Baden (OTS) – Der aktuelle Arbeitsmarkt-Kompass, eine
Längsschnittuntersuchung zur
Stimmung am österreichischen Arbeitsmarkt des Online Research
Instituts Marketagent in Kooperation mit Leitbetriebe Austria, zeigt:
Die wahrgenommenen Aussichten am Arbeitsmarkt trüben sich noch einmal
deutlich ein. Nur noch 44% der heimischen Beschäftigten gehen davon
aus, dass es aktuell leicht ist, einen neuen Job zu bekommen. Auch
bei den Gehaltserwartungen herrscht weiterhin Zurückhaltung. Dennoch
erreicht die Wechselbereitschaft mit 38% einen Höchstwert seit Beginn
der Erhebung Mitte 2023.
Zwtl.: Fact Box
–
Jobsuche wird schwieriger: Nur noch 44% der unselbstständig
Beschäftigten in Österreich empfinden es als leicht, aktuell einen
neuen Job zu finden – ein Tiefstand seit Beginn der Erhebung (Q3
2023: 68%) und ein deutlicher Rückgang zu Q4 2025 (51%).
–
Zurückhaltung bei Gehaltsforderungen: Die erwartete
Gehaltserhöhung bei einem Jobwechsel liegt aktuell im Schnitt bei 22%
– ebenfalls ein deutlicher Rückgang seit 2023 (Q3 2023: 29%).
–
Wechselbereitschaft steigt leicht: 38% zeigen eine (eher) hohe
Bereitschaft, den Job zu wechseln – ein Höchstwert seit
Erhebungsbeginn. Innerhalb der Generation Z ist die
Wechselbereitschaft besonders hoch (50%).
–
Weiterhin hohe Jobzufriedenheit: 82% sind derzeit mit ihrem
aktuellen Job (sehr) zufrieden.
– Bevorzugter Arbeitsalltag stabil : Die bevorzugte Wochenarbeitszeit
liegt im Schnitt bei rund 33 Stunden, der ideale Home-Office-Anteil
bei durchschnittlich 40%. Die maximal akzeptierte Pendeldistanz
beläuft sich auf rund 23 km (Mittelwert).
– Werte & Prioritäten : Die zwei wichtigsten Kriterien bei der
Jobsuche sind faires Gehalt (59%) und gutes Arbeitsklima (52%).
Überstunden werden akzeptiert, sollen aber fair abgegolten werden (84
%).
Der aktuelle Arbeitsmarkt-Kompass von Marketagent und
Leitbetriebe Austria zeigt zum Jahresauftakt eine Zuspitzung der
Entwicklungen der vergangenen Monate und zugleich einen
bemerkenswerten neuen Höchstwert: Die wahrgenommenen Chancen am
Arbeitsmarkt trüben sich weiter ein, die Gehaltserwartungen bei einem
Jobwechsel bleiben gedämpft. Gleichzeitig erreicht die Bereitschaft,
beruflich aktiv Veränderung zu suchen und den Job zu wechseln den
höchsten Wert seit Beginn der Erhebung.
Zwtl.: Jobsuche wird immer schwieriger eingeschätzt
Nur noch 44 Prozent der unselbstständig Beschäftigten in
Österreich sind der Meinung, dass es aktuell leicht ist, einen neuen
Job zu finden. Das ist ein neuer Tiefstand seit Beginn der Erhebung
im dritten Quartal 2023 und ein weiterer deutlicher Rückgang seit
Ende des Vorjahres. Zum Vergleich: Noch im vierten Quartal 2025 lag
dieser Wert bei 51 Prozent.
Mit der sinkenden Leichtigkeit geht auch eine spürbare Anpassung
der Erwartungen einher. Die durchschnittlich erhoffte Gehaltserhöhung
bei einem Jobwechsel liegt aktuell bei 22 Prozent und damit ebenfalls
deutlich unter dem Niveau von rund 29 Prozent zu Beginn der Erhebung
im Jahr 2023.
„ Wir sehen aktuell eine zunehmende Nüchternheit am Arbeitsmarkt.
Die Menschen schätzen ihre Chancen weniger optimistisch ein und
rücken gleichzeitig ihre Erwartungen näher an die wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen heran “, analysiert Thomas Schwabl , Gründer und
Geschäftsführer von Marketagent.
Zwtl.: Wechselbereitschaft steigt trotz schwieriger Rahmenbedingungen
Bemerkenswert ist die gegenläufige Entwicklung bei der
Wechselbereitschaft: 38 Prozent der heimischen Beschäftigten zeigen
aktuell eine hohe Bereitschaft, den Job zu wechseln. Damit setzt sich
der Aufwärtstrend bei diesem Indikator fort und erreicht einen neuen
Höchstwert. Besonders ausgeprägt ist die Wechselbereitschaft bei der
Generation Z, von der jede zweite Person eine berufliche Veränderung
in Betracht zieht.
Zwtl.: Leistung ja, unter fairen Bedingungen
Die Ergebnisse unterstreichen zudem eine weiterhin hohe
Leistungsbereitschaft: Überstunden werden von der großen Mehrheit
akzeptiert, sofern sie fair abgegolten werden (84%). Gleichzeitig
bleibt der Wunsch nach einer ausgewogenen Work-Life-Balance bestehen.
Der bevorzugte Arbeitsalltag zeigt sich stabil: Die ideale
Wochenarbeitszeit liegt im Schnitt bei rund 33 Stunden, der
gewünschte Home-Office-Anteil bei etwa 40 Prozent. Auch bei der
Mobilität bleiben die Erwartungen konstant: Die maximal akzeptierte
Pendeldistanz liegt bei durchschnittlich 23 Kilometern.
Zwtl.: Jobzufriedenheit bleibt stabil hoch
Trotz der eingetrübten Aussichten bleibt die Gesamtzufriedenheit
mit dem eigenen Job hoch: 82 Prozent der Beschäftigten sind aktuell (
sehr) zufrieden. Für Monica Rintersbacher , Geschäftsführerin von
Leitbetriebe Austria, ergibt sich daraus ein klarer Appell:
„ Der Arbeitsmarkt steht aktuell in einem Spannungsfeld:
Einerseits steigt die Unsicherheit, andererseits bleibt die
Zufriedenheit hoch und die Wechselbereitschaft nimmt zu. Für
Unternehmen bedeutet das, dass attraktive Rahmenbedingungen allein
nicht ausreichen. Sie müssen ernst gemeint, authentisch und fair
gelebt werden, um Talente nicht nur zu gewinnen, sondern auch
langfristig zu halten. “