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Neue Sanierungsförderung: Gas-Ausstieg im Schneckentempo

Wien (OTS) – Wenn am 2. November der Fördercall für Heizkesseltausch
startet,
stellt die Bundesregierung knapp 20 Millionen Euro bis Jahresende zur
Verfügung – Anfang Jänner soll die Sanierungsoffensive voll
durchstarten. Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 begrüßt die
Initiative zwar grundsätzlich, fordert jedoch dringend
Nachbesserungen, sodass alle Haushalte, die die Förderung brauchen,
auch profitieren können.

„Es ist positiv, dass eine neue Sanierungsoffensive im nächsten
Jahr starten kann, leider werden viele Haushalte nicht profitieren,
weil die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür fehlen. Ein
koordinierter Ausstieg aus Gasheizungen braucht zwingend ein neues
Gaswirtschaftsgesetz. Minister Hattmannsdorfer ist hier weiterhin
säumig und muss dringend liefern. Nur dann können etwa ganze
Stadtteile koordiniert und kosteneffizient auf klimafreundliche
Heizsysteme umgestellt werden. Kommt das nicht, droht ein teures
Flickwerk“, warnt Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von
GLOBAL 2000.

Zwtl.: Jetzt handeln! Teures Gas durch klimafreundliche Alternativen
ersetzen

Besonders dringlich ist die Situation, weil die Gaspreise aktuell
in lichte Höhen steigen: Die Gaspreise sind seit Beginn des
Irankriegs im Großhandelsmarkt von ca. 33,8 EUR/MWh (Februar) auf
aktuell 89,6 EUR/MWh (Oktober) gestiegen. Das ist ein Anstieg um mehr
als das Doppelte, der zeitverzögert bei den Kund:innen ankommen wird.
Gleichzeitig sind heuer die Gebühren für das Gasnetz um 18 Prozent
gestiegen. Ein Grund dafür ist die unkoordinierte und schleppende
Umstellung von Gasheizungen. „Kommt nicht rasch eine Reform, wird das
teuer für die verbliebenen Kund:innen, die dann für ein
überdimensioniertes Gasnetz bezahlen müssen. Zuständig dafür ist
Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer – hier müssen dringend Taten
statt Worte folgen“ so Johannes Wahlmüller weiter.

Zwtl.: EU-Vertragsverletzungsverfahren: Österreichs Gas-Ausstieg im
Schneckentempo

Derzeit läuft bereits ein EU-Vertragsverletzungsverfahren, weil
die Frist für die Umsetzung des EU-Gaspakets nicht eingehalten wurde.
Das EU-Gaspaket verlangt von den Mitgliedsstaaten bis 5. August 2026
Regelungen für eine koordinierte Gasnetz- Stilllegung zu erlassen.
“Österreich ist beim Gas-Ausstieg im Schneckentempo unterwegs. Der
Minister hat alle Instrumente an der Hand, um hier den Turbo zu
zünden”, konstatiert Wahlmüller.

Aktuell sind noch 844.000 Gasheizungen in österreichischen
Wohngebäuden installiert. Die meisten davon in Mietwohngebäuden.
Personen, die zur Miete leben, können nicht selber entscheiden, ob
sie ihre Heizung austauschen möchten und zahlen damit für die
Versäumnisse der Regierung. Sie werden ohne gesetzliche Änderung auch
nicht von den Förderungen für die Heizungsumstellung profitieren.
Bleibt es bei dem aktuell langsamen Austauschtempo von etwa 20.300
Gasheizungen pro Jahr, dann dauert es bis 2065, bis die Umstellung
gelungen ist.

„Wir sind damit weit entfernt davon, Klimaneutralität 2040 oder
auch nur 2050 zu erreichen. Wirtschaftsminister Wolfgang
Hattmansdorfer muss jetzt handeln, damit Haushalte und Betriebe von
der fossilen Preisfalle befreit werden können und wir das klägliche
Schneckentempo bei der Umstellung von Gasheizungen endlich hinter uns
lassen können,“ so Johannes Wahlmüller abschließend.