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Handelsdefizit reduziert: Österreichs Agrarexporte behaupten sich

Wien (OTS) – Die vorläufigen Daten der Statistik Austria zum
österreichischen
Agraraußenhandel (Zollkapitel 1–24) zeigen eine leichte Verbesserung
der Handelsbilanz. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Wert der
Agrarexporte leicht auf 8,73 Milliarden Euro (+1 Prozent).
Gleichzeitig gingen die Importe zurück, wodurch sich das
Agraraußenhandelsdefizit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp
394 Millionen Euroverringerte. Die Exportmenge blieb mit rund 5,17
Millionen Tonnen nahezu unverändert und lag sogar leicht über der
Importmenge (Chart 1). Besonders positiv entwickelten sich die
Ausfuhren von Rindfleisch, Geflügel, fermentierter Milch, Käse sowie
Äpfeln.

„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich Österreichs Agrar- und
Lebensmittelwirtschaft auch in einem herausfordernden Umfeld auf
internationalen Märkten gut behauptet. Besonders erfreulich sind die
steigenden Exportmengen bei Fleisch, Milchprodukten sowie Obst und
Gemüse. Gleichzeitig sehen wir, dass unsere Lebensmittel nicht nur in
Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern gefragt
sind. Darin liegen wichtige Chancen für unsere Betriebe. Entscheidend
ist, die hohe Qualität, die nachvollziehbare Herkunft und die
Leistungen unserer Bäuerinnen und Bauern auch über die Landesgrenzen
hinaus sichtbar zu machen und damit langfristig neue
Absatzmöglichkeiten zu schaffen“, betont Christina Mutenthaler-Sipek,
Geschäftsführerin der AMA-Marketing .

Italien, Niederlande und Tschechien gewinnen als Exportmärkte an
Bedeutung
Die Europäische Union ist weiterhin der zentrale Markt für
Österreichs Agrarwirtschaft. Im ersten Halbjahr 2026 gingen mehr als
80 Prozent aller Agrarexporte in die Europäische Union. Deutschland
lag mit 3,35 Milliarden Euro und einem Anteil von 38,4 Prozent klar
an erster Stelle (Chart 2 & 3).

Auf Platz zwei der wichtigsten Abnehmerländer folgt Italien mit
rund 931 Millionen Euro. Dahinter reihen sich Ungarn, die
Niederlande, die Schweiz und Tschechien ein. Während die Ausfuhren
nach Deutschland nahezu unverändert blieben (-0,5 Prozent), konnten
andere europäische Märkte zulegen. Italien verzeichnete ein Plus von
4,3 Prozent, die Niederlande von 6 Prozent und Tschechien von 9,9
Prozent (Chart 4).

Die AMA-Marketing unterstützt mit gezielten
Exportmarketingmaßnahmen die Positionierung regionaler Produkte auf
internationalen Märkten. Unter der Dachmarke „Land der Berge“ stehen
die Qualität und Besonderheiten dieser Produkte im Mittelpunkt. Zu
den Aktivitäten rund um die Marke zählen unter anderem
Kommunikationskampagnen, Handelskooperationen und internationale
Messeauftritte.

Deutschland bleibt wichtigstes Exportland
Auch die Agraraußenhandelsbilanz mit Deutschland fällt positiv aus.
Im ersten Halbjahr 2026 lieferte Österreich Agrarprodukte im Wert von
3,35 Milliarden Euro in das Nachbarland. Gleichzeitig sanken die
Einfuhren aus Deutschland um 4 Prozent auf 3,07 Milliarden Euro.
Daraus ergibt sich ein Handelsüberschuss von 283 Millionen Euro –
deutlich mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (Chart 5).

„Beim Export nach Deutschland profitieren wir von der
geografischen Nähe, der gemeinsamen Sprache und ähnlichen
Konsumgewohnheiten. Dazu kommt die enge Verbindung über den
Tourismus: Viele deutsche Gäste lernen österreichische Lebensmittel
und Spezialitäten während ihres Urlaubs kennen. Daran können wir im
Exportmarketing anknüpfen und die Qualität unserer Produkte auch im
deutschen Handel sichtbar machen“, sagt Mutenthaler-Sipek.

Tierische Produkte als wesentliche Säule des Agrarexports
Ein genauer Blick auf die einzelnen Warengruppen zeigt die große
Bedeutung tierischer Lebensmittel für den österreichischen
Agrarexport. Zu den wertmäßig wichtigsten Produkten zählen Wurstwaren
und Speck mit 478 Millionen Euro, gefolgt von Käse mit 459,3
Millionen Euro und Rindfleisch mit 366,3 Millionen Euro. Auch Milch,
Geflügel und Eier leisten einen wesentlichen Beitrag zu den Ausfuhren
(Chart 6).

