Billigkäufe aus Fernost als Sicherheitsrisiko: NÖ Versand-, Internet- und allgemeiner Handel startet Kampagne „echt hier. echt sicher.“

St. Pölten (OTS) – Viele Produkte von internationalen
Billigplattformen gelangen über
andere EU-Länder nach Österreich – und landen damit oft ungeprüft bei
Konsumentinnen und Konsumenten. Der NÖ Versand-, Internet- und
allgemeine Handel macht mit der Kampagne „echt hier. echt sicher.“
auf Produktsicherheit, Haftung und Verantwortung beim Online-Shopping
aufmerksam.

In Märchen ist es der Apfel der bösen Hexe, der Schneewittchen
vergiftete. Im echten Leben könnte es heute ein gelbes
Prinzessinnenkleid für Mädchen sein, das von einem chinesischen
Händler über TEMU verkauft und im Februar 2026 zurückgerufen wurde.
Grund dafür war eine erhöhte Belastung mit Chrom VI: Laut
Produktrückruf überschritt die Migration des Schadstoffs aus dem
Textiletikett den gesetzlichen Grenzwert und stellte ein
Vergiftungsrisiko dar. Unabhängige Tests und Produktrückrufe zeigen:
Das ist kein Einzelfall.

Warenströme laufen oft nicht über Österreich

Das Problem beginnt nicht erst beim Öffnen des Pakets, sondern
oft schon beim Weg der Ware nach Europa. Viele Billigprodukte aus
Fernost kommen nicht direkt über Österreich in den EU-Binnenmarkt,
sondern über andere europäische Knotenpunkte – etwa Belgien oder
Budapest. Wird ein Paket aus China beispielsweise in Ungarn
zollrechtlich abgefertigt und anschließend per Lkw nach Österreich
gebracht, darf der österreichische Zoll diese Sendung nicht mehr wie
eine direkte Drittlandsendung kontrollieren. Was dort durch die
Kontrolle rutscht, landet daher in sehr vielen Fällen ungetestet und
ungeprüft direkt bei Konsumentinnen und Konsumenten.

Smuk: Es macht einen Unterschied, wo man online einkauft

„Würden Sie online ein Spielzeug für Ihr Kind kaufen, von dem Sie
nicht wissen, ob es sicher ist?“, fragt Alexander Smuk, Obmann des
Versand-, Internet- und allgemeinen Handels der WKNÖ. Genau darum
gehe es bei der neuen Awareness-Kampagne „echt hier. echt sicher.“:
„Wir wollen Konsumentinnen und Konsumenten nicht bevormunden, sondern
bewusst machen, dass es einen Unterschied macht, wo man online
einkauft. Wer bei einem niederösterreichischen Onlinehändler
bestellt, kauft bei jemandem, der kontrolliert wird, erreichbar ist
und Verantwortung übernimmt.“

Untersuchungen entlarven Sicherheitsmängel

Unabhängige Tests zeigen, wie groß das Risiko sein kann. Die
Arbeiterkammer Oberösterreich und GLOBAL 2000 untersuchten 20 über
Temu und Shein gekaufte Kleidungsstücke; sieben davon wurden als
nicht verkehrsfähig eingestuft. Eine über Temu gekaufte Damenjacke
überschritt den EU-Grenzwert für Perfluorcarbonsäuren, sogenannte
PFCA, um das 4.154-Fache.

Auch Greenpeace Österreich fand in mehreren Shein-Jacken
verbotene PFAS-Gifte; eine Damen-Outdoorjacke überschritt den
geltenden Grenzwert laut Greenpeace um das 3.269-Fache. Die Stiftung
Warentest dokumentierte ebenfalls Sicherheitsmängel bei über Temu und
Shein gekauften Produkten – darunter Babyartikel mit zu viel
Formaldehyd, Schmuck mit gefährlich hohen Schwermetallwerten und
Ladegeräte mit Mängeln.

Heimische Händler haften und sind erreichbar

Für heimische Händlerinnen und Händler gelten hingegen klare
Regeln. Sie haften für ihre Produkte, müssen gesetzliche Vorgaben
einhalten, werden kontrolliert und sind im Problemfall erreichbar.
Genau diesen Unterschied stellt „echt hier. echt sicher.“ in den
Mittelpunkt: Wer bei einem österreichischen oder
niederösterreichischen Onlinehändler kauft, kauft nicht nur ein
Produkt, sondern auch Rückverfolgbarkeit, Verantwortung und einen
Ansprechpartner.

Transparente Lieferketten schaffen Vertrauen

Wie wichtig Rückverfolgbarkeit und Verantwortung entlang der
gesamten Lieferkette sind, zeigt auch das niederösterreichische
Unternehmen SONNENTOR. Gründer Johannes Gutmann betont: „Bei
SONNENTOR schauen wir ganz genau hin, wo unsere Rohwaren herkommen.
Wir arbeiten international mit langjährigen Partnerinnen und Partnern
zusammen, direkt und auf Augenhöhe. Unser Verhaltenskodex, der Code
of Conduct, ist dabei die Grundlage: Er orientiert sich an
internationalen Richtlinien und sichert soziale und ökologische
Standards entlang unserer Lieferkette. Dazu kommen noch regelmäßige
Besuche bei unseren Lieferantinnen und Lieferanten. So wissen wir,
was in unseren Produkten steckt – und unsere Kundinnen und Kunden
können beste Bio-Qualität mit gutem Gewissen genießen.“

Appell zu bewusstem Online-Shopping

Die Kampagne „echt hier. echt sicher.“ versteht sich als Appell
zu bewusstem Online-Shopping. „Denn hinter heimischen Onlineshops
stehen Unternehmen, die für ihre Produkte geradestehen und
europäische Standards erfüllen müssen“, betont Smuk.

www.echt-hier-echt-sicher.at
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