Schönheit

Praxis.Dialog des Hilfswerk Salzburg

Puch bei Hallein/Salzburg (OTS) – Unter dem Titel „Digitalisierung,
die Menschen stärkt“ kamen im
Wissenspark Urstein Vertreter*innen aus Sozialwirtschaft, Gesundheit
und Technologie zusammen, um konkrete Lösungen kennenzulernen und
gemeinsam deren Potenzial für die Praxis zu diskutieren.

Der steigende Pflegebedarf, die Belastung pflegender Angehöriger
und der zunehmende Bedarf an qualifizierten Mitarbeitenden stellen
soziale Dienstleister vor große Herausforderungen. Umso wichtiger ist
es, neue Entwicklungen frühzeitig wahrzunehmen, unterschiedliche
Erfahrungen zusammenzuführen und offen zu prüfen, welche Ansätze im
Pflege- und Betreuungsalltag tatsächlich einen Mehrwert schaffen
können.

Genau hier setzt das neue Format an: Der Verein Hilfswerk
Salzburg versteht sich als Drehscheibe für Ideen, Wissen und neue
Möglichkeiten. Im Mittelpunkt stehen nicht einzelne Technologien,
sondern der Austausch darüber, wie Innovationen sinnvoll eingesetzt
und aus unterschiedlichen Ansätzen tragfähige Lösungen entwickelt
werden können.

Zwtl.: Vier Perspektiven auf Pflege und Gesundheit

Vier Unternehmen gaben Einblick in ihre Entwicklungen und zeigten
unterschiedliche Zugänge zu aktuellen Herausforderungen.

Das österreichische Unternehmen cogvis präsentierte einen 3D-
Sensor, der Stürze von beispielsweise Bewohner*innen von
Seniorenpflegeheimen automatisch erkennen und Pflegekräfte
verständigen kann. Die Technologie arbeitet ohne herkömmliche
Videoaufnahmen und ermöglicht auch die Analyse von Bewegungsmustern,
um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen.

„Unsere Technologie hilft, kritische Situationen rasch zu
erkennen und gleichzeitig die Privatsphäre der betreuten Menschen zu
schützen“, erklärt Rainer Planinc, Geschäftsführer von cogvis.

Die LICA Life Care GmbH präsentierte eine App, die soll die
Zusammenarbeit zwischen Angehörigen und professionellen Pflegekräften
erleichtern. Aufgaben, Gesundheitswerte und wichtige Veränderungen
können dokumentiert und Informationen zwischen mehreren
Betreuungspersonen ausgetauscht werden.

„Wenn alle Beteiligten gut informiert sind und an einem Strang
ziehen, wird die Betreuung zu Hause für alle leichter und sicherer“,
weiß Michael Schiemer, geschäftsführender Gesellschafter der LICA
Life Care GmbH.

Mit der Gesundheitsvorsorge von Beschäftigten beschäftigt sich
Mavie Work . Das Unternehmen bietet unter anderem Gesundheitschecks
direkt am Arbeitsplatz an, deren Ergebnisse digital verfügbar sind
und mit Gesundheitscoaches besprochen werden können. Ergänzt wird das
Angebot durch Programme zu Bewegung, Ernährung und psychischer
Gesundheit.

„Gesundheitsvorsorge muss einfach zugänglich sein. Wir möchten
Menschen dabei unterstützen, langfristig gesund zu bleiben“, erklärt
Geschäftsführer Andreas Weiss.

Das oberösterreichische Social Start-up PflegeZeit wiederum
entwickelt digitale Beschäftigungsangebote für ältere Menschen. Über
Tablets können Pflegekräfte beispielsweise Gedächtnisübungen,
Musikangebote und Bewegungsprogramme in der Arbeit mit Menschen mit
Unterstützungsbedarf einsetzen. Die Plattform unterstützt auch bei
der Vorbereitung und Dokumentation der Aktivitäten.

„Digitale Technologien können ältere Menschen aktivieren,
Gemeinschaft fördern und gleichzeitig Pflegekräfte im Alltag
entlasten“, sagt Gründer und Geschäftsführer Alexander Loidl.

Zwtl.: Austausch als Ausgangspunkt für neue Lösungen

Für das Hilfswerk Salzburg ist die aktive Auseinandersetzung mit
neuen Entwicklungen ein wesentlicher Teil der langfristigen und
stetigen Weiterentwicklung. Dabei geht es nicht darum, Technologie,
um ihrer selbst willen einzusetzen, sondern interessante Ansätze zu
entdecken, Menschen miteinander zu vernetzen und aus
unterschiedlichen Erfahrungen das Beste für die Praxis zu entwickeln.

„Wir wollen als Hilfswerk eine Drehscheibe sein, die neue Ideen
aufgreift und Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen
zusammenbringt. Nicht jede neue Technologie ist automatisch eine gute
Lösung. Entscheidend ist, gemeinsam herauszufinden, was unsere
Kundinnen und Kunden bestmöglich unterstützt, unsere Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter entlastet und sich im Alltag bewährt“, betont
Hilfswerk-Präsident Christian Struber.

Im anschließenden World-Café diskutierten die Teilnehmer*innen
über mögliche Einsatzbereiche, notwendige Voraussetzungen sowie
Fragen des Datenschutzes und der Wirtschaftlichkeit. Neben den
konkreten Anwendungen standen dabei auch neue Kontakte, gemeinsame
Fragestellungen und mögliche Kooperationen im Mittelpunkt.

Zwtl.: Drehscheibe für soziale Innovation

Das Fazit: Gute Lösungen entstehen dort, wo neue Ideen auf
praktische Erfahrung treffen. Mit dem „Praxis.Dialog“ möchte der
Verein Hilfswerk Salzburg diesen Austausch auch künftig fördern und
seine Rolle als verbindende Drehscheibe für soziale Innovation weiter
stärken.

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