Arbeitsmarktlage Ende April 2026 weiterhin herausfordernd

Wien (OTS) – Generell bleibt die allgemeine Arbeitsmarktlage Ende
April weiterhin
angespannt: Die Arbeitslosigkeit liegt Ende April 2026 mit 320.316
Personen um +8.478 bzw. +2,7 % über dem Vorjahreswert. Die Register-
Arbeitslosenquote beträgt 7,5 % und ist damit um +0,1 Prozentpunkte
höher als im April 2025. Insgesamt steigt die Zahl der Arbeitslosen
und AMS-Schulungsteilnehmenden auf 398.342 Personen (+5.711 bzw. +1,5
% gegenüber dem Vorjahr).

Die anhaltend steigende Langzeitbeschäftigungslosigkeit stellt
die aktuell größte Herausforderung am österreichischen Arbeitsmarkt
dar. Immer mehr Menschen bleiben über längere Zeit ohne Job: Ende
April 2026 sind 103.322 arbeitslose Personen auch
langzeitbeschäftigungslos – ein Anstieg um +12.151 bzw. +13,3 %
gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig verlängert sich die
durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit auf 134 Tage (+10 Tage
im Jahresvergleich). Der Anteil der Langzeitbeschäftigungslosen an
allen arbeitslos vorgemerkten Personen liegt bei 32 %, wobei
insbesondere ältere Menschen (50+ Jahre: 43 %) sowie Personen mit
gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen (50 %) besonders
betroffen sind.

Zwtl.: Schumann: Es braucht weiter eine aktive Arbeitsmarktpolitik

Arbeitsministerin Korinna Schumann betont daher die Bedeutung
einer aktiven Arbeitsmarktpolitik: „Eine aktive Arbeitsmarktpolitik
bleibt auch in budgetär herausfordernden Zeiten zentral, um
insbesondere langzeitarbeitslosen Menschen durch Qualifizierung und
gezielte Maßnahmen wieder Perspektiven zu eröffnen. Niemand darf den
Anschluss an den Arbeitsmarkt verlieren. Jede und jeder soll die
Chance auf eine neue Perspektive am Arbeitsmarkt bekommen. Dafür
setzen wir trotz des allgemeinen Spardrucks gezielt Offensivmaßnahmen
für den Arbeitsmarkt und investieren auch in Zukunft dort, wo
Unterstützung am dringendsten gebraucht wird. Denn klar ist für mich
eines: niemand darf zurückgelassen werden.“

Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gibt es
auch positive Signale: Die Beschäftigung entwickelt sich wieder
dynamischer und liegt geschätzt um rund +23.000
Beschäftigungsverhältnisse über dem Vorjahresniveau.

Die Arbeitslosigkeit steigt aktuell in allen Altersgruppen.
Regional zeigt sich ein differenziertes Bild: Lediglich in Kärnten (-
2,2 %) und Oberösterreich (-0,7 %) konnte der Anstieg der
Arbeitslosigkeit gestoppt werden.

Unterschiede zeigen sich auch zwischen einzelnen Personengruppen:
Während die Arbeitslosigkeit von Frauen zuletzt um +6,0 % gestiegen
ist, stagniert jene der Männer (+-0,0 %). Die Jugendarbeitslosigkeit
erhöhte sich leicht (+675 bzw. +2,1 %). Gleichzeitig verschärft sich
die Situation am Lehrstellenmarkt: Die Zahl der sofort verfügbaren
Lehrstellensuchenden steigt deutlich (+10,7 % bzw. +785), während die
gemeldeten offenen Lehrstellen um -949 zurückgehen. Daraus ergibt
sich eine Lehrstellenlücke von -1.696 Stellen.

Auch nach Staatsbürgerschaft zeigt sich ein unterschiedlicher
Trend: Die Arbeitslosigkeit von Personen mit ausländischer
Staatsbürgerschaft steigt nur leicht um +0,7 %, während sie bei
Inländer:innen um +4,2 % steigt.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt gedämpft: Die Zahl der
beim AMS gemeldeten sofort verfügbaren offenen Stellen liegt Ende
April 2026 mit 77.157 um -5,9 % unter dem Vorjahreswert. Gleichzeitig
zeigt der Zugang an offenen Stellen mit +5,9 % (+2.838) erste
Anzeichen einer leichten Belebung.