Anwältin für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen zum Tag des Weißen Stocks

Wien (OTS) – Der Tag des Weißen Stocks am 15. Oktober macht seit
Jahrzehnten auf
die Lebensrealitäten blinder und sehbehinderter Menschen aufmerksam.
Er hebt eines von zwei starken Symbolen hervor, den weißen Langstock
und die Brailleschrift. Dabei müssen wir uns folgende zentrale Frage
stellen: Wie gelingt es, aus Zeichen der Selbstbestimmung eine
gelebte Wirklichkeit zu machen? Die Anwältin für
Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen, Mag.a
Christine Steger, nimmt diesen Tag zum Anlass, um an die politischen
und gesellschaftlichen Verpflichtungen zur Inklusion zu erinnern.

Zwtl.: Starke Symbole und klare Botschaft

Der weiße Langstock ermöglicht blinden und sehbehinderten
Menschen sichere Mobilität und steht zugleich für Rücksicht und
Respekt im öffentlichen Raum. Die Brailleschrift eröffnet Zugang zu
Bildung, Information und Kultur und ist nach wie vor unverzichtbar.
Beides stellt eine Errungenschaft zur gelebten Inklusion von Menschen
mit Behinderungen in Österreich dar. „Der Tag des Weißen Stocks macht
sichtbar, wie viel wir bereits haben. Es gibt in vielen Bereichen
funktionierende Hilfsmittel, gelebte Selbstbestimmung und starke
Symbole. Aber dieser Tag macht auch deutlich, wie weit der Weg noch
ist. Inklusion darf nicht bei Symbolen stehenbleiben, sie muss
Realität werden“, so Steger.

Zwtl.: Verpflichtung statt Option

Als gesetzlich eingerichtete Ombudsstelle unterstützt die
Anwältin für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen
jene Menschen mit Behinderungen, die Diskriminierungen erfahren und
erinnert Politik und Gesellschaft an ihre Verantwortung: „Österreich
hat mit der UN-Behindertenrechtskonvention ein klares Versprechen
abgegeben. Menschen mit Behinderungen sollen gleichberechtigt in
allen Lebensbereichen teilhaben können. Dieses Versprechen einzulösen
ist keine Option, sondern eine Verpflichtung“, betont Steger.

Zwtl.: Barrieren sind noch immer Realität

Die Realität zeigt deutliche Lücken bei der Teilhabe von Menschen
mit Behinderungen. Noch immer fehlt oftmals die bauliche
Barrierefreiheit. Die digitale Zugänglichkeit ist häufig unzureichend
und die Assistenzleistungen mangelhaft. Zudem schließt der
Arbeitsmarkt Menschen mit Behinderungen oft aus. „Es reicht nicht,
Missstände zu beklagen. Es braucht verbindliche politische Strategien
und konkrete Maßnahmen in allen Lebensbereichen von der Bildung über
die Arbeit hin zum öffentlichem Raum und digitalen Bereich. Nur so
kann Inklusion gelebte Wirklichkeit werden“, so Steger.

Zwtl.: Inklusion nützt allen

Unterstützung kommt auch vom Blinden- und Sehbehindertenverband
Österreich. Präsident Dr. Markus Wolf fragt: „Was bedeutet es, wenn
Inklusion kein selbstverständlicher Teil einer Gesellschaft ist?
Inklusion drückt sich darin aus, dass die Menschenwürde aller gewahrt
und allen mit Respekt begegnet wird.“ Gerade in Zeiten von Krisen und
gesellschaftlicher Verunsicherung erinnert der Tag des Weißen Stocks
daran, dass eine inklusive Gesellschaft allen nützt. Sie fördert
Zusammenhalt, eröffnet Innovationen und macht deutlich, dass jeder
Mensch ein wertvoller Teil des Ganzen ist.

„Solange Menschen mit Behinderungen immer wieder für ihre Rechte
kämpfen müssen, ist Gleichbehandlung nicht Realität. Der Tag des
Weißen Stocks mahnt uns: Wir dürfen nicht bei Symbolen stehenbleiben.
Aus Symbolen muss Realität werden“, so Steger abschließend.