Wien (OTS) – Das Thema Digitalisierung macht auch vor der
öffentlichen Verwaltung
nicht halt – 92 Prozent der Befragten sind in ihrer täglichen Arbeit
mit IT-Systemen konfrontiert. Immerhin jede vierte Organisation (41 %
) sieht sich selbst als zumindest „eher digital“ – fünf Prozent sogar
als „vollständig digital“. All jene Organisationen, die sich durch
externe Beratungsunternehmen Unterstützung holen, schätzen ihren
Digitalisierungsgrad mit 52 Prozent sogar noch eine Spur höher ein.
Das sind Ergebnisse der Studie „Zukunft Verwaltung“ der Prüfungs-
und Beratungsorganisation EY, für die 173 Organisationen aus dem
Bereich Bund/Länder/Gemeinden sowie österreichische Unternehmen über
20 Mitarbeitenden aus dem öffentlichen Sektor befragt wurden.
Wenngleich 14 Prozent bereits eine vollständig implementierte IT-
bzw. Digitalstrategie verzeichnen, gibt ein weiteres Viertel (25 %)
an, die vorhandene Digitalstrategie nur wenig in die täglichen
Arbeitsabläufe eingebettet zu haben. Mehr als die Hälfte der
befragten Organisationen im Verwaltungsbereich hat bislang keine
Digitalstrategie realisiert. „Digitalisierung ist kein Selbstzweck,
sondern die Basis für interne Effizienz. Dass bislang mehr als die
Hälfte der Verwaltungsorganisationen keine feste Digitalstrategie
verankert hat und ein weiteres Viertel Nachholbedarf bei der
Einbettung sieht, zeigt, wo wir ansetzen müssen – nämlich bei
bedarfsorientierter Modernisierung“, so Karim El-Siginy, Partner für
den öffentlichen Sektor bei EY Österreich.
Zwtl.: Automatisierung greift vor allem bei größeren Einrichtungen
In 29 Prozent der Organisationen sind ein Drittel der Prozesse
bereits hochautomatisiert – bei gut jeder achten Verwaltung (13 %)
laufen Prozesse bereits zu über 60 Prozent ohne manuelle Eingriffe.
Vor allem dort, wo es mehr als 200 Mitarbeitende gibt, stehen die
Zeichen stark auf Automatisierung (20 %).
„Österreichs Verwaltung ist auf dem Weg der Digitalisierung, aber
noch nicht am Ziel. Automatisierung wird bereits gezielt eingesetzt,
insbesondere in größeren Organisationen – gleichzeitig fehlt jedoch
oft das strategische Fundament. Ohne klare Digitalstrategie bleiben
Potenziale ungenutzt. Entscheidend ist, Digitalisierung ganzheitlich
zu denken – von der breit verankerten IT-Kompetenz über den gezielten
Einsatz von Daten und KI bis hin zu nachhaltigen
Sicherheitskonzepten“, fasst Wolfgang Pinkl, Director Business
Transformation bei EY Österreich, zusammen.
Zwtl.: Cybersecurity zentrales Thema, KI zweitrangig
Maßnahmen zum Schutz von Netzwerken, Systemen und Daten vor
unbefugtem Zugriff nehmen einen wichtigen Stellenwert ein: Mehr als
die Hälfte (52%) schätzen den Reifegrad von Cybersecurity in ihrer
Organisation als (sehr) hoch ein. Federführend sind dabei
Städte/Gemeinden, denn 44 % geben an, dass Cybersecurity zu einem
hohen Ausmaß organisiert und überprüft ist.
Im Vergleich hinkt der Reifegrad der Kompetenzen rund um digitale
Themen deutlich hinterher. Nur ein Viertel (25 %) schätzt, dass der
Wissensaufbau rund um IT, Daten und KI in der eigenen
Verwaltungseinheit hoch ist – Bund und Land finden sich am Ende der
Skala und bewerten das angeeignete Wissen mit sechs Prozent sogar als
sehr gering. „Neben ein paar Grundlagen, die für alle
Verwaltungsstrukturen gelten, beispielsweise Datenschutz, gilt es
individuelle Bedürfnisse und Anforderung an die jeweiligen IT-
Strukturen zu etablieren. Natürlich um einerseits den Anschluss nicht
zu verlieren, aber auch, um Prozesse so sinnvoll und budgetsparend
wie möglich abzuwickeln“, so Maximilian Vallo, Manager im Bereich AI
& Data mit Schwerpunkt auf den öffentlichen Sektor.