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EU-Projekt CANVAS gestartet: Nachhaltige und inklusive Gestaltung öffentlicher Räume in Europa

Wien (OTS) – Wie können öffentliche Räume in Europa nachhaltiger,
inklusiver und
attraktiver gestaltet werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich das
neue EU-Forschungsprojekt CANVAS, das vom AIT Austrian Institute of
Technology koordiniert wird. Ziel des im September 2026 gestarteten
Horizon-Europe-Projekts ist es, innovative Lösungen für die
Gestaltung öffentlicher Räume zu entwickeln und zu erproben. Im
Mittelpunkt stehen Stadtmöbel, die ökologische Nachhaltigkeit,
Barrierefreiheit, Sicherheit und gestalterische Qualität mit den
Bedürfnissen lokaler Gemeinschaften verbinden. Mit der Koordination
von CANVAS leistet das AIT einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen
Gestaltung öffentlicher Infrastruktur in Europa und verbindet dabei
innovative Forschungsansätze mit konkreten Lösungen für
klimaresiliente, inklusive und lebenswerte öffentliche Räume.

Zwtl.: Stadtmöblierung als Beitrag zu nachhaltigen und lebenswerten
Städten

Viele europäische Städte und Gemeinden stehen vor ähnlichen
Herausforderungen: Veraltete Infrastruktur, unzureichende öffentliche
Aufenthaltsmöglichkeiten und mangelnde Sicherheit beeinträchtigen die
Qualität öffentlicher Räume. Sitzgelegenheiten, Beleuchtung und
andere Elemente der Stadtmöblierung werden in der öffentlichen
Beschaffung häufig vor allem als funktionale Produkte betrachtet.
Aspekte wie Klimaanpassung, lokale Bedürfnisse oder kulturelle
Identität finden dabei oftmals zu wenig Berücksichtigung.

Hier setzt CANVAS an. Das Projekt verfolgt das Ziel,
Stadtmöblierung als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen und
inklusiven Stadtentwicklung neu zu denken. Auf Grundlage der
Prinzipien des Neuen Europäischen Bauhauses sollen innovative
Gestaltungsansätze entwickelt werden, die ökologische, soziale und
kulturelle Anforderungen miteinander verbinden.

„Gestaltungsprozesse und öffentliche Beschaffung sollten das
Potenzial von Stadtmöblierung als Motor für Nachhaltigkeit, lokale
Wertschöpfung, Inklusion und kulturelle Identität stärker nutzen. Mit
CANVAS wollen wir die Transformation öffentlicher Räume in Europa
vorantreiben und gemeinsam einen neuen europäischen Qualitätsstandard
für Stadtmöblierung entwickeln, der gestalterische Exzellenz,
gesellschaftliche Beteiligung und ökologische Leistungsfähigkeit
miteinander verbindet“, erklärt Gudrun Haindlmaier,
Projektkoordinatorin am AIT Center for Innovation Systems and Policy.

Zwtl.: Acht europäische Pilotstandorte erproben innovative Lösungen

An acht Pilotstandorten in unterschiedlichen europäischen
Regionen werden neue Ansätze für nachhaltige, inklusive und
klimaresiliente Stadtmöblierung entwickelt und unter realen
Bedingungen erprobt. Die Standorte befinden sich in Ajdovščina (
Slowenien), İzmir (Türkei), Longford County (Irland), Reșiƫa (
Rumänien), Reykjavík (Island), Oberösterreich sowie Wolin und Wrocl
̸aw (Polen).

Geplant sind insgesamt 21 konkrete Lösungen und sieben
innovative, widerstandsfähige und wartungsarme Designmodelle. Dazu
zählen unter anderem modulare und flexibel nutzbare Stadtmöbel, der
Einsatz kreislauffähiger Materialien sowie naturbasierte Elemente zur
Beschattung und Begrünung. Die Lösungen sollen ganzjährig Komfort,
Sicherheit und Barrierefreiheit verbessern und gleichzeitig lokale
kulturelle Besonderheiten berücksichtigen.

Ein wesentlicher Bestandteil ist die aktive Einbindung der
Bevölkerung. Gemeinsam mit Gemeinden, lokalen Organisationen,
Kreativwirtschaft und Unternehmen werden standortspezifische
Herausforderungen identifiziert und innovative Lösungen entwickelt.
Künstlerische Gestaltung, Designwettbewerbe und digitale Werkzeuge
unterstützen diese partizipativen Prozesse.

Zwtl.: Neue Standards für Gestaltung und öffentliche Beschaffung

Über die Umsetzung an den Pilotstandorten hinaus entwickelt
CANVAS praxisorientierte Leitlinien und Instrumente für Gemeinden und
regionale Akteure. Diese sollen sämtliche Phasen der öffentlichen
Beschaffung unterstützen – von der gemeinsamen Entwicklung von
Gestaltungskonzepten über die Auswahl nachhaltiger Materialien bis
zur Berücksichtigung von Klimaanpassung und langfristiger
Instandhaltung.

Ein begleitendes Monitoring untersucht die Wirkungen der
umgesetzten Maßnahmen. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in
Empfehlungen für die Stadtentwicklung und öffentliche Beschaffung
sowie in Strategien zur Übertragung erfolgreicher Lösungen auf
weitere europäische Regionen ein.

Mit „CANVAS on Tour“ ist zudem eine Initiative vorgesehen, die
Erkenntnisse aus den Pilotstandorten aufgreift und im Rahmen einer
Intervention im öffentlichen Raum in Oberösterreich praktisch
umsetzt. Langfristig soll CANVAS dazu beitragen, einen neuen
europäischen Qualitätsmaßstab für Stadtmöblierung zu etablieren und
öffentliche Räume als Orte der Begegnung, der gesellschaftlichen
Teilhabe und der Klimaanpassung zu stärken.

Über das Projekt CANVAS

Das Forschungsprojekt CANVAS – Street Furniture as a Canvas:
Beauty, Inclusion and Sustainability in Public Space wird im Rahmen
des EU-Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon Europe gefördert
(Grant Agreement Nr. 101308703) und vom AIT Austrian Institute of
Technology koordiniert. Das Konsortium umfasst 18
Partnerorganisationen aus elf Ländern. Das Projekt startete im
September 2026 und läuft über vier Jahre. Das Gesamtbudget beträgt
rund 5,11 Millionen Euro.

Das Kick-off-Meeting findet vom 14. bis 16. Oktober 2026 im DOCK
am Wiener Donaukanal statt. An der Auftaktveranstaltung nehmen neben
den internationalen Projektpartner:innen auch Vertreter:innen des
Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI
) sowie der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG)
teil.

Über das AIT

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