Wien (OTS) – Die Sommer werden heißer, die Städte überhitzen
zunehmend. Für ARGE
Eigenheim Bundesobfrau Isabella Stickler ist daher klar: Hitzeschutz
darf nicht isoliert über einzelne Klimageräte diskutiert werden. „Es
wäre ein Fehler, den Hitzeschutz von den laufenden
Wohnrechtsverhandlungen zu Sanierung und Dekarbonisierung
abzukoppeln. Genau dort muss er mitgedacht werden. Sanierung und
Dekarbonisierung des Wohnungsbestands sind eine zentrale
Zukunftsaufgabe – und Hitzeschutz gehört untrennbar dazu.“
Zwtl.: Erst die Hitze draußen halten
Die Erfahrungen aus der WEG-Novelle 2022 sollten aus Sicht der
ARGE Eigenheim eine Warnung sein. Das große Thema war damals,
Klimaschutz und Modernisierung im Wohnungseigentum zu erleichtern.
Ziel war es, Hürden für sinnvolle bauliche und technische
Verbesserungen abzubauen – von E-Lade-stationen und Photovoltaik über
Barrierefreiheit, Beschattung und Einbruchschutz bis hin zu wärme-,
klima- und energietechnischen Verbesserungen. „Das Ziel war groß und
richtig – übrig geblieben ist in der öffentlichen Wahrnehmung vor
allem das Balkonkraftwerk. Genau das darf uns jetzt beim Hitzeschutz
nicht wieder passieren.“, so die ARGE Bundesobfrau. Bei den laufenden
Wohnrechtsverhandlungen zu Sanierung und Dekarbonisierung müsse der
Hitzeschutz des Bestands von Anfang an mitgedacht werden. Stickler
weiter: „Wir dürfen nicht jahrelang über die Zukunft unseres
Wohnungsbestands verhandeln und am Ende bleibt als sichtbares
Ergebnis die erleichterte Montage eines Einzelklimageräts. Das wäre
zu wenig. Das können wir der nächsten Wohngeneration nicht als
wohnpolitischen großen Wurf verkaufen.“
Zwtl.: Keine Einzelmaßnahme
Die Erfahrungen der Stadt Wien zeigten, dass Hitzeschutz
umfassender gedacht werden müsse. Außenliegender Sonnenschutz und
Beschattung reduzierten den Wärmeeintrag bereits an der Gebäudehülle.
Genau hier müsse angesetzt werden.
Die Reihenfolge ist für Isabella Stickler klar: „Zuerst müssen
wir Gebäude ertüchtigen und die Hitze draußen halten. Dann kommen
effiziente technische Lösungen – und Einzelklimageräte nur dort, wo
sie trotz dieser Maßnahmen tatsächlich notwendig sind.“ Für Stickler
geht es dabei nicht um eine Einzelmaßnahme für einzelne Bewohner,
sondern um eine Gesamtlösung für alle Bewohner eines Hauses.
„Ich will kein politisches Zuckerl für den privilegierten
Einzelnen. Ich will Rahmenbedingungen, mit denen ganze Gebäude
hitzefit gemacht werden können. Das ist nachhaltige Wohnpolitik.“
fordert Stickler.
Zwtl.: Infrastruktur und Sicherheit
Die Frage des Hitzeschutzes müsse gemeinsam mit der zunehmenden
Elektrifizierung betrachtet werden. E-Ladestationen, Wärmepumpen,
Klimageräte und weitere elektrische Verbraucher erhöhen die
Anforderungen an die technische Infrastruktur. „Wir können nicht
immer mehr elektrische Verbraucher in bestehende Gebäude bringen und
die Infrastrukturfrage ausblenden. Mehr Belastung bedeutet auch mehr
Verantwortung bei Planung, Installation, Wartung und Sicherheit.“
mahnt Stickler.
Gerade im Mehrparteienhaus müsse das Risiko für alle Bewohner
betrachtet werden. Elektroinstallationen und technische Anlagen
müssten für die zusätzlichen Belastungen geeignet sein; auch
Brandschutz und Netzkapazitäten seien mitzudenken. „Wenn die
technische Infrastruktur eines Hauses an ihre Grenzen kommt, ist das
kein Problem des einzelnen Bewohners mehr. Dann kann es alle
betreffen. Genau deshalb brauchen wir Gesamtlösungen statt
Einzelinteressen.“
Die laufenden Wohnrechtsverhandlungen seien deshalb eine
historische Chance. „Sanierung und Dekarbonisierung des
Wohnungsbestands sind eine zentrale Zukunftsaufgabe. Hitzeschutz muss
Teil dieser Aufgabe sein. Wir brauchen einen großen, gesamtheitlichen
Wurf – nicht das nächste politische Einzelzuckerl.“
Stickler abschließend:„Die nächste Wohngeneration braucht keine
Wohnpolitik, die einzelne Geräte erleichtert. Sie braucht Gebäude,
die für die klimatischen Bedingungen der Zukunft gerüstet sind. Das
bedeutet: thermisch sanieren, beschatten, begrünen, effizient kühlen,
wo es notwendig ist – und dabei die Sicherheit aller Bewohner
gewährleisten. Genau dafür brauchen wir jetzt die richtigen
politischen Rahmenbedingungen.“
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at