Asiatische Automobilzulieferer greifen nach weltweiter Marktführerschaft

München (OTS) – Asiatische Zulieferer kontrollierten im vergangenen
Jahr nahezu die
Hälfte des globalen Automobilzuliefermarkts (49%), während deutsche
Anbieter weiter an Boden verlieren. Das zeigt die aktuelle
„Automobilzuliefer-Studie“ von Strategy&, der globalen
Strategieberatung von PwC. Gleichzeitig entwickelt sich das Geschäft
von OEMs und den großen Zulieferern zunehmend auseinander. Während
der Umsatz der weltweiten Automobilindustrie um 10% stieg, sackte das
Ergebnis der Top-100-Zulieferer um 3% ab. Vor allem der rasante
Aufstieg chinesischer Produzenten verschiebt die regionalen
Kräfteverhältnisse weiter nach Asien. Sie konnten ihren Marktanteil
seit 2015 von 5% auf 14% fast verdreifachen. Zugleich kletterte der
Gewinn pro Mitarbeiter seit 2019 im Schnitt um jährlich 8% und lag im
vergangenen Jahr bei 30.320 Euro. Die deutschen Zulieferer stecken
dagegen tief in der Krise. Noch 2015 belieferten sie 26% des Markts,
im vergangenen Jahr kamen sie nur noch auf 23%. Der Gewinn pro
Mitarbeiter sank seit 2019 jedes Jahr um durchschnittlich 9% auf
4.190 Euro im Jahr 2025 – weniger als ein Siebtel des chinesischen
Werts.

„Im Schatten der jahrelangen Erfolgsgeschichte deutscher
Zulieferer hat sich in Asien und vor allem in China eine neue Klasse
des Wettbewerbs entwickelt: junge und hungrige Unternehmen, die
Technologie auf Spitzenniveau liefern und Maßstäbe setzen in Sachen
Geschwindigkeit und Flexibilität. Gleichzeitig setzt hinter ihnen
bereits die zweite Riege zum Sprung in die globalen Top 100 an“, sagt
Henning Rennert, Partner bei Strategy& Deutschland. „Die deutschen
Zulieferer geraten dagegen von mehreren Seiten unter Druck. Die
sinkende Nachfrage, insbesondere der europäischen OEMs, zwingt sie zu
Kosten- und Kapazitätsanpassungen, während die Kredite für das
Wachstum in den Boomjahren auf die Bilanz drücken. Diese hohe
Zinslast frisst heute große Teile des operativen Gewinns, der
finanzielle Handlungsspielraum schrumpft und dringend notwendige
Investitionen in neue Technologien bleiben auf der Strecke. Eine
Abwärtsspirale, aus der es nur einen Ausweg gibt: schlankere
Strukturen, ohne die eigene Innovationsfähigkeit zu verspielen.“

Die vollständigen Ergebnisse der „Automobilzuliefer-Studie 2026“
erhalten Sie auf Anfrage oder unter:
https://www.strategyand.pwc.com/de/de/branchen/automobil/automobilzu-
lieferer.html