ACREDIA Group Insolvenzstudie: Nahostkonflikt treibt Unternehmensinsolvenzen deutlich stärker nach oben

22. April.2026 (OTS) – – Weltweite Unternehmensinsolvenzen steigen
2026 um +6 % – deutlich
stärker als in der Vorkrisenprognose (+3 %)

– Für 2027 wird kein Rückgang mehr erwartet, sondern eine
Stabilisierung auf hohem Niveau

– Der Nahostkonflikt führt zu rund 15.000 zusätzlichen Insolvenzen
weltweit
(2026: +7.000 | 2027: +7.900)

– Worst Case: Insolvenzen könnten 2026 auf +10 % steigen und 2027 um
weitere +3 % zulegen

– Österreich: Das hohe Insolvenzniveau bleibt bestehen

Der Nahostkonflikt sorgt für zusätzlichen Druck auf die weltweite
Entwicklung von Zahlungsausfällen und Unternehmensinsolvenzen. „Die
Dynamik hat sich spürbar verschärft. Was wir sehen, ist kein
kurzfristiger Ausschlag, sondern eine Kettenreaktion entlang der
globalen Wirtschaft“, sagt Gudrun Meierschitz, Vorstand ACREDIA
Group.

Dies zeigt die aktuelle Studie von ACREDIA Group in
Zusammenarbeit mit Allianz Trade deutlich: Die Erwartungen mussten
deutlich nach oben korrigiert werden. Für 2026 wird nun ein Anstieg
der Unternehmensinsolvenzen um +6 % prognostiziert – statt der
ursprünglich erwarteten +3 %. Damit steigen die Fallzahlen bereits
das fünfte Jahr in Folge.

Auch der Blick nach vorne bleibt angespannt: Für 2027 ist keine
Entspannung in Sicht, sondern lediglich eine Stabilisierung auf hohem
Niveau. Sollte der Konflikt weiter eskalieren oder länger anhalten,
dürfte sich der Druck auf Unternehmen zusätzlich verschärfen – mit
spürbaren Folgen für zentrale Märkte weltweit.

Zwtl.: Konflikt treibt Kosten – und Insolvenzen

Der Nahostkonflikt wirkt zunehmend auf die Realwirtschaft durch
und treibt die weltweiten Unternehmensinsolvenzen weiter nach oben.
Die Krise verstärkt die Volatilität auf den Energiemärkten, erhöht
Transportkosten und macht globale Lieferketten anfälliger.
Gleichzeitig verschärfen sich die finanziellen Rahmenbedingungen,
während die Inflation zusätzlichen Druck erzeugt und das
Geschäftsklima eintrübt.

Die Folgen sind entlang der gesamten Wertschöpfungskette spürbar
– von der Agrar- und Lebensmittelindustrie über das verarbeitende
Gewerbe bis hin zu technologiegetriebenen Branchen. Besonders unter
Druck stehen energieintensive Sektoren wie Transport, Chemie und
Metall, aber auch Unternehmen mit geringen Margen, hoher Verschuldung
oder eingeschränkter Preissetzungsmacht.

„Die Effekte greifen ineinander: steigende Kosten, schwächere
Nachfrage und schwierigere Finanzierung. Genau diese Kombination
bringt viele Geschäftsmodelle unter Druck. In Summe bedeutet das
weltweit tausende zusätzliche Insolvenzen – allein 7.000 im Jahr 2026
und weitere 7.900 im Jahr 2027“, ordnet Meierschitz ein.

Zwtl.: Österreich: Hohe Insolvenzzahlen bleiben das neue Normal

Österreich bewegt sich weiterhin auf einem historisch erhöhten
Insolvenzniveau: Mit mehr als 6.800 Unternehmensinsolvenzen im Jahr
2025 wurde der höchste Stand seit 2009 erreicht – im vierten
Anstiegsjahr in Folge. Diese Dynamik setzt sich auch 2026 fort:
Bereits im ersten Quartal wurden 1.687 Insolvenzen verzeichnet,
während der Anteil mangels Masse nicht eröffneter Verfahren mit 41 %
einen neuen Höchststand erreicht. Besonders betroffen sind weiterhin
Handel, Bau sowie Gastronomie und Beherbergung, die gemeinsam rund 44
% aller Fälle ausmachen. Auch strukturell bleibt die Lage angespannt:
Während Transport und Logistik sowie B2B-Dienstleistungen deutliche
Zuwächse verzeichnen, entwickeln sich andere Branchen
differenzierter. Für das Gesamtjahr 2026 ist mit rund 6.750
Insolvenzen (-1 %) erneut ein sehr hohes Niveau zu erwarten, bevor
sich 2027 mit etwa 6.300 Fällen (-7 %) eine leichte Entspannung
abzeichnen könnte.

