AK Stilling zu Knill: Neoliberales Programm katapultiert uns zurück statt nach vorne

Wien (OTS) – Eine klare Absage erteilt Ines Stilling,
Bereichsleiterin Soziales in
der AK Wien, den Ansagen von IV-Chef Georg Knill. „Ganz Österreich zu
einer Sonderwirtschaftszone zu erklären, quasi zu einer
Entwicklungsregion, in der die Unternehmen so gut wie keine Steuern
zahlen, das ist kein Zukunftskonzept“, sagt Stilling. Ebenso wenig
die Ansage, Österreich solle Dänemark zum Vorbild für die Reform des
Pensionssystems nehmen. „Da gilt für Arbeitnehmer:innen, die 1996
oder später geboren sind, mittlerweile schon 74 als
Pensionsantrittsalter“, so Stilling.

Ein Pensionssystem wie in Dänemark, das bei vergleichbarem
Beitragsvolumen ähnliche Leistungen bietet, aber um neun Jahre
später, kann kein Vorbild für Österreich sein. „Hier muss man die
Effizienzfrage stellen. Auch Vergleiche mit anderen Ländern –
insbesondere mit Deutschland – zeigen immer deutlicher: Österreich
hat das bessere Pensionssystem, nicht die anderen“, sagt Stilling.

Wo es tatsächlich Handlungsbedarf gibt, das ist beim Thema
alternsgerechte Arbeitsplätze. „Fast ein Drittel aller Unternehmen
mit mehr als 20 Arbeitnehmer:innen beschäftigt keine Menschen über
60. Hier gilt es mit einem Bonus-Malus System gegenzusteuern“, so
Stilling. Unternehmen, die zu wenige oder keine Menschen über 60
beschäftigen, sollen eine Strafzahlung leisten, jene, die ausreichend
beschäftigen, einen finanziellen Bonus bekommen.

Nicht einzusehen sei auch die Blockadehaltung der
Industriellenvereinigung in Sachen Lohntransparenz. „Österreich hat
den drittgrößten gender pay gap in der EU. Hier die Augen zu
verschließen ist der falsche Weg“, so Stilling.