen Stahlkonstruktion auf die Waage.
Ebenfalls unübersehbar in der diesjährigen Produktion ist ein
Weihrauchfass, welches dem Original aus der Kathedrale in Santiago de
Compostela nachempfunden ist. Dieser monumentale Weihrauchkessel
wiegt mit seinem einen Meter Höhe rund 40 kg und wird während der
Aufführung von Menschenhand mehrmals in Bewegung gesetzt.

„Die technisch größte Herausforderung des diesjährigen Bühnenbildes
von „Tosca“ sind das Weihrauchfass sowie der Engel. Ersteres wird mit
einer nach dem Original nachempfundenen Mechanik wie ein riesiges
Pendel in Schwingung gebracht. Als Aufhängung dient eine Art
Schwenkarm, welcher an der Oberkante des Heiligtums verankert ist.
Der Engel ist eine kunstvolle Konstruktion mit beweglichen Bauteilen,
deren Aufgabe es ist, ein ‚Zerfallen‘ des Engels in einzelne Teile zu
ermöglichen und zugleich zu gewährleisten, dass danach der intakte
Zustand wieder hergestellt werden kann“ , so Edi Edelhofer,
technischer Leiter der Oper im Steinbruch.

An der rechten Felskante auf 20 Meter Höhe steht eine 2 Tonnen
schwere überdimensionale Kanone, welche nicht nur als Staffage zu
sehen, sondern auch in voller Lautstärke zu hören sein wird. In das
Projekt „Tosca“ wurden insgesamt 1.300 Stunden für Planung und
Programmierung aufgewendet. Dabei wurden mehr als 50 technische Pläne
mit über 80 GB Datenvolumen erstellt.

80 Tonnen Stahl und Gerüstbau, 500.000 Schrauben, 6 Kilometer
Staffeln und Theaterlatten sind die Basis der prunkvollen Kulisse.
Zusätzlich wurden 8300 m2 Holzplatten und über 6 Tonnen Putz und
Farbe verarbeitet.
Fazit: Würde an diesem Projekt nur eine einzige Person arbeiten, wäre
der zeitliche Aufwand rund 17 Jahre.

Zwtl.: Nachhaltiger Bühnenbau

Ein zentraler Aspekt für die Verantwortlichen der Oper im
Steinbruch ist die Nachhaltigkeit der Aufbauten. Einzelne Elemente
des Bühnenbildes sind so konzipiert, dass sie nach Möglichkeit in
anderer Verwendung neu eingesetzt werden können.

Über Winter Artservice
Auch heuer ging der Auftrag für die Fertigung des Bühnenbildes der
Oper im Steinbruch an die Wiener Dekorationswerkstätte von Winter
Artservice. Bereits in den vergangenen Jahren, nicht zuletzt beim
beeindruckenden Segelschiff des „Fliegenden Holländers“ im Jahr 2025,
überzeugte das Unternehmen durch ihr Können und ihr Auge fürs Detail.
In enger Abstimmung mit der burgenländischen Spezialfirma Metallbau
Pinterich werden alle technischen Raffinessen geplant und umgesetzt.
Die Verbindungstechnik wird 2026 erneut von Würth Austria übernommen.

Über die Oper im Steinbruch
Mit dem Qualitätsanspruch, populäre und hochwertige Opernproduktionen
zu bieten, ist die Oper im Steinbruch in gleichem Maße
Anziehungspunkt für ein begeisterungsfähiges Publikum sowie für
internationale Opernstars und Musikergrößen.
Vom 15. Juli bis 22. August 2026 wird der Steinbruch St. Margarethen
erneut zur Bühne für ein Opernerlebnis der Extraklasse: Mit Giacomo
Puccinis „Tosca“ kehrt ein Meisterwerk des Verismo in einer
spektakulären Neuinszenierung zurück. Die heurige Produktion stammt
vom bewährten Kreativteam Thaddeus Strassberger (Regie & Bühne) und
Giuseppe Palella (Kostüme), das bereits mit „Turandot“ (2021) und
„Aida“ (2024) für Furore sorgte. Gemeinsam entführen sie das Publikum
in das Rom der Napoleonischen Kriege um 1800 – eine Zeit zwischen
religiöser Macht, politischer Repression und revolutionärem Aufbruch.

Tickets und Termine

Tickets für „Tosca“ im Steinbruch St. Margarethen können im
Ticketbüro pan.event unter T + 43 2682 65 0 65 oder per E-Mail:
[email protected] gebucht werden.

Termine & Informationen

Premiere: 15. Juli 2026

Weitere Termine: 16., 17., 18., 23., 24., 25., 26., 29., 30. und
31. Juli 2026

1., 5., 6., 7., 8., 13., 14., 15., 16., 19., 20., 21. und 22.
August 2026

Beginn Juli: 20.30 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr

Beginn August: 20.00 Uhr, Einlass ab 18.00 Uhr Dauer: ca. 2,45
Std. inkl. Pause

Preise: Ꞓ 90 bis Ꞓ 185