Wien (OTS) – GRin Dr. Claudia Laschan (SPÖ) hob das Programm „Gesunde
Bezirke“ der
Wiener Gesundheitsförderung hervor. Das Programm hätte vor allem im
15. Bezirk eine große Wirkung gezeigt und sei nach und nach auf alle
Bezirke ausgeweitet worden. Rudolfsheim-Fünfhaus sei der
einkommensschwächste Bezirk der Stadt, und Armut gehe leider
statistisch mit schlechter Gesundheit zusammen. Mit dem Start vor
zehn Jahren sei ein Pflegewohnheim errichtet und alle „Gesundheits-
Player“ ins Boot geholt worden. Auch die Bevölkerung sei über die
offenen Bezirksgesundheits-Konferenzen eingebunden. Sie verwies auf
Angebote für Kinder wie das Programm Wasser-Schulen oder
Zahngesundheitsprojekte mit gezielter Karies-Prävention. Für ältere
Bezirksbewohner*innen seien Nordic Walking und Bewegungsangebote und
gegen Einsamkeit gestartet worden. Künftig werde die psychische
Gesundheit von Jung und Alt in den Vordergrund gerückt, erklärte
Laschan, ebenso Projekte rund um die Klimawandel-Anpassung und
Abkühlung. Weiters sprach Laschan die städtische Aufklärungskampagne
zu Gesundheitsrisiken bei Schönheitsoperationen an. Menschen ließen
sich zunehmend in jüngerem Alter operieren und suchten dabei auch
illegale Praxen auf. Laschan schloss sich zudem dem Lob ihrer
Vorrednerin GRin Hu für die Aufklärungskampagne zum Thema
Endometriose an, ebenso wie spezielle Gesundheitsprogramme für Frauen
in der Menopause. „Das Wiener Gesundheitssystem ist unendlich gut“,
schloss Laschan.
StRin Dr. Katarzyna Greco, MIEM (ÖVP) betonte die Bedeutung von
Sport auch für die Gesundheitsprävention: Jeder in Sport investierte
Euro spare im Schnitt vier Euro im Gesundheitssystem. Der
Sanierungsbedarf bei Wiener Sportstätten sei jedoch erheblich. Greco
forderte konkret die Rettung des Post-SV-Platzes in Hernals sowie
eine bessere Förderung von Sportarten jenseits des Fußballs. Auch
müsse der Sportförderbeitrag tatsächlich bei den Vereinen ankommen.
GR Theodor Felix Löcker (GRÜNE) schloss sich seinen
Vorrednerinnen an: Investitionen in Sport seien Investitionen in
Gesundheit und Prävention, Sport sei zudem ein wirksames Mittel der
Integration. Auch Löcker forderte den Erhalt des Post-SV-Platzes in
Hernals. Kritisch äußerte sich Löcker zu den langen Wartezeiten auf
Therapieplätze im Bereich psychischer Gesundheit. Das Thema
Einsamkeit sei seit der Pandemie verstärkt, auch hier könne Sport
helfen. Er verwies auf ein von ihm initiiertes Buddy-Programm für
gemeinsames Fitnesstraining. Eine Gleichstellung von Männern und
Frauen im Sport vermisse er hingegen nach wie vor. Auf ein weiteres
Problem machte Löcker anhand von Statistiken aufmerksam: Die Zahl
häuslicher Gewaltfälle steige nach Fußballspielen messbar an – darauf
müsse öffentlich hingewiesen werden.
GRin Lisa Frühmesser-Götschober (FPÖ) ortete steigende
Herausforderungen in der Gesundheitspolitik, insbesondere bei der
Kinder- und Jugendgesundheit. In der Kinder- und Jugendpsychiatrie
bestehe ein gravierendes Defizit zwischen Angebot und steigender
Nachfrage; auch der Rechnungshof weise auf diese Unterversorgung hin.
