Klagenfurt/Rosenbach (OTS) – Mit einem großen Fest, an dem
Verkehrsminister Peter Hanke,
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, die Spitzen der
Kärntner Landespolitik mit LH Peter Kaiser und LH-Stellvertreter
Martin Gruber sowie das Top-Management der ASFINAG mit beiden
Vorständen, Hartwig Hufnagl und Herbert Kasser, teilnahmen, wurde am
Mittwoch, den 18. März, die neu errichtete Röhre des
Karawankentunnels auf der A 11 Karawankenautobahn feierlich eröffnet.
Nach einer Bauzeit von insgesamt siebeneinhalb Jahren – bedingt durch
eine Verzögerung bei der Vergabe und hydrogeologisch herausfordernden
Bedingungen auf slowenischer Seite – ist der knapp acht Kilometer
lange Tunnel fertiggestellt. Damit ist bei dieser so wichtigen
Verbindung zwischen Österreich und Slowenien der nächste große
Meilenstein erreicht.
Unmittelbar nach der feierlichen Eröffnung beginnen die
Vorbereitungen für die Verkehrsumlegung in die neue Tunnelröhre. Ab
dem 20. März wird der Verkehr von Slowenien kommend in Fahrtrichtung
Österreich bereits durch den Neubau rollen, in Fahrtrichtung
Slowenien wird noch etwa eine Woche die Bestandsröhre genutzt.
Spätestens am 27. März wird der neue Tunnel dann im Gegenverkehr
betrieben, bis auch der alte Tunnel generalsaniert ist. Diese
Arbeiten beginnen gleich darauf. Die Fertigstellung wird Mitte 2029
erfolgen, womit auch der Gegenverkehr der Vergangenheit angehören
wird und der Karawankentunnel den hohen Sicherheitsstandards der
ASFINAG sowie der slowenischen DARS entspricht. In den Tunnelneubau
investierte die ASFINAG insgesamt 191 Millionen Euro, die
Generalsanierung der alten Tunnelröhre bedeutet eine weitere
Investition von 123 Millionen Euro. Inklusive der Investitionen der
slowenischen DARS werden in den Vollausbau des Karawankentunnels etwa
570 Millionen Euro investiert.
„Mit diesem neuen Tunnel setzen wir einen wichtigen Meilenstein
für die Zukunft der Region. Eine moderne und leistungsfähige
Infrastruktur ist die Grundlage für Lebensqualität, wirtschaftliche
Stärke und regionale Entwicklung“, betonte Verkehrsminister Peter
Hanke bei der Eröffnung.
Minister Hattmannsdorfer: „Mit dieser Investition stärken wir
nicht nur die Mobilität, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit
unseres Landes – und tragen nachhaltig zum wirtschaftlichen
Aufschwung bei.“
ASFINAG-Vorstand Hufnagl hob einerseits „das deutliche Plus für
die Verkehrssicherheit“ hervor und verwies andererseits auf die
„nationale und regionale Wertschöpfung, die eine derartige
Investition mit sich bringt und durch die zahlreiche Menschen aus der
gesamten Region beschäftigt werden.“ Für ASFINAG-Vorstand Herbert
Kasser ist der Vollausbau „eine Investition mit Mehrwert: Diese
bessere Verbindung sichert die Wirtschaftsentwicklung in Kärnten und
in Slowenien, weil dieser Wirtschaftsraum enger zusammenwachsen
kann.“
„Staatsakt“ mitten im Tunnel
Nach dem ersten Festakt auf österreichischer Seite kam es zu
einem historischen Treffen mitten im Tunnel direkt an der
Staatsgrenze von Slowenien und Österreich, wo alle österreichischen
Ehrengäste gemeinsam mit der slowenischen Infrastrukturministerin
Alenka Bratusek und DARS-Vorstand Andrej Ribič den Tunnel offiziell
freigaben.
Wesentliche Daten und Fakten:
– Durch den Vollausbau wird die Kapazität des Karawankentunnels
deutlich erhöht. Für die Lenkerinnen und Lenker bedeutet das künftig
keine Staus und keine längeren Wartezeiten mehr bei der Ein- und
Ausreise.
– Zwei moderne Tunnelröhren garantieren auch die höchstmögliche
Sicherheit für alle – die Sicherheitsausrüstung des Karawankentunnels
wird auf dem technisch höchsten Niveau sein.
– Die neue Tunnelröhre hat eine exakte Länge von 7.948 Metern, davon
entfallen auf österreichisches Gebiet 4.402 Meter.
– Alle 330 Meter errichteten ASFINAG und DARS Fluchtwege, also
Querverbindungen zur bestehenden Tunnelröhre.
– Im Anschluss wird die nun bereits 35 Jahre alte Bestandsröhre
saniert, die Gesamtverkehrsfreigabe ist für Mitte 2029 vorgesehen.
– Die ASFINAG und die DARS investieren in den Tunnelneubau etwa 340
Millionen Euro, der Vollausbau inklusive Generalsanierung bedeutet
für ASFINAG und DARS eine Gesamtinvestition von etwa 570 Millionen
Euro.
– Das Projekt Karawankentunnel wurde von der Europäischen Union im
Zuge des Programmes Connecting Europe Facility (CEF) in der
Planungsphase mit 3,35 Millionen Euro gefördert. Für die Bauphase gab
es eine Förderung von 9,4 Millionen Euro.
Premium-Sicherheitsausstattung für Karawankentunnel
Die beiden neuen Tunnel werden nach Abschluss der
Generalsanierung in Sachen Ausstattung, insbesondere hinsichtlich
Sicherheitsausrüstung, auf dem technischen Letztstand sein.
Zusätzlich zu modernster Lüftung, Beleuchtung, Verkehrssensorik und
Videoanlage werden beide Tunnelröhren mit einer Premium-
Sicherheitsausstattung ausgerüstet, die im Fall einer Störung (etwa
durch einen Unfall in einer Tunnelröhre) ein Umschalten auf
temporären Gegenverkehr innerhalb weniger Minuten ermöglicht.
Neubau Mautstelle Rosenbach bis Ende 2027
Noch vor der Fertigstellung des Vollausbaus wird auch die
Hauptmautstelle Rosenbach im neuen ASFINAG-Design neu gebaut sein.
Die ersten Vorarbeiten haben bereits Anfang März 2026 begonnen, die
Fertigstellung ist für Ende 2027 vorgesehen. Beim Neubau wird
besonderer Wert auf nachhaltige Bauweise und die Verwendung
erneuerbarer Rohstoffe, wie insbesondere Holz, gelegt. Auch bei der
Energieversorgung wird auf erneuerbare Energie gesetzt. Das Dach der
neuen Mautstelle wird mit einer Photovoltaikanlage versehen, die
Gebäude werden mittels Luftwärmepumpe im Winter geheizt und im Sommer
gekühlt. Der Neubau der Mautstation bedeutet eine zusätzliche
Investition von etwa 30 Millionen Euro.