Wien (OTS) – Anlässlich des 150. Geburtstags von Franz Siegel
würdigen die SPÖ-
Bundesbildungsorganisation und der neu aufgestellte Franz-Siegel-
Verein das Leben und Wirken eines jener Männer, die den Grundstein
für das Rote Wien des 20. Jahrhunderts legten. „Franz Siegel
verbindet gewerkschaftliche Organisation, politische Verantwortung
und gesellschaftliche Vision. Sein Lebensweg zeigt, dass sozialer
Aufstieg, demokratische Mitbestimmung und öffentliche Verantwortung
zusammengehören. Für die politische Bildungsarbeit, für die
Geschichte des Wohnbaus in Wien als auch für soziale Innovation
bleibt er daher eine wichtige historische Orientierung“, so Gerhard
Schmid, Bundesbildungsvorsitzender der SPÖ. ****
Franz Siegel, geboren am 15. Juni 1876 in Perchtoldsdorf, stammte
aus einfachen Verhältnissen, wurde Maurer, Gewerkschafter und
schließlich amtsführender Stadtrat in Wien. Als Organisator der
Bauarbeiterbewegung und Wegbereiter des kommunalen Wohnbaus prägte er
die Entwicklung des Roten Wien als „1. Wohnbaustadtrat“ entscheidend
mit. Erst vor wenigen Wochen wurde mit einer Generalversammlung im
Palais Niederösterreich der Franz-Siegel-Verein in Zusammenarbeit mit
der SPÖ-Bundesbildungsorganisation neu aufgestellt. Der Verein
versteht sich als Bewahrer und Vermittler jener sozialdemokratischen
Tradition, für die Franz Siegel wie kaum ein anderer steht: soziale
Gerechtigkeit, leistbares Wohnen und gesellschaftlicher Fortschritt.
„Franz Siegel steht für eine Generation von Sozialdemokratinnen
und Sozialdemokraten, die Politik nicht als Selbstzweck verstanden
haben, sondern als Auftrag, das Leben der Menschen konkret zu
verbessern. Die Wohnbaupolitik des Roten Wien wäre ohne
Persönlichkeiten wie Franz Siegel nicht denkbar gewesen“, betont Elke
Hanel-Torsch, Wohnbau-Stadträtin der Stadt Wien. „Gerade heute, wo
leistbares Wohnen wieder eine der zentralen sozialen Fragen unserer
Zeit ist, lohnt sich der Blick auf jene Menschen, die gezeigt haben,
dass politische Gestaltung gesellschaftliche Probleme lösen kann.“
Für Wolfgang Markytan, Bundesbildungsgeschäftsführer der SPÖ und
ehemaliger Vorsitzender des Franz-Siegel-Vereins, ist die Erinnerung
an Siegel zugleich ein Auftrag für die Gegenwart: „Franz Siegel
gehört zu jenen Persönlichkeiten, deren Namen heute weniger bekannt
sind als ihre Leistungen. Doch die Gemeindebauten, die soziale
Infrastruktur und die Idee einer Stadt für alle Menschen tragen bis
heute seine Handschrift. Wenn wir über das Rote Wien sprechen, müssen
wir auch über jene sprechen, die dessen Fundament geschaffen haben.
Die Wiederbelebung des Franz-Siegel-Vereins soll dazu beitragen,
dieses historische Erbe sichtbar zu machen und für kommende
Generationen zu bewahren.“
Die beiden Vorsitzenden des neu gewählten Franz-Siegel-Vereins,
Sonja Müller-Gollner und Gabriele Strasser, sehen in der
Vereinsarbeit eine wichtige Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart.
„Franz Siegel hat gezeigt, dass gesellschaftlicher Fortschritt nicht
vom Himmel fällt, sondern das Ergebnis von Organisation, Solidarität
und politischem Mut ist. Dieses Erbe wollen wir bewahren und
weitertragen“, erklärt Sonja Müller-Gollner. Und auch Gabriele
Strasser ergänzt: „Die Geschichte des Roten Wien ist keine
abgeschlossene Vergangenheit. Sie lebt in den Gemeindebauten, in den
sozialen Einrichtungen und in den demokratischen Errungenschaften
weiter. Der Franz-Siegel-Verein wird dazu beitragen, diese Geschichte
sichtbar zu machen und ihre Bedeutung für die Gegenwart zu
vermitteln.“
Der Neustart des Franz-Siegel-Vereins erfolgte am 18. Mai 2026
unter dem programmatischen Titel „Wenn wir einst nicht mehr sind,
werden diese Steine für uns sprechen“. Damit knüpft der Verein
bewusst an die Tradition des Roten Wien und an jene Generation von
Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten an, die durch ihren Einsatz
die Grundlagen des modernen sozialen Wiens geschaffen haben. (Schluss
) ls