„Bis ihnen geglaubt wird, müssen Kinder bis zu 7 Erwachsene ansprechen“

Wien (OTS) – Die 4. Österr. Safe Sport Tagung von 100% Sport, fand am
Donnerstag
statt. Im Rahmen der Tagung präsentierte die 100% Sport
Vertrauensstelle vera* ihren Tätigkeitsbericht 2025: Insgesamt wurden
2025 108 Fälle von Gewalt, Grenzverletzungen und Machtmissbrauch im
Sport bearbeitet. Die Zahl der Kontaktaufnahmen lag deutlich höher,
da sich viele Personen zunächst informierend, anonym oder mehrfach an
die Vertrauensstelle wenden.

Die aktuellen Zahlen zeigen: Gewalt findet auch im Sport statt.
Schätzungen zufolge ist jedes fünfte Kind im Sport von Gewalt oder
Grenzverletzungen betroffen , vielfach bleibt sie lange unbeachtet.
Besonders problematisch: Viele Kinder müssen sich mehreren
Erwachsenen anvertrauen, bis ihnen geglaubt und geholfen wird.

„Kindern fehlt oft die Sprache, um benennen zu können, was ihnen
passiert.
Deshalb reicht es nicht, abzuwarten, bis Kinder etwas klar
aussprechen. Erwachsene müssen genau hinschauen und Verantwortung
übernehmen. Wer unsicher ist oder einen Verdacht hat, sollte sich
Hilfe holen – etwa bei der unabhängigen Vertrauensstelle vera*.
Schweigen schützt nicht die Kinder, sondern Strukturen, in denen
Gewalt möglich bleibt.“ – Rosa Diketmüller, Präsidentin von 100%
Sport.

Zwtl.: Verantwortung des Systems Sport

Die Auswertung der Fälle zeigt, dass Gewalt häufig nicht sofort
erkannt oder benannt wird. Abhängigkeitsverhältnisse im Nachwuchs-
und Leistungssport, fehlende Zuständigkeiten sowie Unsicherheit im
Umgang mit Verdachtsfällen erschweren frühzeitiges Handeln.
Fachstellen betonen daher die Notwendigkeit niederschwelliger,
externer Beschwerde- und Meldewege, die unabhängig von Vereinen und
Verbänden funktionieren.

Mit Angeboten zur Prävention, Qualifizierung und Beratung sowie
mit der Vertrauensstelle vera* Sport arbeitet 100% Sport daran,
Schutz im Sport systematisch zu verankern.

„ Kinder- und Jugendschutz ist eine zentrale Aufgabe im Sport “.
Ein sicherer Sport für alle ist also nicht nur ein moralischer
Anspruch. Er ist auch eine Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit
des Sports insgesamt. Dafür braucht es klare Meldewege, unabhängige
Unterstützung und Verantwortliche, die handeln. Initiativen wie die
Safe Sport Tagung leisten einen wichtigen Beitrag, um Verantwortung
im System Sport nachhaltig zu stärken.“ erklärte Sport-
Staatssekretärin Michaela Schmidt.