Kinder und Jugendliche müssten monatelang auf Termine warten und
würden mangels stationärer Plätze mitunter in der
Erwachsenenpsychiatrie untergebracht. Frühmesser-Götschober
kritisierte weiters geschlechterbezogene Unterschiede in der
medizinischen Behandlung: Krankheitssymptome träten bei Frauen anders
auf als bei Männern. Sie lobte die Fortschritte der Gendermedizin und
verwies auf die Plattform Endometriose; auch die psychische
Gesundheit von Frauen dürfe nicht übersehen werden. Scharf
verurteilte die Mandatarin die Praxis der weiblichen
Genitalverstümmelung (FGM), die Frauen auch in Wien erleiden müssten.
Sie brachte einen Antrag ein, der einen Ausbau von Präventions- und
Schutzmaßnahmen gegen FGM fordert.
GR Christian Deutsch (SPÖ) lobte das Wiener Gesundheitssystem als
eines, „auf das man sich verlassen kann“. Mehr als 90 Prozent der
Wienerinnen würden das System positiv beurteilen – ein deutlicher
Kontrast zur Kritik der Opposition. Als Beleg für die überregionale
Strahlkraft verwies Deutsch auf die hohe Zahl an Gastpatient*innen
aus anderen Bundesländern und unterstützte den Vorschlag von
Bürgermeister Michael Ludwig und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker für
eine einheitliche Finanzierung von Gesundheitsleistungen in der
Ostregion. Das sei gegenüber Wien, das Versorgungskosten anderer
Bundesländer mitträgt, nur fair – und würde zugleich das Stadtbudget
entlasten und die Einhaltung des Stabilitätspakts erleichtern.
Deutsch verwies weiters auf ein neues Ambulanz-Terminservice, das die
Wartezeiten in der ambulanten Versorgung verkürzt habe. Der
Personalbericht des Wiener Gesundheitsverbunds (WIGEV) zeige eine
geringe Fluktuation und einen Besetzungsgrad von über 95 Prozent. Die
Leistungsbilanz könne sich sehen lassen: Drei von fünf
Spitalsbehandlungen in Wien fänden im WIGEV statt, mehr als 5,2
Millionen ambulante Kontakte und 245.000 stationäre Patient*innen
würden versorgt. Tagsüber steuerten 90 Prozent, nachts rund 95
Prozent aller Rettungsfahrten städtische Spitäler an. Die
Gesundheitsversorgung sei damit der Eckstein der Daseinsvorsorge in
Wien, betonte Deutsch.
GR Johann Arsenovic (GRÜNE) sagte, Wien verfüge über 10 Millionen
Quadratmeter Sportflächen, mehr als fünf Innenstadtbezirke zusammen.
Viele müssten neu errichtet, saniert oder wieder in Schuss gebracht
werden, sagte Arsenovic. Eine Sportstadt brauche gut funktionierende
Vereine und gut ausgebaute Sportplätze. Er lobte das Sportstätten-
Sanierungsprogramm der Sportabteilung der Stadt Wien. Ein Highlight
sei die neue Sportarena in der Leopoldstadt. Diese Investitionen in
die Sportstätten würden mit dem neuen Budget zurückgefahren, was
schade sei. Jede neue Sportstätte würden Möglichkeiten für Junge
ermöglichen, sich zu bewegen; kurzum Sport bedeute Gesundheit und
Integration. Er forderte gezielte Investitionen und sprach sich gegen
Einsparungen beim Sport aus.
GR Harald Stark (FPÖ) betonte, dass Sportförderungen oft
einstimmig beschlossen würden – die Beträge seien aber sehr niedrig.
Im Behindertensport seien nur 44.000 Euro investiert worden, im
Gegensatz zu den Millionen für Festwochen oder Pride, kritisierte
Stark. Vor dem Hintergrund der tödlichen Badeunfälle am vergangenen
Wochenende forderte Stark den Ausbau von Schwimmkursen und dem
Schulschwimmen. Er lobte unter anderem die Sanierung des Stadionbads
und den Bau der neuen Sportarena in der Leopoldstadt und das neue
Sport-Club-Stadion – kritisierte aber bei letzterem die
Vertragsstrukturen rund um die Verpachtung an den Fußballklub. Auch
Stark kritisierte die Kürzungen bei der Sanierung der
Sportinfrastruktur und forderte ebenfalls den Erhalt des Post SV
Sportplatzes, der mit Hochhäusern verbaut werden solle, meinte Stark.
