Wien (OTS) – Die umfangreichen Foto- und Autografen-Sammlungen der
gemeinnützigen
Klimt-Foundation wurden kürzlich durch eine großzügige private
Schenkung erweitert. Die bisher unbekannten Werkfotografien für
Ausstattungsaufträge sowie ein von Gustav Klimt verfasster Autograf
stehen in Zusammenhang mit Klimts Frühwerk und der »Künstler-
Compagnie«. Detaillierte Forschungsergebnisse werden beim nächsten 3.
Internationalen Gustav Klimt-Symposium im Herbst 2027 präsentiert.
»Schenkungen aus Privatbesitz sind selten und immer ein
besonderer wissenschaftlicher Glücksfall. Sie erfüllen uns mit großer
Dankbarkeit und Bestätigung für unser gemeinnütziges Wirken und
Vermitteln im interdisziplinären Feld der Klimt-Forschung.«
Sandra Tretter & Peter Weinhäupl
Direktorium Klimt-Foundation
Zwtl.: Staatsaufträge und Theaterausstattung: Stadttheater
Reichenberg & Kunsthistorisches Museum Wien
Erstellt von unterschiedlichen Fotografen zwischen 1883 und 1891
zeigen die Aufnahmen Werke von Gustav und Ernst Klimt sowie von Franz
Matsch. Die drei Künstler formierten in dieser Zeit als sogenannte
»Künstler-Compagnie« und wurden ab 1882/83 mit prestigeträchtigen
Aufträgen als Ausstattungsmaler in den Kronländern bekannt, u.a. für
das Stadttheater in Reichenberg und das Kunsthistorische Museum in
Wien. Das geschenkte Fotokonvolut enthält Reproduktionen dieser
Auftragsmalereien, aufgenommen vom renommierten k. k. Hof-
Photographen Josef Löwy. Drei Werkfotografien für Reichenberg
entstanden möglicherweise für kurze Ausstellungen im Zuge einer
Präsentation im »k. k. Österreichischen Museum für Kunst und
Industrie« (heute: MAK), weitere Fotografien zeigen Ernst Klimts
Interkolumnien- und Zwickelbilder für das Kunsthistorische Museum.
Zwtl.: Private Aufträge für den Adel: Schloss Peles & Schloss
Esterházy
Die Schenkung beinhaltet zudem fotografische Aufnahmen für zwei
weniger bekannte Ausstattungsaufträge für Schloss Peles und Schloss
Esterházy. Die Reproduktionen von Gustav Klimts »Ahnenbildern« für
Schloss Peles entstanden vermutlich im Jahr 1883, ebenso eine
Aufnahme von Gustav Klimts Allegorie der Musik . Letztere stammt
vermutlich von Michael Frankenstein und wurde leider von unbekannter
Hand in drei Teile zerschnitten. Eine weitere um 1892 entstandene
Fotografie zeigt den Theatersaal im Schloss Esterházy in Totis mit
handschriftlichen Anweisungen Klimts zur Erstellung einer neuen
Aufnahme des Theaterraumes, die schließlich als Vorlage für sein 1893
entstandenes Werk Zuschauerraum des Theaters im Schloss Esterházy in
Totis diente.
Alle Archivalien stellen sowohl aufgrund der teilweisen
Zerstörung der ausgeführten Ausstattungsaufträge als auch durch die
überlieferte Dokumentation der Arbeitsprozesse wertvolle Quellen für
die Klimt-Forschung dar.
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