Wien (OTS) – „Insgesamt 631 Postschlichtungsverfahren wurden bei der
Schlichtungsstelle 2025 eingebracht, das sind um 16 Prozent mehr als
im Jahr davor. Die mit 433 meisten Verfahren entfielen, wie in den
Vorjahren, auf die Österreichische Post. Negativer Spitzenreiter war
Hermes mit einem Anstieg von 250 Prozent auf insgesamt 109 Verfahren.
Auf DPD, GLS und UPS entfielen jeweils weniger als 30 Verfahren“,
gibt Dr. Klaus M. Steinmaurer, Geschäftsführer der RTR für den
Fachbereich Telekommunikation und Post, Zahlen aus dem aktuellen RTR-
Jahresbericht der Schlichtungsstellen bekannt. Auch in der
Schlichtung wirkt sich der Rückgang im Briefbereich aus: Der
überwiegende Anteil der Verfahren (477) ist der Kategorie „Paket“
zuzurechnen, 100 Verfahren der Kategorie „Brief“.
91 Prozent der Schlichtungsverfahren wurden innerhalb von 90
Tagen abgeschlossen. Zum dritten Mal in Folge verbesserte sich die
Einigungsquote bei der Österreichischen Post und lag für 2025 bei 74
Prozent, DPD hatte im Berichtsjahr als einziges Unternehmen eine
Einigungsquote von 100 Prozent.
Zustellprobleme: kein Besserung in Sicht
Das Portal für Postempfangsbeschwerden bietet Empfänger:innen von
Postsendungen die Möglichkeit, ihren Ärger bei Problemen mit einem
Postdiensteanbieter loszuwerden. „Wir wiederum können durch die
Meldungen, Problembereiche identifizieren und den
Postdiensteanbietern strukturiertes Feedback geben. Indirekt wird
damit oftmals die Situation auf der ‚Empfangsebene‘ verbessert. Im
Berichtsjahr verzeichneten wir 8.540 Postempfangsbeschwerden, um vier
Prozent mehr als im Vorjahr, da kann man schon einiges herauslesen“,
führt Steinmaurer aus. Die drei häufigsten Kritikpunkte waren, dass
nicht angeläutet wurde, dass die Postsendung direkt im Abholshop
landete und dass trotz Anwesenheit am Zustellort keine
Benachrichtigung erfolgte.
„Die rechtliche Position der Empfänger ist seit jeher höchst
unbefriedigend. Bei einer Novellierung des Postmarktgesetzes bringen
wir gerne unsere Expertise ein. Dass ein Bedarf ganz offensichtlich
vorhanden ist, unterstreicht die aktuelle Entwicklung: Wir haben seit
Jänner bereits mehr als 1.900 Postempfangsbeschwerden und 225
Schlichtungsanträge registriert“ , so Steinmaurer abschließend.
Der Jahresbericht der Schlichtungsstellen, der einen Überblick
zur Schlichtungstätigkeit in den Bereichen Medien, Post und
Telekommunikation gibt, ist auf der RTR Website unter
https://www.rtr.at/schlichtungsbericht-2025 abrufbar.
Über die RTR
Die „Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH“ (RTR) steht zu 100
Prozent im Eigentum des Bundes. Ihre Kernaufgaben sind die Förderung
des Wettbewerbs auf dem Telekommunikations-, Post- und Medienmarkt
sowie die Erreichung der im KommAustria- und Telekommunikationsgesetz
definierten Ziele. Sie wird von zwei Geschäftsführern geleitet und
ist in die beiden Fachbereiche „Telekommunikation und Post“ (Klaus M.
Steinmaurer) sowie „Medien“ (Wolfgang Struber) gegliedert. Als
Geschäftsstelle unterstützt sie die Telekom-Control-Kommission (TKK),
die Post-Control-Kommission (PCK) sowie die Kommunikationsbehörde
Austria (KommAustria). Weitere Informationen sind unter www.rtr.at
veröffentlicht.