GRin Mag. Stefanie Vasold (SPÖ) sprach zum Thema Soziales. Wien
wende 4,2 Milliarden Euro für den Sozialbereich auf – eine soziale
Absicherung, die ihresgleichen suche. Budgetäre Rahmenbedingungen
spielten dabei selbstverständlich eine Rolle. Der FPÖ widersprach
Vasold in der Darstellung der Mindestsicherungsausgaben: Die
kolportierte Summe von über einer Milliarde Euro für Asylberechtigte
sei falsch – das sei die Gesamtsumme der Mindestsicherung. Den
Vorwurf, Wien sei ein „Sozialmagnet“ und ein „Paradies für
Sozialhilfe-Empfänger*innen“, wies sie als Populismus zurück, der von
Unkenntnis zeuge. Ziel sei es, Menschen durch Qualifizierung in den
Arbeitsmarkt zu bringen. Trotz schwieriger Budgetlage würden
entsprechende Angebote ausgebaut, etwa
Arbeitsmarktintegrationsprojekte, das Jugendcollege Wien und das
College 25+. Vasold lobte die Arbeit des Fonds Soziales Wien (FSW),
der mit einem Gesamtbudget von 2,9 Milliarden Euro im Jahr 2025 rund
133.500 Kund*innen betreut und umfassende Beratung zu Pflege und
Unterstützungsleistungen biete. Anerkennende Worte fand sie auch für
den Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen, die Wohnungslosenhilfe
Wien sowie den Psychosozialen Dienst der Stadt.
GRin Yvonne Rychly (SPÖ) verwies auf die Leistungen im
Sportbereich. Wien investiere in die Modernisierung der
Sportinfrastruktur, um attraktive und vor allem klimafitte
Begegnungsräume zu schaffen. Sie verwies auf die Eröffnung der neuen
Sportarena, ein Erfolg von Tag eins an, so Rychly. Das Ernst-Happel-
Stadion sei mit Photovoltaik am Dach zum Kraftwerk geworden.
Überschüssige Energie werde ans Stadionbad abgegeben. Sie erinnerte
auch an die Sanierung der Rundhalle in Favoriten, die jüngste in der
Reihe der Rundhallen-Sanierungen. Auch der Sport-Club-Stadion sei
modernisiert worden und nun eine neue Heimstätte für den Hernalser
Traditions-Club. Bei allen Projekten spiele auch nachhaltige Energie
eine Rolle, auch bei den Anlagen auf Sportplätzen wie
Flutlichtanlagen oder der neuen Kühlanlage im Hockey-Stadion in
Kagran. In Wien könne jeder Sport betreiben, ob am Sportplatz oder im
Schwimmbad oder in den an Vereine vermieteten Turnhallen in Wien.
Auch der Spitzensport hätte in Wien Platz, etwa mit dem ÖFB-Campus in
Aspern oder Events wie dem 3×3 Basketballturnier am Rathausplatz.
Amtsf. StR Peter Hacker (SPÖ) konterte seine Vorredner*innen von
der Opposition – insbesondere der Grünen und der FPÖ –, die der Stadt
Kürzungen im Sozialbereich und Mängel bei der Gesundheitsversorgung
vorwerfen hatten: Wien habe ein Erbe auf Bundesebene übernommen, das
unter dem Motto „Koste es, was es wolle“ und vorher schon durch den
„Schmäh der Patient*innen-Milliarde“ entstanden sei; die Rechnung
dafür werde noch immer bezahlt. Zum Thema der sozialen
Daseinsvorsorge verwies Hacker auf die Leistungsstärke des Fonds
Soziales Wien (FSW). 290.000 Anrufe beim Kund*innen-Telefon und
133.500 Kund*innen im Jahr 2025 belegten die zentrale Rolle der
Einrichtung. Er lobte die Weiterentwicklung der Dienstleistung und
die Einführung des neuen digitalen Kund*innenportals „mein.fsw.at“.
