Graz (OTS) – Der „Große Terror“ markiert ein von Massenrepression und
systematischer Verfolgung von „Volksfeinden“ geprägtes Zeitalter in
der Sowjetunion, das seinen Höhenpunkt zwischen 1936 und 1938
erreichte. Allein in diesem Zeitraum kam es zur Verhaftung von etwa
1,5 Millionen Menschen. Ungefähr die Hälfte wurde erschossen, die
andere wurde in die GULAGs – Konzentrations- und Straflager –
verschleppt oder in Gefängnissen inhaftiert. Ungeachtet des
gewaltigen Ausmaßes der Repression gab es keinen systematischen
Versuch des russischen Staates, der Opfer zu gedenken und historische
Gerechtigkeit herzustellen. Der Große Terror hat bei den Betroffenen,
deren Nachkommen und der Zivilgesellschaft ein kollektives Trauma
hinterlassen; Menschenrechtsorganisationen sind bis heute mit der
Aufarbeitung beschäftigt.
Welche Verantwortung trägt der Staat für die Bewahrung des
historischen Gedächtnisses und was passiert, wenn dieses stattdessen
ausgelöscht wird? Wie haben Massenrepression und die sich wandelnde
kollektive Wahrnehmung dieser Ereignisse die Entwicklung von
Menschenrechtsbewegungen und der Zivilgesellschaft in der Sowjetunion
und im heutigen Russland beeinflusst? Welche Verbindungen lassen sich
zum politischen Kurs Russlands insgesamt herstellen, insbesondere im
Hinblick auf Fälle von „selektivem Gedächtnisverlust“ als Teil der
modernen antiwestlichen Propaganda? Nicht zuletzt lohnt ein Blick
über die Grenzen hinaus: Welche Nachwirkungen entfalten die
Massenrepressionen der Sowjetzeit bis heute auf internationaler
Ebene? Und lassen sich in anderen Erdteilen ähnliche Tendenzen
beobachten? Hochkarätige Expert:innen diskutieren die historischen
und gegenwärtigen Auswirkungen der politischen Repression in der
Sowjetunion auf Zivilgesellschaft und Menschenrechte.
Das Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte , das
Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung , die
Österreichische Liga für Menschenrechte , Amnesty International
Österreich und die Universität Wien laden mit freundlicher
Unterstützung der Stadt Wien-MA7 sowie der Universität Graz zum HUMAN
RIGHTS TALK ein.
Zwtl.: PROGRAMM
Begrüßung
–
Barbara STELZ-MARX, Direktorin, Ludwig Boltzmann Institut für
Kriegsfolgenforschung; Professorin für europäische Zeitgeschichte,
Universität Graz
–
Michael Lysander FREMUTH, Wissenschaftlicher Direktor, Ludwig
Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte; Professor für Grund
– und Menschenrechte, Universität Wien
–
Joachim REIDL, Vizerektor, Universität Graz
–
Elvira WELZIG, Geschäftsführerin, Ludwig Boltzmann Gesellschaft
Keynote
–
Nikita PETROV, stv. Vorsitzender, Forschungs- und
Informationszentrums Memorial
Podiumsdiskussion
–
Anna GRAF-STEINER, Post-Doc, Ludwig Boltzmann Institut für
Kriegsfolgenforschung
–
Pavel KOGAN, Mitglied, Memorial’s Friends in Austria, Forschungs-
und Informationszentrum Memorial
–
Sofiya LIPENKOVA, Projektmanagerin, Ludwig Boltzmann Institut für
Grund- und Menschenrechte
–
Nikita PETROV, stv. Vorsitzender, Forschungs- und
Informationszentrums Memorial
–
Anatoly RESHETNIKOV, Assistenzprofessor, Webster Vienna Private
University
Publikumsdiskussion
Moderation
–
Wolfgang MUELLER, stv. Institutsvorstand, Institut für
Osteuropäische Geschichte, Universität Wien
Im Anschluss: Empfang
Zwtl.: TEILNAHME & ANMELDUNG
Die Teilnahme ist kostenlos. Aufgrund des limitierten
Platzangebotes bitten wir unter https://eveeno.com/354009119 bis
Montag, 20. Oktober 2025 um Anmeldung . Wir bitten um Verständnis,
dass ohne Anmeldung leider kein Einlass möglich ist.
Aus Sicherheitsgründen werden vor Beginn der Veranstaltung
Taschenkontrollen durchgeführt. Wir ersuchen Sie daher, die
Möglichkeit zum Einlass ab 17:30 zu nutzen.
Wir dürfen Sie ebenfalls informieren, dass während des Events Foto-
und Videoaufnahmen gemacht werden. Informationen zu unseren
Datenschutzrichtlinien finden Sie hier .
Das Programm zum Download sowie weitere Details zur Veranstaltung
finden Sie a uf unserer Website .
Human Rights Talk
Hochkarätige Expert:innen diskutieren die historischen und
gegenwärtigen Auswirkungen der politischen Repression in der
Sowjetunion auf Zivilgesellschaft und Menschenrechte.
Datum: 23.10.2025, um 18:00 Uhr
Ort: Meerscheinschlössl
Mozartgasse 3, 8010 Graz
Url: https://eveeno.com/354009119