AIT: „Green Manikin“ unter den Preisträgern beim Houskapreis 2026

Wien (OTS) – Das AIT Austrian Institute of Technology erreicht mit
dem Projekt
„Green Manikin – KI gestütztes Mixed Reality Erste-Hilfe-Training“
den 3. Platz des renommierten Houskapreises in der Kategorie
Außeruniversitäre Forschung. Die Preisverleihung fand gestern Abend
im MuseumsQuartier in Wien statt.

Richtiges Handeln in Notfällen rettet Leben – zugleich sind
realitätsnahe Trainings teuer, logistisch aufwändig und schwer
reproduzierbar. Die Trainingslösung „Green Manikin“, die am AIT
Center for Technology Experience entwickelt und evaluiert wurde,
adressiert dieses Problem, indem reale Handgriffe an einer
Patientensimulationspuppe mit Mixed Reality (MR) basierend auf Green-
Screen-Technologie kombiniert werden: Lernende arbeiten mit echten
medizinischen Werkzeugen (wie z. B. Beatmungsgerät, Stethoskop) und
einem MR-Headset immersiv in simulierten Einsatzlagen und
unterschiedlichsten Szenarien. Durch die KI-basierte Interaktion mit
der Patientensimulationspuppe bzw. der verletzten Person wird das
Training noch immersiver.

Zwtl.: Hoher Trainingseffekt und Messung von Biosignalen

Neben der technischen Entwicklung wurde „Green Manikin“ am AIT
auch wissenschaftlich in Studien evaluiert. Die Ergebnisse zeigen,
dass das Mixed-Reality-Training hinsichtlich seines Effekts mit
realen Einsatzübungen vergleichbar ist und klassische Virtual-Reality
-Trainings übertrifft. Bei der AIT-Trainingslösung werden auch
Verhaltensdaten und Biosignale gemessen, die wichtige Kennzahlen zur
Bewertung des Trainings liefern.

„Der Houskapreis ist eine großartige Würdigung unserer Arbeit,
bei der der Mensch immer im Mittelpunkt steht. Technologie soll und
muss dem Menschen dienen und nicht umgekehrt. Der Preis zeigt den
Stellenwert von internationaler Spitzenforschung im Bereich Hybrider
Welten und entsprechender Kooperationen, etwa zu diesem Thema im
Rahmen des III.Lab mit der Universität Salzburg. In der Forschung am
AIT Center for Technology Experience geht es um die Entwicklung
humanzentrierter, intelligenter und robuster Systeme, die Menschen in
dynamischen und komplexen Situationen wirksam unterstützen“, betont
Univ.-Prof. Manfred Tscheligi, Head of Center for Technology
Experience am AIT und Professor für Human-Computer-Interaction &
Usability an der Universität Salzburg.

„Green Manikin wurde in jahrelanger Arbeit von einem
interdisziplinären Team am AIT entwickelt – hier wird Know-how aus
Informatik und XR-Entwicklung, Psychologie,
Kommunikationswissenschaften sowie Trainings-Didaktik kombiniert. Von
Anfang an waren auch Einsatzkräfte sowie Trainer:innen bei der
Entwicklung beteiligt“, unterstreicht Green Manikin Projektleiter
Jakob Uhl vom AIT Center for Technology Experience. Das Projekt ist
zudem ein wesentliches Ergebnis des Forschungsschwerpunkts
XR4Challenging Environments am AIT Center for Technology Experience.

Die Lösung wurde bereits gemeinsam mit Partnern wie den
Johannitern Österreich, dem Arbeiter-Samariter-Bund-Österreichs sowie
dem Inselspital, Universitätsklinik für Notfallmedizin in
Bern/Schweiz getestet. Diese Partner haben ihr hohes Interesse an der
Lösung und an einer weiteren Zusammenarbeit mit dem AIT bekundet.

Zwtl.: Wirtschaftliche Bedeutung

Green Manikin kann in Zukunft als Lösung für
Rettungsorganisationen und Sanitäter:innen, Spitäler/Universitäten,
zentrale Trainingszentren sowie das Gesundheitsmanagement in
Unternehmen eingesetzt werden. Die Ausgründung als Spin-off des AIT
ist für Q2/2026 geplant.

„Mit Green Manikin zeigen wir, dass gerade im Bereich Extended
Reality (XR) ein ungeheures Potenzial steckt, das in der Praxis sehr
hohen Nutzen und Mehrwert erbringen kann. Die Ausgründung von Green
Manikin ist Teil des strukturierten Spin-off- und Entrepreneurship-
Programms des AIT, das Forscher:innen systematisch auf dem Weg von
der Idee zum marktfähigen Unternehmen begleitet“, unterstreicht
Alexander Svejkovsky, AIT Managing Director für Finanzen, Prozesse
und Administration. „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnungen beim
Houskapreis, das AIT stellt damit seine wissenschaftliche Exzellenz
in gleich zwei Bereichen unter Beweis“, so Svejkovsky.

Zwtl.: Houskapreis-Gewinn für AIT Projekt Voltera

Das Forschungsprojekt Voltera des AIT Center for Energy wurde
beim Houskapreis mit dem 1. Platz ausgezeichnet. Das System
analysiert mithilfe von Künstlicher Intelligenz in Echtzeit den
Zustand von Stromnetzen und berechnet dynamisch, wie viel Energie
sicher aufgenommen oder abgegeben werden kann. Dadurch können
erneuerbare Energien effizient integriert werden, ohne die Stabilität
der Netze zu gefährden.

Über den Houskapreis

Der Houskapreis wurde 2005 von der B&C Privatstiftung ins Leben
gerufen und gilt als größter privater Preis für anwendungsnahe
Forschung in Österreich. Ausgezeichnet werden Projekte mit hoher
Innovationskraft und klar erkennbarem wirtschaftlichem Nutzen. Ziel
ist es, exzellente Forschung sichtbar zu machen und den
Innovationsstandort Österreich nachhaltig zu stärken.

Über das AIT

Über das AIT Center for Technology Experience

Enterpreneurship am AIT