Wien (OTS) – Von Jänner bis August hat die Statistik Austria 117,89
Millionen
Nächtigungen gezählt, ein Plus von 1,5 Prozent. Von Mai bis Juli gab
es sogar so viele Nächtigungen wie noch nie seit Beginn der
Aufzeichnungen. Gleichzeitig hat der KSV1870 in den ersten drei
Quartalen 640 Insolvenzen in der Gastronomie und Beherbergung
gezählt, acht Prozent mehr als im Vorjahr. Über alle Branchen hinweg
stieg die Zahl der Insolvenzen hingegen nur um 0,6 Prozent.
„Das ist das wahre Bild des Tourismusjahres 2026. Die Gäste
kommen, aber sie lassen immer weniger Geld da. Die Betten sind voll,
am Wirtshaustisch wird aber gespart. Laut einer Umfrage der
Wirtschaftskammer merkt mehr als die Hälfte der Betriebe, dass die
Gäste weniger konsumieren. Auch in der Hotellerie bleibt trotz mehr
Nächtigungen weniger übrig, denn mehr als jeder vierte Hotelbetrieb
hat heuer weniger verdient als im Vorjahr. Am Ende gehen jeden Tag
mehr als zwei Gast- und Hotelbetriebe pleite. Und es trifft vor allem
die Kleinen. Von 2019 bis 2025 ist rund jeder achte Betrieb im Ein-
bis Drei-Sterne-Bereich verschwunden. Das sind die Familienbetriebe,
die Dorfwirte und die Pensionen. Wenn diese zusperren, fehlt im Ort
nicht nur ein Gasthaus. Es fehlen der soziale Treffpunkt, der
Lehrplatz und der Arbeitgeber“, erklärte heute FPÖ-KMU-Sprecher NAbg.
Michael Fürtbauer.
Die Ursachen benennt der KSV1870 selbst: Hohe Betriebskosten und
fehlendes Personal gelten als wesentliche Belastungen. Viele Betriebe
verkürzen deshalb ihre Öffnungszeiten und können dadurch kaum noch
genug Umsatz erwirtschaften. Gleichzeitig verfügen zahlreiche
Unternehmen über wenig Eigenkapital, ihre finanziellen Reserven sind
knapp oder bereits aufgebraucht.
„Da beißt sich die Katze in den Schwanz: Kein Personal, also
kürzer offen. Kürzer offen, also weniger Umsatz. Weniger Umsatz und
kein finanzieller Polster mehr. Und dann reicht eine schwache Saison
und der Wirt sperrt zu. Mit NEOS-Schellhorn sitzt ausgerechnet ein
Gastronom als Entbürokratisierungsstaatssekretär in dieser schwarz-
rot-pinken Regierung. Wenn einer weiß, wie ein Wirt nach der
Sperrstunde noch Arbeitszeitlisten ausfüllt, dann Schellhorn.
Trotzdem musste er Ende August selbst zugeben, dass im SPÖ-geführten
Sozialministerium bei der Arbeitszeitaufzeichnung ‚noch nichts
passiert‘ ist. Statt zu liefern, appelliert er jetzt per
Presseaussendung an die sogenannte Reformpartnerschaft seiner eigenen
Regierung, die Bürger nicht zu enttäuschen“, so Fürtbauer.
„Herr Staatssekretär, für 640 Betriebe kommt jeder Appell zu
spät. Unsere Wirte brauchen keine Appelle, keine Allianzen und keine
Strategiepapiere mehr. Sie brauchen weniger Aufzeichnungspflichten,
eine niedrigere Einkommensteuer, niedrigere Lohnnebenkosten sowie
Energiepreise, die sich ein normales Gasthaus leisten kann. Wer
zahlt, schafft an und die Wirte und Hoteliers zahlen jeden Tag
Steuern, Abgaben und Löhne. Es wird Zeit, dass ÖVP, SPÖ und NEOS
ihnen zuhören, statt sie zu kontrollieren“, betonte Fürtbauer.