Appell an Verhandler*innen der Sozialhilfe: Verantwortung ernst nehmen und Armut bekämpfen, nicht die Armen

Wien (OTS) – Heute trifft sich die Regierung mit den Vertreter*innen
der
Bundesländer, um über eine neue Sozialhilfe zu verhandeln. Die
Volkshilfe warnt zum Start der Gespräche vor einem Wettbewerb nach
unten und fordert armutsfeste Mindestsätze.

„Bei der letzten Reform wurden Höchstsätze eingeführt, die leider
viel zu niedrig waren. Und jetzt gibt es sogar Überlegungen, die
Familienbeihilfe von der Sozialhilfe abzuziehen und damit
letztendlich zu streichen. Gutverdiener*innen würden dann für ihre
Kinder volle Familienbeihilfe erhalten, Armutsbetroffene, die sie
dringender brauchen, aber nicht. Eine solche Ungerechtigkeit dürfen
wir nicht zulassen. Wir fordern armutsfeste Mindestsätze” , so Erich
Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich.

„Wir stehen Seite an Seite mit den Betroffenen. Unser dringender
Appell an alle Verhandler*innen: Seien Sie sich Ihrer Verantwortung
bewusst und erarbeiten Sie ein System, das Menschen und ihre
Menschenwürde schützt. Ein System, das Kindern ein gelingendes
Aufwachsen ermöglicht. Dafür braucht es zuerst eine
Kindergrundsicherung und dann eine Sozialhilfe, die ihren Namen auch
verdient. Wir steuern unsere Expertise aus der Sozialen Arbeit gern
zu den Gesprächen bei”, so Fenninger abschließend, der einmal mehr
einen Platz am Verhandlungstisch für Sozialorganisationen fordert.