Wien (OTS) – Christoph Feurstein präsentiert in „Thema“ am Montag,
dem 2. November
2026, um 21.10 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON folgende Beiträge:
Trump als Auswanderungsgrund – US-Amerikaner ziehen nach
Österreich
„Unter Donald Trump wollte ich nicht länger in meiner Heimat
leben“, sagt Fred Kameny. Der 70-jährige US-Amerikaner ist heuer nach
Graz gezogen. Auch 25 Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus den
USA sind nach Österreich gekommen. Eine von ihnen ist die Germanistin
Maryann Piel. „In den USA hätte ich als Wissenschafterin keine
Zukunft gehabt“, sagt sie. Denn Trump hat die Fördermittel für
Universitäten massiv gekürzt. Was erhofft sie sich von ihrem neuen
Leben in Österreich? Und wie groß muss die Unzufriedenheit in der
eigenen Heimat sein, um einen Neuanfang auf einem anderen Kontinent
zu wagen? Laura Mlakar und Savanka Schwarz haben nachgefragt.
Unsichtbar alkoholkrank – immer mehr Frauen betroffen
„Ich habe zu meinem Spiegelbild gesagt, jetzt bist Du wie der
Papa: alkoholkrank. Das war der Moment, als ich beschlossen habe, mir
Hilfe zu holen“, sagt Frieda. Ihren richtigen Namen will sie nicht
nennen. Sie ist seit Jahren trocken, doch die Alkoholkrankheit wird
sie ein Leben lang nicht mehr loslassen. Etwa 340.000 Menschen in
Österreich gelten als alkoholabhängig. Unter ihnen sind immer mehr
Frauen. Viele von ihnen trinken heimlich. Wie kann man den Weg zurück
in ein Leben ohne Alkohol finden und die Scham hinter sich lassen?
Flora Neubert und Andrea Poschmaier berichten.
Friedhofskultur im Wandel – braucht es einen Ort zum Trauern?
„Mittlerweile werden in Kärnten fast 80 Prozent der Verstorbenen
eingeäschert“, sagt Ingo Sternig von der Bestattung Kärnten. Am
Klagenfurter Friedhof Annabichl, wo sich früher ein Grab ans andere
gereiht hat, entstehen durch aufgelassene Grabstätten immer mehr
freie Flächen. Viele Menschen können oder wollen sich die teure
Grabpflege nicht mehr leisten. Laut Ingo Sternig werden die
Bestattungswünsche immer individueller. Wie bei dem Mann von Gertrude
Mayer, der vor fünf Jahren an Krebs verstorben ist. Weil er
leidenschaftlicher Segler war, wurde seine Asche in die Donau
gestreut. „Ich finde die Vorstellung schön, dass er jetzt im Meer
seine Ruhe findet“, sagt die Witwe. Eine Reportage von Eva Kordesch
und Laura Mlakar.
Das Erbe der Flucht – jüdische Familien blicken zurück
„Meine Mutter hatte eine Kindheit wie viele andere Mädchen in
Wien. Sie hat Ballett getanzt und im Park gespielt. Doch dann hat
sich alles verändert“, sagt Beatrice Segal. Im Novemberpogrom vor 88
Jahren wurden jüdische Geschäfte geplündert, Synagogen brannten und
Menschen wurden systematisch verfolgt. Ihre Mutter Lore Segal musste
als jüdisches Kind aus Wien fliehen. Als Zehnjährige reiste sie
allein mit dem ersten Kindertransport nach England und später in die
USA. Die Auswirkungen von damals prägen Familien bis heute. Savanka
Schwarz hat Beatrice und ihren Bruder Jacob Segal in ihrer Heimat in
New York getroffen und bei einem Wienbesuch begleitet.