St. Pölten (OTS) – In Niederösterreich werden an den Berufsschulen in
200 verschiedenen
Berufen die Fachkräfte von morgen ausgebildet. Mit der neuen
Kooperation „Akademie im Klassenzimmer“ erhalten die
Berufsschülerinnen und Berufsschüler künftig durch die Expertinnen
und Experten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
spannende und wertvolle Einblicke in Wissenschaft und Forschung für
ein erfolgreiches Berufsleben. Präsentiert wurde die neue Kooperation
im Rahmen der Initiative Begabungsförderung NÖ heute, Mittwoch, von
Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Heinz Faßmann, Präsident
der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, in der
Landesberufsschule St. Pölten.
Die Initiative „Akademie im Klassenzimmer“ sei nicht neu, aber es
gebe sie noch nicht in den Berufsschulen, führte Landesrätin
Christiane Teschl-Hofmeister aus: „Wir wollen einerseits die Begabten
in den Blick nehmen und denen das, was sie brauchen, zur Verfügung
stellen und andererseits Themen zusammenbringen, die auf den ersten
Blick vielleicht nicht oder noch nicht zusammengehören.“ Man wolle
mit der Initiative dazu beitragen, „dass Wissenschaft und Lehre in
der Zukunft mal eine Kombination ist, die selbstverständlich ist“.
„Wissenschaft und duale Ausbildung haben einen hohen Stellenwert.
Wir wollen sie miteinander verbinden und mehr aus diesen beiden
Erfolgsmodellen machen“, führte Teschl-Hofmeister als Gründe an, dass
die Lehrlinge sehr gefragt seien und außerdem die Herausforderungen –
egal in welchem Ausbildungsbereich – größer werden. Es reiche heute
nicht mehr, nur den Beruf zu erlernen, sondern es gelte, über den
eigenen Tellerrand hinauszublicken, sprach die Landesrätin die neuen
Technologien und gesellschaftlichen Veränderungen an.
„Wir werden ab Juni 2026 Expertinnen und Experten der
Österreichischen Akademie der Wissenschaften bei uns in
Niederösterreich begrüßen dürfen“, führte Teschl-Hofmeister aus, dass
man an sechs ausgewählten Berufsschulen mit dem Angebot mit starkem
Praxisbezug starte. „Wissenschaft soll greifbar, erlebbar und
anwendbar sein“, sagte die Landesrätin, dass das Konzept ab Herbst
auch auf weitere Berufsschulen ausgeweitet werde. „Wir wollen mit
diesem Angebot Brücken schlagen zwischen Forschung und Handwerk,
zwischen Theorie und Praxis, zwischen Wissen und Können“, so Teschl-
Hofmeister.
Dieses Angebot sei aber kein Einzelprojekt, sondern „Teil einer
größeren Strategie, die wir in Niederösterreich verfolgen“, sprach
die Landesrätin etwa den Wissenschaftsbus in Kooperation mit dem ISTA
und die Kooperation mit dem Science Center an. Man wolle neue Zugänge
und neue Sichtweisen im Rahmen der Ausbildung zur Verfügung stellen,
betonte sie den niederschwelligen Zugang. „Wir wollen schlicht durchs
Kennenlernen Begeisterung für die Wissenschaft entwickeln. Die
‚Akademie im Klassenzimmer‘ soll junge Menschen stärken und ihnen
neue Perspektiven eröffnen“, betonte Teschl-Hofmeister, dass man
enormes Potential in dieser Initiative sehe.
Heinz Faßmann, Präsident der Österreichischen Akademie der
Wissenschaften, stellte die ÖAW als „größte außeruniversitäre
Forschungseinrichtung in Österreich“ vor. Diese betreibe 26
hochspezialisierte Forschungseinrichtungen in ganz Österreich.
Jährlich werde eine repräsentative Umfrage – das
Wissenschaftsbarometer – organisiert. Dem letzten
Wissenschaftsbarometer 2025 zufolge würden 74 Prozent der Bevölkerung
der Wissenschaft vertrauen, das sei ein schönes Resultat, führte
Faßmann aber aus: „Wir beobachten insbesondere eine mentale Distanz
zu Wissenschaft und Forschung bei jenen, die keine Universität oder
Fachhochschule besucht haben, darunter fallen auch und besonders jene
mit dualer Ausbildung. Dieser Befund, dass die Absolventen einer
dualen Ausbildung wissenschaftsskeptischer sind als der Rest der
Bevölkerung, ist auch Auftrag für uns.“ Man müsse die jungen Menschen
erreichen, denn das sei ein Alter, in dem Weltbilder noch nicht so
gefestigt seien. „Wir wollen die Begeisterung für Wissenschaft und
Forschung in die Berufsschulen bringen, denn das ist ein extrem
wichtiger Schultyp“, betonte Faßmann, dass man damit auch die
Attraktivität der dualen Ausbildung sicherstellen wolle.
„Die Professoren und Professorinnen, die an die Berufsschulen
kommen und von ihrer Forschung erzählen, vermitteln nicht nur
trockenes Wissen, sondern sie geben auch etwas von der Begeisterung
weiter, die jeden Forschenden erfüllt“, so Faßmann weiter: „Ab Juni
starten wir mit sechs Vorträgen – der erste an der Landesberufsschule
Theresienfeld am 8. Juni, dann folgen Vorträge in den Berufsschulen
St. Pölten, Zistersdorf, Laa an der Thaya, Stockerau und Gerasdorf“,
führte Faßmann aus, dass man in den kommenden Jahren alle
niederösterreichischen Berufsschulen erreichen wolle. Ziel sei es,
dass in wenigen Jahren kein Berufsschüler ohne persönliche Begegnung
mit der Wissenschaft die Schule verlasse, betonte Faßmann
abschließend, dass man mit diesem Angebot „eine Brücke zwischen der
Wissenschaft und der Werkbank“ schlagen wolle.
Die Themen der Vorträge sind breit gefächert, gesellschaftlich
hochrelevant und zeichnen sich durch einen unmittelbaren Praxisbezug
aus – von der Energiewende Europas über Hass und Fakes im Netz bis
hin zu innovativen Materialien, die von Vorbildern in der Natur
inspiriert. Ergänzend sind ab sofort alle Science-Videos der Reihe
FÄKT im NÖ Medienzentrum abrufbar. FÄKT vermittelt spannende und
informative Kurzfilme, die speziell für eine junge Zielgruppe
entwickelt wurden. Mit Fokus auf verständliche, niederschwellige und
interaktive Vermittlung präsentieren Forschende die neuesten
Erkenntnisse aus ihren Bereichen der Wissenschaft. FÄKT-Videos wurden
speziell für den Unterricht entwickelt und werden gemeinsam mit
spezifischem, interaktivem Begleitmaterial angeboten.
Weitere Informationen zur Initiative:
https://www.oeaw.ac.at/akademie-im-klassenzimmer ,
https://www.faekt.science , https://www.noemedia.at/
Nähere Informationen: Büro LR Christiane Teschl-Hofmeister, Mag.
(FH) Dieter Kraus, Pressesprecher, Telefon 02742/9005-12655, E-Mail
[email protected]