Wien (OTS) – In den beiden Blutbanken in St. Pölten und Mistelbach
und daher
folglich auch in den niederösterreichischen Krankenhäusern kommt es
aktuell zu Engpässen, weil zu wenige Blutkonserven vorhanden sind. So
müssen bereits Operationen abgesagt oder verschoben werden. Der 1.
Vizepräsident der ÄKNÖ, OA Dr. Andreas Zeitelberger, erläutert: „Die
Situation ist dramatisch, es muss bereits triagiert werden. Aus
meiner Erfahrung als Unfallchirurg muss ich leider bestätigen, dass
uns derzeit nichts anderes übrigbleibt, als Operationen zu
verschieben, weil nicht ausreichend Blutkonserven zur Verfügung
stehen.“ Neben dem Blut, das für geplante Eingriffe benötigt wird,
muss selbstverständlich immer ein gewisser Vorrat für akute Fälle,
wie etwa Unfälle, vorrätig sein.
Wenn in den Blutbanken nicht rasch die Konserven aufgefüllt werden,
wird es in den kommenden Wochen und Monaten zu problematischen
Versorgungsengpässen kommen. Diese sollen durch eine vorausschauende
Planung und ein erhöhtes Blutspendeaufkommen vermieden werden.
Blutspenden seit Mitte 2025 nur mehr seltener möglich
Mit 1. Juni 2025 wurden die Voraussetzungen für eine Blutspende
geändert. Diese Neuregelung führt ebenfalls zu einer Verschärfung der
Situation. Seither dürfen Männer statt früher sechs nur mehr vier Mal
pro Jahr Blut spenden, bei Frauen wurde die Anzahl von vier auf drei
Mal reduziert. Es ist also wichtig, sich vor der Blutspende zu
vergewissern, dass die seit Juni 2025 gültige Maximalzahl an
möglichen Spenden für heuer noch nicht überschritten wurde.
Wir alle können Leben retten
Die Ärztinnen- und Ärztekammer für Niederösterreich ruft daher die
Bevölkerung und ganz speziell die Ärzteschaft zur tatkräftigen
Unterstützung auf. Dr. Harald Schlögel, Präsident der ÄKNÖ, meint
dazu: „Wir informieren alle Ärztinnen und Ärzten in unserem
Bundesland über die dramatische Situation und stellen ein Plakat für
die Ordinationen zur Information der Patientinnen und Patienten zur
Verfügung. Wir müssen der Bevölkerung klarmachen, dass die Lage
äußerst ernst ist und jeder von uns selbst davon betroffen sein kann.
Nur wenn wir zusammenhalten und uns gegenseitig helfen, können wir
Leben retten. Sobald eine Triage notwendig ist, werden zunächst nur
mehr lebensnotwendige Eingriffe oder Therapien vorgenommen, bis sich
die Situation bessert. Diesen Notstand müssen wir gemeinsam mit allen
Mitteln verhindern.“
Alle Informationen zur Blutspende
Wo in Niederösterreich zeitnah Blut gespendet werden kann, erfährt
man rasch und einfach auf der Website der Blutbanken Niederösterreich
auf https://blutspenden.noe-lga.at oder beim Roten Kreuz auf
www.roteskreuz.at/blutspende/blutspendetermine .