67 Milliarden Euro: Österreicher wollen Umweltkriterien bei öffentlichen Aufträgen

Wien, am 3.September (OTS) – Rund 67 Milliarden Euro Steuergeld gibt
die öffentliche Hand in
Österreich jährlich für Waren, Dienstleistungen und Bauprojekte aus.
Vom Betrieb eines Krankenhauses über Dienstautos bis zum Mittagessen
in Kindergärten und Kasernen. Eine aktuelle INTEGRAL-Umfrage unter
1.000 Personen im Auftrag der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000
und der Plattform Anders Handeln zeigt: Die Bevölkerung erwartet,
dass diese enorme Marktmacht auch für den Umwelt- und Klimaschutz
eingesetzt wird.

„Neun von zehn Menschen halten eine möglichst geringe
Umweltbelastung bei Herstellung, Nutzung und Entsorgung für sehr oder
eher wichtig bei öffentlichen Aufträgen. 77 Prozent sprechen sich
dafür aus, ökologische Kriterien verpflichtend zu prüfen und zu
berücksichtigen“, fasst Anna Leitner, Sprecherin für Ressourcen und
Lieferketten bei GLOBAL 2000, das Ergebnis zusammen. Ökologie ist den
Menschen nahezu gleich wichtig, wie soziale Standards und ein
ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis.

Zwtl.: Hitze, Dürre, Extremwetter: Vergabegesetz kann Klima schützen

Am 9. September will die Europäische Kommission ihren Vorschlag
für den neuen Public Procurement Act vorstellen, eine Reform der
Vergaberichtlinien. Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 fordert
von der Bundesregierung, dass Umwelt- und Klimaschutz zu einem
verpflichtenden Ausschreibungskriterium wird: „Dieser Sommer hat
gezeigt, warum wir nicht länger warten können. 41 Grad, Dürre,
Tropennächte, Waldbrände und ausgetrocknete Böden haben die
Klimakrise für alle spürbar gemacht. Österreich gibt jedes Jahr 67
Milliarden Euro für öffentliche Vergaben aus und diese enorme Summe
muss so eingesetzt werden, dass es unsere Umwelt nicht weiter
belastet“, erklärt Leitner.

Zwtl.: Klimakrise, Umweltkrise: Kreislaufwirtschaft ist Teil der
Lösung

Die Welt ist erschöpft, überhitzt und ausgebrannt und die Zeit
drängt: Der Welterschöpfungstag in Österreich war bereits Anfang
April. „Wir verbrauchen viermal so viele Rohstoffe, wie uns die Natur
zugesteht. Die Regierung muss diese Verschwendung wertvoller
Rohstoffe beenden. Mit echter Kreislaufwirtschaft und dem neuen
Vergabegesetz kann die EU und Österreich hier viel Boden gutmachen“,
ist Leitner überzeugt.

GLOBAL 2000 fordert von der Bundesregierung, sich für
verbindliche Umwelt- und Sozialstandards bei öffentlichen Vergaben
stark zu machen. „67 Milliarden Euro öffentliche Ausgaben sind ein
gewaltiger wirtschaftlicher Hebel. Diesen Hebel muss unsere
Bundesregierung für eine umwelt- und klimaverträgliche Zukunft
nutzen. Die Menschen erwarten das und die Politik sollte diesen
klaren Auftrag ernst nehmen“, sagt Alexandra Strickner,
Geschäftsführerin von GLOBAL 2000.

Facts

– Jährlich geben Bund, Länder, Gemeinden und Staatsbetriebe 67 Mrd.
Euro aus. Das entspricht etwa 15–18 % des österreichischen BIP

– EU-weit sind es rund 2 Billionen Euro, also 14 % der
Wirtschaftsleistung

– 90 % der Österreicher:innen finden eine möglichst geringe
Umweltbelastung bei öffentlichen Aufträgen wichtig

– 52 % halten geringe Umweltbelastung bei der Vergabe sogar für sehr
wichtig

– 77 % wollen, dass ökologische Kriterien bei öffentlichen Aufträgen
verpflichtend geprüft und berücksichtigt werden