Rindfleisch und Geflügel mit deutlichen Exportzuwächsen
Besonders dynamisch entwickelten sich die Rindfleischexporte. Der
Warenwert erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 12,2 Prozent auf rund
366 Millionen Euro. Gleichzeitig stieg die exportierte Menge um 3,8
Prozent auf rund 45.500 Tonnen. Damit wurde sowohl wert- als auch
mengenmäßig mehr österreichisches Rindfleisch im Ausland abgesetzt (
Chart 7).

Auch bei Geflügelfleisch setzte sich der Aufwärtstrend des
Vorjahres fort. Die Ausfuhren legten mengenmäßig um 10,2 Prozent zu,
während der Exportwert um 9,2 Prozent auf 194,7 Millionen Euro stieg
(Chart 8).

Eierexporte erzielen trotz geringerer Menge höheren Umsatz
Eine gegenläufige Entwicklung zeigt sich bei Eiern: Während die
exportierte Menge um 5,5 Prozent zurückging, erhöhte sich der
Warenwert um 9,3 Prozent auf 21,7 Millionen Euro. Der
durchschnittliche Exportpreis stieg dadurch von 4,44 Euro auf 5,13
Euro pro Kilogramm. Gegenüber 2022 hat sich dieser Wert mehr als
verdoppelt (Chart 9).

Fleischzubereitungen auf Vorjahresniveau
Nach deutlichen Zuwächsen in den vergangenen Jahren stabilisierten
sich die Exporte von Wurstwaren und Speck im ersten Halbjahr 2026 auf
hohem Niveau. Sowohl der Warenwert als auch die ausgeführten Mengen
blieben gegenüber dem Vorjahreszeitraum nahezu unverändert (Chart 10)
.

Milchprodukte punkten über Österreichs Grenzen hinaus
Auch bei Milch und Milchprodukten zeigen sich unterschiedliche
Entwicklungen. Während die exportierte Milchmenge um 6,7 Prozent
zunahm, ging der Exportwert um 7,4 Prozent aufgrund stark sinkender
Preise auf rund 211,7 Millionen Euro zurück (Chart 11).

Eine sehr positive Entwicklung gab es im Segment der
fermentierten Milch, zu der unter anderem Joghurt, Sauerrahm und
ähnliche Erzeugnisse zählen. Die exportierte Menge stieg um 22,2
Prozent, der Umsatz erhöhte sich um 20,5 Prozent auf rund 180,3
Millionen Euro (Chart 12).

Käse bleibt weiterhin ein bedeutendes österreichisches
Exportprodukt: Im ersten Halbjahr 2026 wurde Käse im Wert von 459,3
Millionen Euro exportiert. Das entspricht einem mengenmäßigen Plus
von 13 Prozent und einem wertmäßigen Zuwachs von 2,7 Prozent (Chart
13).

Obst- und Gemüseexporte entwickeln sich positiv
Auch bei pflanzlichen Lebensmitteln gibt es positive Entwicklungen.
Zu den wertmäßig bedeutendsten Ausfuhrprodukten zählen zubereitetes
Obst und Gemüse mit rund 590 Millionen Euro sowie Brot und Backwaren
mit 428 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2026 (Chart 14).

Bei Getreide nahm die exportierte Menge im ersten Halbjahr 2026
um 5 Prozent zu. Der Warenwert sank hingegen um 7,4 Prozent auf rund
288 Millionen Euro (Chart 15).

Die Gemüseausfuhren stiegen mengenmäßig um 19,6 Prozent und
wertmäßig um 5,2 Prozent auf 128,3 Millionen Euro. Bei Obst erhöhte
sich das Exportvolumen um 17,8 Prozent, gleichzeitig legten die
Erlöse um 13,9 Prozent auf 161,1 Millionen Euro zu (Chart 16 & 17).

Apfelexporte erholen sich deutlich
Auffällig ist der kräftige Anstieg bei Äpfeln. Nach einem schwächeren
ersten Halbjahr 2025 wurden heuer wieder deutlich größere Mengen ins
Ausland geliefert. Mit knapp 24.800 Tonnen lag das Exportvolumen um
56,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Warenwert erhöhte sich um
63,5 Prozent auf 25,3 Millionen Euro (Chart 18).

Die Presseaussendung, Charts und passende Bilder stehen hier zum
Download bereit: https://b2b.amainfo.at/de-at/presse-
aktuelles/presse/pressemitteilungen/2026/agrarischer-aussenhandel-
2026