3jähriger „Lukas“: Kinderschutz in der Kritik!

Wien (OTS) – Der Verein StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt lädt am
2. April 2026
um 09:30 Uhr zu einer Online-Pressekonferenz, die ein strukturelles
Problem im österreichischen Kinderschutzsystem in den Fokus rückt. Im
Zentrum steht die Frage, welche Folgen es hat, wenn wiederholte
Gefährdungsmeldungen und medizinische Hinweise nicht ausreichend
abgeklärt werden, gleichzeitig aber weitreichende gerichtliche
Entscheidungen über das Leben von Kindern getroffen werden.

Ausgangspunkt ist der aktueller Anlassfall “Lukas”: Ein
dreijähriges Kind wurde trotz mehrfacher Gefährdungsmeldungen und
vorliegender ärztlicher Befunde, die auf eine mögliche Gefährdung
durch den Vater hinweisen, aus dem mütterlichen Haushalt genommen und
dem Vater zugesprochen. Nach Einschätzung der beteiligten
Fachpersonen wurden zentrale Hinweise im Vorfeld nicht ausreichend
geprüft. Dennoch erfolgte eine gerichtliche Entscheidung mit
unmittelbaren und gravierenden Auswirkungen auf das Kindeswohl.

Offener Brief


more-1568

https://www.kleinezeitung.at/kaernten/voelkermarkt/klopeinersee/-
20695268/mutter-wird-obsorge-entzogen-obwohl-es-verdacht-auf-gewalt-
durch-den

Die Pressekonferenz beleuchtet insbesondere die Schnittstelle
zwischen medizinischer Expertise, Gefährdungsbeurteilung und
gerichtlicher Entscheidungsfindung. Im Fokus steht die Frage, wie
ärztliche Befunde in Verfahren gewichtet werden und welche
strukturellen Defizite dazu führen, dass medizinische Einschätzungen
nicht ausreichend berücksichtigt werden. Aber auch das Kindschafts-
und Namensänderungsgesetz (KindNamRÄG 2013) aus 2013 mit seinen
Auswirkungen auf Kinder und Mütter wird kritisch hinterfragt.

Als Expertinnen nehmen teil:

Ass.-Prof. Mag. Dr. Barbara Beclin , Universität Wien, Institut
für Zivilrecht mit Schwerpunkt Kinderschutz und Gewaltkontexte

Maria Stern, Founder und CEO des „THANKS DAY – World Day for
Single Parent Families & Friends“, sie vernetzt Alleinerziehende und
ihre NGOs weltweit.

Mag.a Maria Rösslhumer, Vorsitzende des Vereins StoP – Stadtteile
ohne Partnergewalt, Gewaltschutzexpertin

Kerstin Drechsler , diplomierte Gesundheits- und
Krankenpflegeperson, Forensic Nurse und Obfrau des Zentrums für
Familienrecht

Die Einbindung medizinischer Expertise ist ein zentraler Aspekt
der Veranstaltung. Angesprochen werden insbesondere die Rolle Kinder-
und jugendmedizinischer Befunde in Obsorgeverfahren sowie die
Verantwortung der beteiligten Institutionen bei der Bewertung von
Gefährdungslagen.

Die PK greift damit eine grundlegende Frage auf: Wie kann
sichergestellt werden, dass Gefährdungsmeldungen ernst genommen,
fachlich geprüft und in gerichtlichen Verfahren angemessen
berücksichtigt werden, bevor Entscheidungen mit potenziell
irreversiblen Folgen getroffen werden.

Details zur Pressekonferenz

Datum: 2. April 2026
Uhrzeit: 09:30 Uhr
Ort: ONLINE mit ZOOM LINK https://us06web.zoom.us/j/86709832953?pwd=
JnMBtzhPc9el4ufrcE7YNBFpeuq7Ee.1