Wien (OTS) – Als Folge einer Reihe von massiven Rückschritten für die
sichere,
saubere und günstige heimische Energieversorgung stehen nach
Regierungsplänen jetzt eine Verdreifachung der Netzanschlusskosten
und neue Netzengelte im ElWG-Entwurf im Raum. Die gesamte Branche ist
schwer verunsichert und lässt den Vorstand der IG Windkraft heute zu
außerordentlicher Beratung zusammenkommen.
„Österreich hat schon jetzt die zweithöchsten Netzentgelte in
ganz Europa. Im europäischen Alleingang noch höhere Netzentgelte zu
erfinden, gefährdet Projekte für heimische Erzeugungsanlagen
fundamental. Die kolportierten Pläne einer Verdoppelung bis
Verdreifachung haben das Potenzial, viele dieser Projekte in allen
Regionen massiv zu treffen. Die betroffenen Unternehmen könnten
Milliarden in den Standort Österreich investieren”, so der Präsident
der IG Windkraft, Josef Plank .
Werde der aktuelle Begutachtungsentwurf, der laufend höhere
Netzentgelte und ein bis zu verdreifachtes Anschlussengelt
beinhaltet, in dieser Form umgesetzt, sei das nicht nur ein
wirtschaftlicher Bumerang, sondern auch wie ein Geschenk für Putin
und Co – in Zeiten, in denen geopolitische Energie-Unabhängigkeit
wichtiger denn je ist, setzt IGW-Geschäftsführer Florian Maringer
nach: „Am Ende fast jeden Gashahns sitzt ein unberechenbarer
Diktator, der uns mit Energiepreisen kontrolliert. Das hat uns die
Ukraine-Krise bewiesen. Jedes einzelne Windrad schützt uns vor neuen
Strompreisschocks und liefert sauberen und unabhängigen, regionalen
Strom.“
„Rund jede fünfte in Österreich verbrauchte Kilowattstunde wird
von einem österreichischen Windrad erzeugt. Durch die Maßnahmen der
Bundesregierung soll also jede fünfte Kilowattstunde massiv verteuert
werden“, sagt dazu Stephan Sharma , Vorstandsvorsitzender der
Burgenland Energie . „Das selbstgenannte Ziel des Gesetzes lautet
„Strompreis runter“. Offensichtlich hat man hier die Vorzeichen
vertauscht. Durch die drei Verteuerungsmaßnahmen für heimische
Stromproduktion erhöhen sich die Stromkosten für Endkund:innen in
Österreich um 12 Euro pro Megawattstunde und damit um rund 10 Prozent
pro Kilowattstunde zu einer aktuellen Rechnung. Es ist komplett
unverständlich, warum es einen ‚Österreich-Aufschlag‘ für sauberen
und günstigen, heimischen Windstrom geben soll. Wenn es hier
offensichtlich um budgetäre Probleme geht, könnte man den
ausländischen, Importstrom verteuern. Atom-, Kohle-, Gasstrom dürfen
nicht billiger sein als lokaler Strom aus vielen Regionen des Landes.
Zwtl.: Gefahr der Abwanderung von Investitionen ins Ausland
Das Errichten von Windkraftanlagen ist schon jetzt teurer als in
Nachbarländern. „Eines ist klar: Die Regierung plant aktuell die
heimische Erzeugung aus regionalen Kraftwerken teurer zu machen als
Importe. Das ist für den Bürger, die Bürgerin nur schwer zu
verstehen. Wir machen unsere heimische, wertvolle Energie teurer, um
mehr Energie zu importieren. “, sagt Herbert Stava , der Präsident
des Energieparks Bruck/Leitha . „Das ununterbrochene Verschlechtern,
teilweise rückwirkend, das stetige Ändern von Spielregeln wirft
Projekt-Finanzierungen um. Wir beschäftigen die Menschen aus der
Region in der Region und sichern damit Existenzen. Diese
Arbeitsplätze wollen wir auch in Zukunft mit Projekten im Inland
halten können“.