Trotz des Konsolidierungsdrucks habe der FSW gezielt investiert: in
95 zusätzliche Wohnplätze für Menschen mit Behinderung oder
psychischen Erkrankungen, in Housing First und mobil betreutes Wohnen
sowie in die Pflegeausbildung. Fachkräfte seien die Zukunft. Im
Bereich Pflege und Betreuung habe der FSW 2025 ein Plus von 2,9
Prozent gegenüber 2024 bei den Aufwendungen geschafft. Wien bringe
mittlerweile mehr als 30 Prozent aller nationalen Pflegeleistungen
auf. Das zeige, dass Wien eine Stadt sei, die niemanden zurücklässt,
sagte Hacker.
Zum Thema Mindestsicherung betonte Hacker, dass das von der Stadt
gemeinsam mit dem AMS geschaffenen Arbeitsmarktintegrationsprogramme
Jugendcollege und Jugendcollege 25+ in allen Bundes-Gremien über
Parteigrenzen hinweg als Musterbeispiel für Integrationsmaßnahmen
genannt worden seien; die Kritik der FPÖ daran könne er deshalb nicht
nachvollziehen. Soziale Sicherheit bedeute in Wien auch, dass die
Rettung blitzschnell kommt, wenn man anruft, sagte Hacker. Das sei
eine unglaubliche Leistung der städtischen Berufsrettung und
freiwilligen Rettungsorganisationen. Er lobte auch den Einsatz des
städtischen Gesundheitsdienstes, der „selbstverständlich“ die
Versorgung einer möglichen Ebola-Patientin aus Oberösterreich
übernommen hätte und mit dem Gesundheitsverbund eine ordentliche
Diagnostik zusammengebracht hätte.
Im Gesundheitsbereich verwies Hacker auf das neue Darmkrebs-
Screening-Programm, analog zum bereits etablierten Brustkrebs-
Screening. Ebenso verweis er auf den weiteren Ausbau der
Primärversorgungszentren sowie auf den Regionalen Strukturplan
Gesundheit (RSG) als Grundlage für das Gesundheitssystem der Zukunft.
Die Gesundheitshotline 1450 werde zu einer zentralen Drehscheibe
ausgebaut; künftig werde auch der Ärztefunkdienst in der Nacht und am
Wochenende über 1450 erreichbar sein. Die Gastpatient*innen-Debatte
gebe es laut Hacker vor allem deshalb, weil die Qualität der
Gesundheitsversorgung in Wien seinesgleichen suche und deshalb auch
von Patient*innen von außerhalb in Anspruch genommen werde. Das
Personal der Wiener Spitäler genieße einen ausgezeichneten Ruf, und
auch die Wiener Spitalslandschaft werde im Sinne einer noch höheren
Qualität komplett umgekrempelt. Hacker verwies auf das seit 2022
laufende Rahmenbauprogramm, in das bereits 1,7 Milliarden Euro
Investitionen geflossen seien; gesteuert vom völlig neu aufgestellten
Baumanagement des WIGEV. Ergänzt werde der Ausbau der Häuser durch
den steten Ausbau des Personals und der Qualifikationen der
städtischen Spitals-Mitarbeiter*innen. Die Ausbildung stehe in Wien
im Mittelpunkt: Mit 5.800 Ausbildungsplätzen quer über alle
Gesundheitsberufe sei der WIGEV der größte Ausbildner Österreichs.
Abschließend verwies Hacker auf die Investitionen im
Sportbereich. Der ÖFB-Campus in der Seestadt und die neue Sportarena
in der Leopoldstadt hätten sich rasch als erfolgreiche
Veranstaltungsorte etabliert. Das modernisierte Sport-Club-Stadion in
Hernals verzeichne ebenfalls starken Zuspruch. Neben
Großveranstaltungen seien auch Millionen-Investitionen in
Breitensportanlagen geflossen, damit alle Wiener*innen zugängliche
Sportinfrastruktur vorfinden. (Forts.) ato