Schönheit

Ehrenzeichen-Überreichung in St. Pölten

St. Pölten (OTS) – Von einer „guten und langen Tradition“ sprach
Landeshauptfrau Johanna
Mikl-Leitner am heutigen Dienstag im Sitzungssaal der
Bildungsdirektion für Niederösterreich in St. Pölten, wo sie
insgesamt 26 Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland
Niederösterreich, zwei Gedenkmedaillen, die Dekrete für sechs
Berufstitel, drei Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik
Österreich und drei Bundes-Ehrenzeichen an „Persönlichkeiten, die
sich besonders verdient gemacht haben um unser wunderschönes
Bundesland Niederösterreich“ überreichte.

„Diese Ehrenzeichenverleihung findet in einer äußerst
herausfordernden Zeit statt“, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-
Leitner mit Blick auf den Krieg in der Ukraine, den Konflikt im Nahen
Osten und die schwache Konjunktur auf den Weltmärkten. Man könne die
globale Lage von Niederösterreich aus nicht beeinflussen, aber man
könne entscheiden, wie man damit umgehe. Und gerade dann zeige sich,
worauf es ankomme: „auf Menschen, die Verantwortung übernehmen und
Leistung erbringen“. Die Persönlichkeiten, die heute geehrt werden,
seien „Menschen, die Verantwortung übernehmen“, bedankte sich Mikl-
Leitner für deren Leistungen für unser Land und unsere Gesellschaft.

„Niederösterreich ist deshalb so erfolgreich, weil wir Menschen
haben, die nicht darauf warten, dass irgendjemand ihre Probleme löst.
Weil wir Menschen haben, die Verantwortung übernehmen: für sich
selbst, für ihre Familien, für die Gesellschaft und für unser Land“,
zeigte sich die Landeshauptfrau überzeugt und betonte „Leistung,
Eigenverantwortung und Hausverstand“ als die drei Tugenden, die
Niederösterreich so erfolgreich gemacht hätten und auch für die
Zukunft wichtig seien. „Leistung – weil es die Bereitschaft braucht,
anzupacken, sich einzubringen für das gemeinsame Ganze: sei es im
Beruf, in der Familie, im Ehrenamt oder in der Gemeinde“, hob Mikl-
Leitner die Vorbildfunktion der Ausgezeichneten hervor. Man brauche
diese Leistung auch, denn man wisse: „Wohlstand kann nicht vom Staat
erteilt oder verteilt werden. Wohlstand entsteht durch Arbeit, Fleiß
und Mut“.

„Eigenverantwortung heißt für uns: den Menschen etwas zutrauen.
Nicht immer darauf warten, was der Staat für einen tun kann, sondern
selbst anpacken, Herausforderungen annehmen und selbst Lösungen
erbringen“, sagte die Landeshauptfrau den vielen Ehrenamtlichen im
Land „Danke“. „Eigenverantwortung ist uns auch dann wichtig, wenn es
um die Wahlfreiheit für unsere Familien geht“, führte Mikl-Leitner
aus, dass man den Eltern nicht vorschreibe, wie sie ihre Kinder zu
erziehen hätten und wie sie Familie organisieren oder leben sollen.
Echte Wahlfreiheit könne es nur geben, wenn man ihnen die Wahl lasse,
betonte die Landeshauptfrau die größte Kinderbetreuungsoffensive und
dankte den Gemeinden, dass man gemeinsam 750 Millionen Euro in den
Ausbau der Kinderbetreuung investiere.

„Nicht alles, was kompliziert ist, muss automatisch gut sein“,
sagte die Landeshauptfrau in Hinblick auf die dritte Tugend, den
Hausverstand. Nicht alle Herausforderungen und Probleme bräuchten
immer neue Gesetze, Regulative oder Verordnungen. „Deshalb haben wir
die bisher größte Verwaltungsreform bei uns im Bundesland
Niederösterreich gestartet“, führte Mikl-Leitner aus, dass man jedes
sechste Landesgesetz entbürokratisiert habe, eine Umbauordnung
geschaffen habe, um Bauen und Sanieren effizienter und billiger zu
machen, und mit der Taskforce Wirtschaft eine zentrale Anlaufstelle
geschaffen habe, um Verfahren noch schneller und einfacher zu machen.

Als zentrales Thema nannte die Landeshauptfrau die Gesundheit und
betonte, dass Niederösterreich das „einzige Bundesland mit einem
langfristigen Zukunftsplan“ sei. Der Gesundheitsplan sei mit
Expertinnen und Experten erarbeitet und einstimmig in der
Landesregierung beschlossen worden. Nun setze man diesen Schritt für
Schritt um, betonte Mikl-Leitner zwei Grundprinzipien dabei: „Im
Mittelpunkt stehen die Menschen“ und „Gesundheit ist kein
Sparprogramm“. So investiere man in den kommenden beiden Jahren um
über eine halbe Milliarde Euro mehr in die Gesundheit. Zu einer
modernen Gesundheitsversorgung gehöre auch ein modernes
Rettungswesen, sagte die Landeshauptfrau allen, die in den
Rettungsorganisationen Rotes Kreuz und Samariterbund sowie den
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Kliniken und Pflegeheimen
„Danke“ für ihre Leistungen.

Mikl-Leitner appellierte: „Gehen wir mit Mut und Optimismus
voran. Gerade, weil es viele Herausforderungen gibt, brauchen wir
jetzt ein Comeback der Zuversicht!“ Den Ausgezeichneten komme dabei
eine wichtige Rolle zu: „Vorbild zu sein“. „Sie sind es, die nicht
durch Jammern und Lamentieren auf sich aufmerksam gemacht haben,
sondern durch Leistung, Verantwortung und Wissen“, sprach die
Landeshauptfrau den vielen Persönlichkeiten im Saal nicht nur Dank
aus, sondern verband diesen auch mit der Bitte, sich weiterhin
einzubringen und Vorbild zu sein.

Im Namen aller Ausgezeichneten bedankte sich Univ.-Prof. Dr.
Rudolf Mallinger, Rektor emeritus der Karl Landsteiner
Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften und ehemaliges
Mitglied des Niederösterreichischen Kultursenates. „In Zeiten
zerbröselnder Gewissheiten“ betonte er die Wichtigkeit des
gesellschaftlichen Zusammenhalts. „Diesen Zusammenhalt kann und soll
ein Gemeinwesen fördern“, sagte Mallinger, dass das Land
Niederösterreich diesem Anspruch nicht zuletzt durch Ereignisse wie
diesen Festakt gerecht werde.