Wien (OTS) – Die heute von der AK Oberösterreich präsentierte Studie
belegt
gravierende Mängel, Intransparenz und mangelnden Respekt bei
Begutachtungen durch die Pensionsversicherungsanstalt (PVA). Die AK
Wien unterstützt die Forderungen der oberösterreichischen
Kolleg:innen nach einer unabhängigen Begutachtungsstelle und fairen
Verfahren voll und ganz. Diese unhaltbaren Zustände bei der PVA sind
jedoch nur das letzte Glied einer Kette eines umfassenden
Systemversagens.
Dramatischer Rückgang bei Pensionszuerkennungen
„Der Zugang zu krankheitsbedingten Pensionen wurde in den letzten
Jahren drastisch erschwert. Die Zuerkennungen von Invaliditäts- und
Berufsunfähigkeitspensionen bei Unselbstständigen sind von 24.093 im
Jahr 2010 auf 10.110 im Jahr 2024 gesunken – ein Einbruch um fast 60
Prozent. Im internationalen Vergleich weist Österreich mittlerweile
die niedrigste Invaliditäts-Pensionsquote auf“, kritisiert Ines
Stilling, Bereichsleiterin Soziales der AK Wien.
Stillstand statt Unterstützung für Kranke
Dieser massiven Hürde beim Pensionszugang steht seit 2017 ein
völliger Stillstand bei Prävention, Krankenstandsmanagement und
beruflicher sowie medizinischer Rehabilitation gegenüber.
„Krankheitsbedingt beeinträchtigte Menschen können nicht mehr in
Pension gehen, erhalten aber gleichzeitig kaum Unterstützung für eine
erfolgreiche Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Ein
ausreichendes Case-Management bei Langzeitkrankenständen oder
Rehageld fehlt völlig“, so Stilling weiter. Die Österreichische
Gesundheitskasse (ÖGK) ist noch immer mit den Folgen der Fusion
beschäftigt und verfügt aufgrund aktueller Einsparungsmaßnahmen über
keine Mittel für ein dringend benötigtes Arbeitsunfähigkeits-
Management. Die Folge: Rund 500.000 Langzeitkrankenstände haben ein
unzureichendes Casemanagement.
Unabhängige Gutachten und sofortige Reha-Angebote
Neben einer unabhängigen Begutachtungsstelle braucht es einen
massiven Präventions-Schub: Ein Präventionsgesetz mit fixen Budgets,
ein trägerübergreifendes Management gegen Kündigungen im Krankenstand
und ein sofortiges Reha-Angebot nach abgelehnten Pensionsanträgen.
„Wir dürfen kranke Menschen nicht länger in einem bürokratischen
Niemandsland alleinlassen. Es braucht jetzt einen Paradigmenwechsel:
Weg von der reinen Verwaltung von Arbeitsunfähigkeit, hin zu echter
Unterstützung, die gesundheitlich beeinträchtigte Arbeitnehmer:innen
aktiv absichert“, so Stilling abschließend.