Wien (OTS) – Die erfolgreiche Inbetriebnahme von ALPACA (Allocation
of Cross-Zonal
capacity and procurement of aFRR cooperation agreement) kennzeichnet
einen Meilenstein auf dem Weg zu einem integrierten Europäischen
Strommarkt.
Zum ersten Mal haben Österreich, Deutschland und Tschechien
gemeinsam Sekundärregelleistung beschafft. Sekundärregelleistung ist
ein Teil der Regelreserve und stellt die Mengen dar, die täglich
gesichert beschafft und von Anbietern reserviert werden, um im
Bedarfsfall ein Ungleichgewicht zwischen Stromerzeugung und
–verbrauch in Echtzeit auszugleichen. Diese Zusammenarbeit im Bereich
der Regelreserve eröffnet neue Marktchancen für Anbieter und zielt
darauf ab, die Beschaffungskosten zu senken – was letztlich die
wirtschaftliche Effizienz verbessert, den Wirtschaftsstandort stärkt
und somit den Wohlstand in der gesamten Region erhöht.
Optimierung der gemeinsamen Beschaffung von Sekundärregelreserve
und die technische Methode
ALPACA ermöglicht und optimiert die gemeinsame Beschaffung von
Sekundärregelreserve zwischen Österreich, Tschechien und Deutschland
für jedes Produkt (positiv und negativ) und jeden 4-Stunden-Block des
kommenden Tages. Der Optimierungsprozess basiert auf den
eingereichten Regelleistungsgeboten in jedem Land, den
prognostizierten für Regelreserve verfügbaren Grenzkapazitäten
zwischen den Ländern und den von den Übertragungsnetzbetreibern
festgelegten Sicherheitsgrenzen. Das Ergebnis der ALPACA Common
Procurement Optimization Function (CPOF) wird mit PICASSO geteilt,
der Kooperation zur grenzüberschreitenden Aktivierung von
Sekundärregelenergie. In PICASSO hat der jeweilige ÜNB vorrangigen
Zugang zu seinen grenzüberschreitend beschafften Mengen.
ALPACA verwendet eine probabilistische Methode zur Prognose der
verbleibenden grenzüberschreitenden Kapazitäten, für den Austausch
von Sekundärregelreserve zwischen Tschechien und
Österreich/Deutschland verfügbar sind. Die ALPACA-ÜNB betonen, dass
keine grenzüberschreitenden Kapazitäten zwischen Tschechien und
Österreich/Deutschland zugewiesen werden. Das bedeutet, dass eine
grenzüberschreitende Beschaffung von aFRR die für den Day-Ahead- und
Intra-Day-Strommarkt verfügbaren Grenzkapazitäten nicht verringert.
Über Austrian Power Grid (APG)
Als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber verantwortet Austrian
Power Grid (APG) die sichere Stromversorgung Österreichs. Mit unserer
leistungsstarken und digitalen Strominfrastruktur, sowie der
Anwendung von State-of-the-art-Technologien integrieren wir die
erneuerbaren Energien und reduzieren somit die Importabhängigkeit,
sind Plattform für den Strommarkt, schaffen Zugang zu preisgünstigem
Strom und bilden so die Basis für einen versorgungssicheren sowie
zukunftsfähigen Wirtschafts- und Lebensstandort. Das APG-Netz
erstreckt sich auf einer Trassenlänge von etwa 3.500 km, welches das
Unternehmen mit einem Team von rund 1.000 Spezialist:innen betreibt,
instand hält und laufend den steigenden Anforderungen der
Elektrifizierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Industrie anpasst.
Über die Steuerzentrale in Wien wird ein Großteil der insgesamt 67
Umspannwerke, die in ganz Österreich verteilt sind, remote betrieben.
Auch 2024 lag die Versorgungssicherheit, dank der engagierten
Mitarbeiter:innen, bei 99,99 Prozent und somit im weltweiten
Spitzenfeld. Unsere Investitionen in Höhe von 640 Millionen Euro 2025
(2024: 440 Mio., 2023: 490 Mio. Euro) sind Wirtschaftsmotor und
wesentlicher Baustein für die Erreichung der Energieziele
Österreichs. Insgesamt wird APG bis 2034 rund 9 Milliarden Euro in
den Netzaus- und Umbau investieren.