100 Jahre Mutter-Eltern-Beratung in Niederösterreich

St. Pölten (OTS) – Die Mutter-Eltern-Beratung ist ein wichtiger
Partner für Mütter,
Väter und ihre Kinder. Was vor 100 Jahren in Niederösterreich als
einfache Anlaufstelle für junge Mütter begann, hat sich über ein
ganzes Jahrhundert zu einem unverzichtbaren Netzwerk für
Familiengesundheit und frühkindliche Förderung entwickelt. Im Rahmen
eines Pressegesprächs informierten Gesundheitslandesrätin Eva Prischl
und die NÖ Sanitätsdirektorin Dr. Regina Klenk heute, Montag, dazu.

„Die Geburt eines Kindes bedeutet viel Freude“, sprach
Gesundheitslandesrätin Eva Prischl vom ersten Lächeln und vielen
schönen Erlebnissen, betonte gleichzeitig aber auch, dass viele
Eltern auch verunsichert seien und hier biete die Mutter-Eltern-
Beratung Müttern, Vätern und ihren Kindern immer ein offenes Ohr.

Was im Jahr 1925 als einfache Anlaufstelle der Jugendämter für
Mütter begann, hat sich über ein Jahrhundert hinweg zu einem
unverzichtbaren Netzwerk für Familiengesundheit und frühkindliche
Förderung entwickelt. „Die ersten Stellen sind an Standorten mit
einem Bezirksgericht, wie etwa in Krems, Retz, Baden oder Eggenburg,
errichtet worden“, informierte Prischl, dass heute landesweit an die
300 Beratungsstellen zur Verfügung stehen und ein breites Spektrum an
Leistungen geboten werde. Dieses reiche von persönlichen
Beratungsgesprächen über präventive Gesundheitschecks bis hin zu
speziellen Programmen für die frühkindliche Entwicklung, so die
Landesrätin. Die Mutter-Eltern-Beratung beschäftige sich mit den
Themen Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit, Pflege, Impfen, Ernährung
und Erziehung, aber auch Tabak- und Alkoholkonsum, wies Prischl
darauf hin, dass Frauen nicht nur während der Schwangerschaft,
sondern auch in der Stillzeit auf Tabak- und Alkoholprodukte
verzichten sollten.

Die Arbeit in den Mutter-Eltern-Beratungsstellen basiere auf
Vertrauen und dem Wunsch, „Kindern einen bestmöglichen Start ins
Leben zu geben“, betonte die Landesrätin, dass die Mutter-Eltern-
Beratung ständig weiterentwickelt werde, um den Bedürfnissen der
Familien gerecht zu werden. „Das ist auch in Zukunft unser Anspruch“,
so Prischl.

Aufgrund ihrer großen Aktualität wies Prischl auf zwei Themen der
Kindergesundheit ganz besonders hin: Alarmierend sei zuletzt der
Anstieg der auffälligen Sehbefunde um 14 Prozent gewesen.
„Smartphone, Tablet und PC fördern die Sehschwächen. Je jünger, desto
weniger Nutzung ist ratsam. Bei Kleinkindern sollte generell darauf
verzichtet werden“, so die Landesrätin. Weiter aufklären müsse man
auch beim Thema Impfen. Nach wie vor habe man das Impfniveau vor der
Pandemie noch nicht erreicht. Deshalb sei es wichtig, weiterhin auf
die Notwendigkeit eines ausreichenden Impfschutzes hinzuweisen.
„Säuglinge und Kleinkinder sind gegenüber Infektionskrankheiten
besonders gefährdet, weil sie ungeschützt sind und noch keine
Immunität aufgebaut haben. Das zeitgerechte Impfen ist für einen
umfassenden Schutz entscheidend“, meinte Prischl.

„Das heurige Jubiläumsjahr ist nicht nur Anlass zum Feiern,
sondern auch, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die diese
Erfolgsgeschichte möglich gemacht haben, ‚Danke‘ zu sagen“, bedankte
sich die Landesrätin bei den Gemeinden und der NÖ Sanitätsdirektorin
Dr. Regina Klenk. „Das Angebot der Mutter-Eltern-Beratung ist
niederschwellig, wohnortnahe und kostenlos“, bedankte sich Prischl
auch bei allen Partnern sowie Müttern und Vätern, die das Angebot
nutzen.

NÖ Sanitätsdirektorin Dr. Regina Klenk sagte, die Mutter-Eltern-
Beratung sei ihr ein „Herzensprojekt seit vielen Jahren“. Ein
Jahrhundert gebe es nun diese Einrichtung, die unermüdlich den Start
der Kinder ins Leben unterstütze. Als Mutter wisse sie selbst, dass
nach der Geburt vieles schwierig sei, umso wichtiger sei es, dass es
niederschwellige kostenlose Angebote gebe. Teams aus Kinderärzten,
Allgemeinmedizinern, Hebammen und Kinderkrankenschwestern würden in
der Mutter-Eltern-Beratung Hilfestellungen anbieten. Jährlich würden
ca. 22.000 Untersuchungen vorgenommen werden, in einigen Fällen
würden Eltern mit ihrem Kind weiter zum Spezialisten geschickt
werden. Krankheiten, die früher gefürchtet gewesen seien, seien es
heute nicht mehr.

Auch in Zeiten von Fehlinformationen sei die Mutter-Eltern-
Beratung eine wichtige Anlaufstelle, so werde etwa umfassend über
Impfpläne, Kosten und Nutzen informiert. Die NÖ Sanitätsdirektorin
hob insbesondere die Wichtigkeit der RSV-Impfung und gegen
Keuchhusten (Pertussis) hervor.

Die Entwicklung eines Kindes laufe individuell ab“, betonte
Klenk, dass die optimale Entwicklung des Kindes im Mittelpunkt stehe.
Außerdem hob sie auch die soziale Komponente der Mutter-Eltern-
Beratung hervor, so sei diese eine „Plattform für den Austausch der
Mütter“, wo sich diese gegenseitig vernetzen und stärken könnten. Das
Modell habe sich immer wieder den neuen Herausforderungen angepasst
und werde es auch in Zukunft, um auch den nächsten Generationen ein
gesundes Aufwachsen zu ermöglichen.

Nähere Informationen: Büro LR Prischl, Pressesprecher Mag. Dr.
Anton Heinzl, Pressesprecher, Telefon 02742/9005-12576, Mobil
0676/4073709 sowie 0676/81212576, E-Mail [email protected]