Nürnberg (OTS) – Die Nachfrage nach Bio-Produkten entwickelt sich in
Österreich wieder
deutlich positiv und eröffnet neue Chancen für die heimische Bio-
Landwirtschaft. Damit diese Marktentwicklung voll genutzt werden
kann, braucht es jetzt die entsprechenden Rahmenbedingungen für die
Produktion. Darauf machte BIO AUSTRIA Obfrau Barbara Riegler bei
einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der AMA-Marketing im Rahmen der
Weltleitmesse für Bio-Produkte, der BIOFACH 2026 in Nürnberg,
aufmerksam. „ Bio ist gefragt wie lange nicht. Umso problematischer
ist es, wenn ausgerechnet jetzt der Zugang zur Bio-Maßnahme versperrt
ist. Das ist ein schlechtes Signal an alle Betriebe, die bereit
wären, auf Bio umzustellen “, so Riegler.
Zwtl.: Bio in Österreich: Starke Fläche, stabile Basis
In Österreich wirtschaften rund 23% der landwirtschaftlichen
Betriebe biologisch und bewirtschaften etwa 27% der
landwirtschaftlichen Nutzfläche. Insgesamt gibt es rund 23.563 Bio-
Betriebe mit knapp 690.900 Hektar Bio-Fläche. Damit liegt Österreich
europaweit weiterhin im Spitzenfeld. „ Nach den herausfordernden
Jahren 2022 bis 2024 ist es gelungen, die große Mehrheit der Bio-
Betriebe zu halten. Diese Stabilisierung ist ein wichtiger
Ausgangspunkt. Jetzt braucht es wieder neue Impulse für Wachstum “,
betont Riegler.
Zwtl.: Nachfrage vorhanden: Produktion braucht neue Impulse
Die aktuellen Marktdaten zeigen: Die Bio-Einkäufe in Österreich
stiegen wertmäßig um 2,3% und mengenmäßig um 6,5%. Besonders in
einzelnen Sparten, etwa bei Bio-Rindfleisch, ist die Nachfrage klar
vorhanden. „ Der Markt wächst, die Nachfrage ist da. Jetzt müssen wir
dafür sorgen, dass die heimische Bio-Produktion mitwachsen kann “, so
Riegler. „ Wenn wir jetzt nicht gegensteuern, laufen wir Gefahr,
Marktchancen nicht zu nutzen und Versorgungslücken am Ende mit
Importware schließen zu müssen. “
Zwtl.: Einstiegsstopp in die Bio-Maßnahme ist falsches Signal
Seit Ende 2024 ist kein Neueinstieg in die Bio-Maßnahme des ÖPUL
mehr möglich, mit Ende 2025 ist auch der Umstieg innerhalb laufender
Verpflichtungen ausgelaufen. Aktuell können lediglich bestehende Bio-
Betriebe ihre Flächen ausweiten. „ Betriebe, die jetzt auf Bio
umstellen wollen, stehen vor verschlossenen Türen, und ihre
Leistungen werden nicht angemessen honoriert “, kritisiert Riegler. „
Gerade in einer Phase wachsender Nachfrage brauchen wir Einstiege und
Umstiege. “
BIO AUSTRIA steht dazu im laufenden Austausch mit dem
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und
Umweltschutz. „ Entscheidend ist das Signal: Bio ist gewollt. Der
Nutzen für Markt, Umwelt und Versorgungssicherheit wäre erheblich “,
so Riegler.
Zwtl.: Neue Gentechnik: Große Verunsicherung in der Landwirtschaft
Neben der Förderpolitik beschäftigt viele Bäuerinnen und Bauern
derzeit auch die geplante Neuregelung der Neuen Gentechnik (NGT) auf
EU-Ebene. Der derzeitige Ansatz der Europäischen Kommission sieht
vor, einen Großteil der NGT-Pflanzen vom bestehenden Gentechnikrecht
auszunehmen. „ Bio ist von den Maßnahmen ausgenommen und bleibt
gentechnikfrei “, stellt Riegler klar. „ Doch eine Deregulierung ohne
Kennzeichnung und wirksamen Patentschutz gefährdet die Wahlfreiheit,
die Koexistenz und letztlich die europäische Ernährungssicherheit. “
Zwtl.: Bio braucht klare politische Leitplanken
BIO AUSTRIA fordert daher klare Rahmenbedingungen auf nationaler
und europäischer Ebene:
– Zugang zur Bio-Förderung für umstellungswillige Betriebe
sicherstellen
– Verpflichtende Kennzeichnung und damit Rückverfolgbarkeit für NGT
auf EU-Ebene
– Kein Patentschutz auf Pflanzen und genetische Eigenschaften
„ Die BIOFACH zeigt eindrucksvoll: Der Markt ist bereit, die
Konsumentinnen und Konsumenten sind bereit, und die Betriebe haben
ihre Bereitschaft gezeigt “, so Riegler abschließend. „ Wenn Bio
politisch gewollt ist, muss Bio auch politisch ermöglicht werden. “
Alle Informationen zu den Bio-Zahlen und Marktdaten finden sie
hier
Hier gehts zu den Fotos der Pressekonferenz zur honorarfreien
Verwendung.
Über BIO AUSTRIA
BIO AUSTRIA ist das Netzwerk der österreichischen Biobäuerinnen
und Biobauern. Als größter Bio-Verband in Europa repräsentiert BIO
AUSTRIA die österreichische Bio-Landwirtschaft und vertritt die
Interessen der Biobäuerinnen und Biobauern. Zudem hat der Verband
knapp 500 Partnerunternehmen in der Wirtschaft. Nähere Informationen
unter www.bio-austria.at