Gleichzeitig erhöhen geopolitische Risiken – insbesondere
steigende Energiepreise infolge der Iran-Krise sowie mögliche
Störungen globaler Lieferketten – den Druck auf energie- und
transportintensive Branchen wie Chemie, Metall, Baustoffe und
Logistik. Als stark exportorientierte Volkswirtschaft mit einer
Exportquote von rund 55 % des BIP (Waren und Dienstleistungen) ist
Österreich von diesen Entwicklungen überdurchschnittlich betroffen –
vor allem durch steigende Kosten, gedämpfte Nachfrage und zunehmende
Unsicherheit. Die konjunkturellen Rahmenbedingungen bleiben
entsprechend schwach: Führende Institute erwarten für 2026 lediglich
moderates Wachstum (IHS: +0,5 %, WIFO: +0,9 %) bei gleichzeitig
wieder anziehender Inflation (IHS: 2,9 %, WIFO: 2,7 %).

„Österreich bewegt sich weiterhin auf einem erhöhten
Insolvenzniveau. Die Kombination aus schwacher Konjunktur,
strukturellem Druck in der Industrie und externen Unsicherheiten hält
viele Unternehmen unter Spannung. Eine nachhaltige Entlastung wird
Zeit brauchen“, so Gudrun Meierschitz, Vorstand der ACREDIA Group.

Zwtl.: Worst Case: Wenn Energie zum Risikofaktor wird

Ein zentrales Risiko bleibt eine weitere Eskalation im Nahen
Osten – insbesondere bei einer länger anhaltenden Blockade der Straße
von Hormus. In diesem Fall würden sich die Auswirkungen deutlich
verstärken: Unterbrechungen in der globalen Öl- und Gasversorgung
sowie zusätzliche Engpässe bei wichtigen Rohstoffen wie Düngemitteln
oder Helium würden die Kosten weiter erhöhen und Lieferketten
zusätzlich belasten.

In Kombination mit steigender Inflation, sinkendem Vertrauen und
schwächerem Wachstum würde sich der Druck auf Unternehmen weiter
verschärfen – mit direkten Folgen für Liquidität und Stabilität. In
einem solchen Szenario könnten die weltweiten Unternehmensinsolvenzen
2026 um +10 % und 2027 um weitere +3 % steigen. Besonders betroffen
wären die USA und Westeuropa, wo tausende zusätzliche Insolvenzen zu
erwarten wären.

Zwtl.: Arbeitsmarkt unter Druck: Insolvenzen treffen weltweit
Beschäftigung

Mit dem erwarteten Anstieg der weltweiten Unternehmensinsolvenzen
um +6 % im Jahr 2026 wächst auch der Druck auf den Arbeitsmarkt
spürbar. Nach Einschätzung von Allianz Trade sind weltweit rund 2,2
Millionen Arbeitsplätze direkt gefährdet – etwa 94.000 mehr als im
Jahr zuvor.

Besonders betroffen sind das Bauwesen, der Einzelhandel und der
Dienstleistungssektor. Europa steht dabei im Zentrum der Entwicklung:
Rund 1,3 Millionen potenziell gefährdete Jobs entfallen auf den
Kontinent, davon etwa 960.000 in Westeuropa. Auch Nordamerika
erreicht mit rund 460.000 betroffenen Arbeitsplätzen ein Niveau, das
zuletzt vor mehr als einem Jahrzehnt zu beobachten war.

„Die steigenden Insolvenzzahlen schlagen direkt auf den
Arbeitsmarkt durch. Besonders betroffen sind arbeitsintensive
Branchen, in denen wirtschaftliche Schwankungen unmittelbar spürbar
werden. Insgesamt zeigt sich: Die Folgen reichen weit über einzelne
Unternehmen hinaus und betreffen die wirtschaftliche Stabilität
ganzer Regionen“, sagt Meierschitz.

Zwtl.: Was jetzt zählt: Risiken früh erkennen und aktiv steuern

Die aktuelle Entwicklung macht deutlich: Risiken entstehen nicht
punktuell, sondern entlang der gesamten wirtschaftlichen
Wertschöpfung. Für Unternehmen wird es daher entscheidend, frühzeitig
Transparenz zu schaffen und aktiv gegenzusteuern.
Nicht das Auftreten von Risiken ist ausschlaggebend, sondern der
Zeitpunkt und die Qualität der Reaktion. Wer früh handelt, sichert
sich Handlungsspielraum – wer zu spät reagiert, verliert ihn.

Die gesamte Studie finden Sie HIER