AK Schweitzer: „Klimaschutz ist Schutz unserer Wirtschaft“

Wien (OTS) – Tobias Schweitzer, Bereichsleiter der AK
Wirtschaftspolitik zeigt
sich verwundert über die Aussage von IV-Präsident Georg Knill zum
Klimaschutzgesetz: „Spätestens nach den letzten Hitzewellen müsste
jedem klar sein, dass es beim Klimaschutz um den Schutz unserer
wirtschaftlichen Grundlagen geht.“ Allein die Dürre hat in der
österreichischen Landwirtschaft heuer bereits Schäden von rund einer
Milliarde Euro verursacht. Für die gesamte EU könnten sich die
wirtschaftlichen Verluste durch Hitze und Dürre 2026 auf bis zu 180
Milliarden Euro oder rund ein Prozent der Wirtschaftsleistung
summieren – und damit nahezu das gesamte für dieses Jahr erwartete
Wirtschaftswachstum aufzehren. „Angesichts von 41 Grad, historischer
Dürre und rund 400 Hitzetoten allein im Juni ist Knills Wortwahl
nichts als zynisch und grenzt an Realitätsverweigerung“, so
Schweitzer.

Statt jene abzuwerten, die wirksamen Klimaschutz einfordern,
braucht es aus AK Sicht jetzt konkrete Maßnahmen: ein verbindliches
Klimaschutzgesetz, verbindliche Belastungsgrenzen, Abkühlpausen und
bezahltes Hitzefrei am Arbeitsplatz; ein Recht auf eine auch im
Sommer bewohnbare Wohnung; sowie eine Investitionsoffensive, die
Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, Pflegeheime und öffentliche
Verkehrsmittel hitzefest macht.

Finanziert werden muss dieser Schutz nach dem Verursacherprinzip:
durch eine stärkere Besteuerung großer Vermögen, hoher Erbschaften,
Krisengewinne und klimaschädlicher Geschäftsmodelle. Denn Lasten und
Verantwortung der Klimakrise sind höchst ungleich verteilt: „Die
untere Hälfte der österreichischen Haushalte verursacht nur 17
Prozent der Emissionen, die vermögendsten zehn Prozent dagegen 56
Prozent“, so Schweitzer.