Markus Winter, Vorstand der Windkraft Simonsfeld in Ernstbrunn in
Niederösterreich ergänzt: „Wir sprechen hier von der Möglichkeit
eines konjunkturellen Wirtschaftsmotors in regionalen, oft
strukturschwachen Lagen. Wir sprechen von verlässlichen Arbeitgebern
und Wertschöpfung im ländlichen Raum. Von günstigem Strom aus und für
Gemeinden und Mehrwert auf vielen Ebenen“.
Rund 8.000 Menschen in über 200 – meist mittelständischen –
regionalen Unternehmen sind in der Windbranche tätig. Über 40.000
Menschen direkt oder indirekt als Gemeindebürger oder Bürgerin daran
beteiligt. Allein in Niederösterreich wurden in den vergangenen
Jahren über 20.000 Arbeitsplätze geschaffen. Alljährlich werden
hunderte Millionen Euro an Wertschöpfung generiert.
Zwtl.: Bereits über 800 Millionen Euro bezahlt
Die Windbranche hat in den letzten 15 Jahren auch bereits mehr
als 800 Millionen Euro in die Netz-Infrastruktur investiert. „Laufend
höhere Netzkosten, die sich ständig ändern können, stellen ein
unkalkulierbares Risiko dar. Statt in Energiewende und Standort wird
Geld dann schlicht in die Risikokosten, die Banken einpreisen müssen,
umgeleitet“, setzt Windkraft-Geschäftsführer Florian Maringer nach.
Aktuell zahlen Betreiber von Windkraftanlagen 70.000 Euro pro
Megawatt Leistung. Konkret bedeute dies rund 420.000 bis 500.000 Euro
pro Anlage. Bezahlt ist damit aber lediglich der Anschluss im
Umspannwerk. Vielfach sind dabei weitere Kosten direkt vom Betreiber
zu tragen. Hinzu kommen laufende Kosten von 5-10 % der Erlöse für den
Netzbetrieb. Damit belastet Österreich die eigene Stromerzeugung am
zweithöchsten in Europa.
Zwtl.: Höhere Einmalzahlung statt laufend höherer Entgelte
Noch schlechter als höhere Netzanschlussentgelte wären laufend zu
bezahlende Netznutzungsentgelte: „Sollte das kommen, wäre das der
Todesstoß für den regionalen Windkraftausbau – und damit die sichere
und günstige Energieversorgung in und für Regionen“, so der
allgemeine Tenor. Damit werde jahrelange Planung vernichtet und der
heimischen Energieversorgung substanziell geschadet.
Zwtl.: Teurerer Strompreis durch die Hintertür
Verlässlichkeit ist für den weiteren Ausbau von Windenergie als
wichtiger Lieferant von heimischem Strom – gerade in den
Wintermonaten – für den Standort Österreich entscheidend. „Strom
werde dadurch sicher nicht günstiger“, schließt IG Windkraft-
Präsident Josef Plank . Im Gegenteil: Wird das so umgesetzt, ist der
Windkraftausbau massiv gefährdet -und damit die regionale, günstige
und sichere Energieversorgung.
Zwtl.: Über die IG Windkraft
Die IG Windkraft ist die Interessenvertretung der
österreichischen Windbranche. Heimische Windräder versorgen schon
heute rund 2,6 Millionen Haushalte im Land mit sauberem, unabhängigem
und günstigem Strom. Nach einer aktuellen, repräsentativen Umfrage
befürworten 83 % der Österreicher: innen den Ausbau der Windenergie.
Die IG Windkraft repräsentiert rund 180 in den Regionen verankerte,
meist mittelständische Unternehmen entlang der gesamten
Wertschöpfungskette der Energieform – von der Herstellung über die
Planung und Errichtung bis hin zu Betrieb und Wartung. Die
österreichische Windbranche beschäftigt etwa 8.000 Menschen und hat
in den letzten zehn Jahren im Durchschnitt 1,2 Mrd. Euro pro Jahr
erwirtschaftet. Durch Milliarden-Investitionen stärkt sie den
heimischen Wirtschaftsstandort.