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Podiumsdiskussion zur Zukunft der Lehre

Wien (PK) – Jugendvertrauensrätinnen und Jugendvertrauensräte der
Österreichischen Gewerkschaftsjugend tauschten sich heute im
Parlament in einer Gesprächsrunde mit Nationalratsabgeordneten aus.
Im Fokus standen Herausforderungen und Lösungsvorschläge für die
Lehre.

Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures, unter deren
Schirmherrschaft der Austausch stand, betonte in einer Videobotschaft
die Verantwortung, die Jugendvertrauensrätinnen und
Jugendvertrauensräte übernehmen. Es dürfe keinen Zweifel daran geben,
dass die Interessen junger Menschen in den Betrieben vertreten
werden. Jugendvertrauensrätinnen und Jugendvertrauensräte würden
jeden Tag zeigen, was gelebte Mitbestimmung und Demokratie bedeutet.
Sie bezeichnete die Jugendvertrauensrätinnen und Jugendvertrauensräte
als die „Zukunft der Sozialpartnerschaft“.

Abgeordnete am Podium über Herausforderungen bei
Ausbildungsbetrieben

In einer Podiumsdiskussion sprachen die Nationalratsabgeordneten
Manuel Pfeiffer (FPÖ), Roland Baumann (SPÖ), Sophie Wotschke (NEOS),
Markus Koza (Grüne) und Josef Muchitsch (SPÖ, Vorsitzender der
Gewerkschaft Bau-Holz) über Herausforderungen für Lehrlinge und
mögliche Maßnahmen zur Aufwertung der Lehre.

Manuel Pfeiffer (FPÖ) führte an, dass die Lehre nicht nur
Lehrlinge, sondern auch Ausbildungsbetriebe brauche. Der Rückgang in
den vergangenen Jahren sei hier enorm. Dem pflichtete Josef Muchitsch
(SPÖ) bei. Wenn Betriebe junge Menschen ausbilden würden, müssten sie
später nicht über den Fachkräftemangel jammern, sagte er. Auch für
Markus Koza (Grüne) ist es wichtig, dass Unternehmen die
Lehrlingsausbildung nicht als Belastung sehen, sondern als Chance. Er
halte einen Lehrlingsfonds für sinnvoll, in den alle Unternehmen
einzahlen und von dem jene profitieren, die Lehrlinge ausbilden. Auch
Lehrverbünde, in denen mehrere kleine Betriebe gemeinsam Lehrlinge
ausbilden, könne er sich vorstellen. Sophie Wotschke (NEOS) will die
Wirtschaftskammer hier stärker in die Pflicht nehmen. Es sollte keine
höhere Steuer- und Abgabenlast für Unternehmen geben, betonte sie.
Roland Baumann (SPÖ) sprach sich für gute Arbeitsbedingungen für
Lehrlinge aus.

Auch die überbetriebliche Lehre war Thema im Gespräch. Markus
Koza (Grüne) und Roland Baumann (SPÖ) waren der Ansicht, dass sich
alle Unternehmen solidarisch an der Berufsausbildung beteiligen
müssen. Wenn überbetriebliche Lehrausbildungsstellen einspringen
müssen, weil es in den Betrieben zu wenig Plätze gibt, müssten die
Unternehmen das mitfinanzieren, so Koza. Josef Muchitsch (SPÖ)

sprach sich für eine Aufwertung auch beim Einkommen aus.

Bildung, Viertagewoche und KI weitere Themen des Gesprächs

Zur Aufwertung der Lehre schlugen die Abgeordneten auch Maßnahmen
im Bildungsbereich vor. Sophie Wotschke (NEOS) etwa schwebt eine
duale Oberstufe vor. Man müsse die Möglichkeit der Lehre mit Matura
stärken, sagte sie. Außerdem sollten die Lehrlinge die Kosten für
Prüfungen und Kursvorbereitungen nicht mehr selbst tragen müssen, so
Wotschke. Roland Baumann (SPÖ) fand es wichtig, dass Personen, die
sich mit 15 Jahren für eine Lehre entscheiden, sich nicht auf eine
Einbahnstraße begeben. Weiterbildung und auch eine spätere
Umorientierung müssten ermöglicht werden. Markus Koza (Grüne) sprach
sich dafür aus, dass das Bildungssystem durchlässiger wird.

Flexibilität will auch Manuel Pfeifer (FPÖ) forcieren. Seiner
Meinung nach soll durch eine flexiblere Arbeitszeit eine
Viertagewoche auch für Lehrlinge unter 18 Jahren ermöglicht werden.
Diese solle freiwillig sein, betonte er. Sophie Wotschke (NEOS) fand
es positiv, eine Viertagewoche für Lehrlinge in jenen Branchen zu
ermöglichen, wo es geht. Man dürfe dafür aber nicht den Schutz für
Lehrlinge unter 18 Jahren abbauen. Das sah auch Roland Baumann (SPÖ)
so. Josef Muchitsch (SPÖ) sprach sich in diesem Zusammenhang für eine
Lösung über die Kollektivverträge aus. Markus Koza (Grüne)
bezeichnete eine Viertagewoche als attraktiv, wenn damit auch eine
Arbeitszeitverkürzung einhergeht.

Als Chance für den Lehrberuf und dessen gesellschaftliche
Stellung sah Sophie Wotschke (NEOS) die künstliche Intelligenz (KI).
Denn diese Art der Ausbildung und die handwerklichen Fähigkeiten der
Lehrlinge seien durch KI nicht zu ersetzen. Auch Josef Muchitsch (SPÖ
) sah hier eine Chance für das Image der Lehre. (Schluss) kar

HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung sowie eine Nachschau auf
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