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Totschnig/Aigner: Hightech für mehr Klimasicherheit in den Alpen

Wien (OTS) – Der Klimawandel stellt den Alpenraum vor immer größere
Herausforderungen: Steigende Temperaturen, auftauender Permafrost und
zunehmende Wetterextreme verändern die Stabilität unserer
Gebirgslandschaften und erhöhen das Risiko für den alpinen
Lebensraum. Im Rahmen einer Pressekonferenz im Salzburger Pinzgau
betonten Bundesminister Norbert Totschnig, Landesrat Maximilian
Aigner und Sektionsleiter Gebhard Neumayr von der Wildbach- und
Lawinenverbauung (WLV) die Wichtigkeit von vorausschauender
Gefahrenvorsorge, modernsten Überwachungstechnologien und gezielten
Schutzmaßnahmen.

Bundesminister Norbert Totschnig: „Der Klimawandel verändert die
Gefahrenlage in unseren Alpen und stellt uns beim Schutz der
Bevölkerung und unserer Lebensräume vor immer größere
Herausforderungen. Durch zunehmende Starkniederschläge und
Veränderungen im alpinen Gelände werden immer größere Mengen an
Geröll und Sediment mobilisiert. Das stellt auch neue Anforderungen
an unsere Schutzbauwerke. Wer die Menschen und ihre Lebensgrundlagen
auch in Zukunft wirksam schützen will, muss diese Veränderungen
frühzeitig erkennen und rechtzeitig handeln. Deshalb investieren wir
gezielt in Forschung, modernste Technologien und österreichweit
abgestimmte Monitoringsysteme, wie GeoMonitorAT und SedalpAT. Damit
schaffen wir fundierte Datengrundlagen, um Risiken besser
einzuschätzen, bestehende Schutzmaßnahmen und technische
Einrichtungen gezielt weiterzuentwickeln und unsere Regionen
langfristig vor Naturgefahren zu schützen.“

Landesrat Maximilian Aigner: „In Salzburg investieren das Land, das
Umweltministerium, die Gemeinden und Interessenten jährlich rund 40
Millionen Euro in die Wildbach- und Lawinenverbauung. Ebenso
unverzichtbar ist das Engagement unserer 321 Genossenschaften, ohne
die eine flächendeckende Erhaltung der Schutzbauwerke undenkbar wäre.
Der Schutz vor Naturgefahren ist und bleibt eine Daueraufgabe, denn
der Klimawandel stellt uns insbesondere in unseren alpinen Regionen
vor neue Herausforderungen. Mit dem Forschungsprojekt FEMMOS im
Oberpinzgau schaffen wir die Grundlagen, um unsere Schutzbauwerke an
diese Veränderungen anzupassen, damit sie nicht nur heute, sondern
auch morgen Sicherheit bieten.“

Wie Forschung und praktische Umsetzung beim Schutz vor Naturgefahren
ineinandergreifen, zeigt sich direkt am Ort der Pressekonferenz: Die
Geschiebemonitoringstation am Habach in der Gemeinde Bramberg am
Wildkogel ist Teil des Forschungsprojekts FEMMOS (Feststoffmanagement
und -monitoring Obere Salzach). Mithilfe moderner Messverfahren
werden hier wichtige Daten über den Transport und die Ablagerung von
Geschiebematerial erhoben. Ziel ist es, die Auswirkungen veränderter
Naturgefahren besser zu verstehen und eine verlässliche Grundlage für
die Planung und Weiterentwicklung wirksamer Schutzmaßnahmen zu
schaffen.

Neben fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen braucht es aber
auch praxistaugliche Lösungen für den Umgang mit den anfallenden
Geschiebemengen. Ein konkretes Beispiel dafür sind die sogenannten
Vorsorgeflächen. In Salzburg wurden bereits 31 solcher Flächen
genehmigt, rund zehn weitere befinden sich in Vorbereitung. Sie
ermöglichen es, anfallendes Geschiebematerial direkt in der Region
sinnvoll zu verwerten. Dadurch können landwirtschaftliche Flächen
verbessert, Transportwege verkürzt und Kosten reduziert werden.

WLV-Sektionsleiter Gebhard Neumayr: „Durch eine zukunftsgerichtete
Trendanalyse auf Basis der gesamten Monitoringdaten können die
Auswirkungen des Klimawandels im alpinen Raum auf den
Feststofftransport frühzeitig erkannt werden. Das Monitoring schafft
damit nicht nur Wissen über heutige Naturgefahrenprozesse, sondern
eine Grundlage für die Planung der Schutzmaßnahmen von morgen. So
können wir den Schutz für Bevölkerung und Infrastruktur in den
alpinen Regionen nachhaltig erhöhen.“

Schutz der Bevölkerung durch Aktionsprogramme des BMLUK
Zwei Aktionsprogramme des Bundesministeriums für Land- und
Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und
Wasserwirtschaft (BMLUK) beschäftigen sich mit dem Management und
Monitoring alpiner Veränderungen.

Mit GeoMonitorAT wird von 2026 bis 2030 erstmals ein bundesweit
koordiniertes Monitoring- und Risikomanagement für große
Massenbewegungen aufgebaut. Ziel ist die Entwicklung und Umsetzung
von Maßnahmen zur Früherkennung und Beobachtung von kritischen
Massenbewegungen wie Bergstürzen, Hangrutschungen oder Murgängen.
Dabei werden Satellitendaten, Fernerkundung und lokale Messsysteme
mit der Erfahrung der Wildbach- und Lawinenverbauung verbunden.

Das Projekt SedAlpAT (Sedimentmanagement alpiner Einzugsgebiete im
Klimawandel) schafft eine österreichweit einheitliche Grundlage, um
Sedimentprozesse in alpinen Einzugsgebieten besser zu verstehen,
Entwicklungen abzuschätzen und Schutzmaßnahmen vorausschauend
ausrichten zu können.

Die Wildbach – und Lawinenverbauung
Die WLV ist seit ihrer Gründung im Jahr 1884 eine unverzichtbare
Säule des österreichischen Naturgefahrenschutzes. Mit rund 1.000
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einer weltweit einzigartigen
Fachexpertise im Umgang mit alpinen Naturgefahren leistet sie einen
entscheidenden Beitrag zum Schutz der Bevölkerung sowie unserer
Lebens- und Wirtschaftsräume. Gleichzeitig ist die WLV ein
bedeutender regionaler Wirtschaftsfaktor: Allein 2025 lösten ihre
Maßnahmen eine regionale Wertschöpfung von rund 315 Millionen Euro
aus und sicherten damit rund 5.350 Arbeitsplätze. Auch in
wirtschaftlich herausfordernden Zeiten hat die Sicherheit der
Bevölkerung oberste Priorität. Deshalb wird beim Schutz vor
Naturgefahren nicht gespart: Für die Jahre 2027 und 2028 sind
insgesamt 309 Millionen Euro vorgesehen, um den Schutz unserer
Regionen langfristig sicherzustellen.

Weitere Informationen unter: https://www.naturgefahren.at/
Fotos: https://www.bmluk.gv.at/fotoservice/Pressekonferenzen—
Fototermine/2026/PK-Hightech-f%C3%BCr-mehr-Klimasicherheit-in-den-
Alpen.html