Brüssel (OTS) – „Gerade in unsicheren Zeiten ist es sinnvoll, mit den
Golfstaaten
enger zusammenzurücken. Das heutige Gipfeltreffen mit den
Parlamentspräsidenten der Region ist das erste seiner Art und trägt
dazu bei, die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen weiter zu
vertiefen. Im Angesicht der eskalierten Spannungen mit dem Iran und
seinen Stellvertretern im Jemen, den Huthis, sind die
Herausforderungen derzeit besonders groß, wenn es um die Sicherheit
und Stabilität der Golfregion geht, die im gemeinsamen Interesse der
Golfstaaten und Europas sind. Mit geeinten Kräften müssen wir auf
eine Deeskalation und einen freien Schiffsverkehr durch die Meerengen
von Hormus und Bab al-Mandab hinarbeiten und das große Potenzial und
die Chancen einer stabilen Partnerschaft nutzen. Global muss der
Druck erhöht werden, damit der Iran und seine Stellvertreter ihre
Angriffe einstellen“, sagt Reinhold Lopatka, Leiter der Delegation
für die Beziehungen mit den Ländern der Arabischen Halbinsel im
Europaparlament.
Auf Einladung von Europaparlamentspräsidentin Roberta Metsola
berät heute eine hochrangige Delegation der Staaten des Golf-
Kooperationsrats samt der Parlamentspräsidenten von Bahrain, Katar,
Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) mit
Vertretern des Europaparlaments. Demnächst soll es auch einen zweiten
großen EU-Golfstaaten-Gipfel auf Ebene der Staats- und
Regierungschefs geben nach der Premiere vor zwei Jahren.
„Mit unserer intensiven parlamentarischen Zusammenarbeit schaffen
wir die Grundlage für eine Partnerschaft, die auf Vertrauen,
gemeinsamen Interessen sowie gegenseitigem Respekt und Verständnis
beruht“, erläutert Lopatka. “Die EU ist für die wirtschaftlich starke
Golfregion der zweitwichtigste Handelspartner mit einem
Handelsvolumen von fast 170 Milliarden Euro im Jahr, mehr als die
Hälfte davon mit den VAE und Saudi-Arabien. Verhandlungen über ein EU
-Handelsabkommen mit den VAE laufen bereits, mit Saudi-Arabien wurden
solche Verhandlungen vereinbart. Der Abbau von Handelshürden nützt
beiden Seiten und trägt zum notwendigen wirtschaftlichen Aufschwung
bei. Die sprunghafte Außen- und Handelspolitik der USA verlangt von
der EU, weltweit ein zuverlässiges und robustes Netz an Partnern zu
knüpfen. Die Golfstaaten können hier eine wichtige Rolle spielen.”
Der 1981 gegründete Golfkooperationsrat (GCC) umfasst Bahrain,
Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen
Emirate. Diese Staaten verfügen über einen gemeinsamen Binnenmarkt,
koordinieren ihre Außen- und Sicherheitspolitik und haben
gegenseitigen Beistand im Verteidigungsfall vereinbart – ganz
ähnliche Elemente, die auch die Mitgliedstaaten der Europäischen
Union leben. (Schluss)