Wien (OTS) – Wien – Mehr als 250 richterliche Planstellen fehlen in
Österreich.
Mit ihrer Aktionswoche vom 12. bis 16. Oktober machen Richterinnen
und Richter auf die dramatische Überlastung der Justiz aufmerksam.
Familienrechtsanwältin Valentina Philadelphy-Steiner unterstützt ihre
Forderungen und warnt zugleich vor den Folgen für betroffene
Familien.
„Wenn Eltern monatelang auf eine Entscheidung über Obsorge oder
Kontaktrecht warten, steht für sie weit mehr auf dem Spiel als ein
Gerichtstermin. Für Kinder bedeutet jeder weitere Monat im Konflikt
ihrer Eltern eine enorme Belastung, für Eltern bedeutet dies manchmal
gar kein Kontakt zu den eigenen Kindern “, erklärt Philadelphy-
Steiner.
Aus ihrer anwaltlichen Praxis kennt sie Fälle, in denen sich
Konflikte über Jahre hinziehen. Eltern stehen einander zunehmend
unversöhnlich gegenüber, Kinder geraten in Loyalitätskonflikte und
versuchen zwischen Mutter und Vater zu vermitteln. Besonders
dramatisch sei die Situation, wenn der Kontakt zu einem Elternteil
vollständig abgebrochen ist und eine gerichtliche Entscheidung auf
sich warten lässt.
„Unsere Pflegschaftsrichterinnen und -richter leisten unter
enormem Druck wertvolle Arbeit. Aber ihnen fehlt oft schlicht die
Zeit, sich mit den komplexen familiären Hintergründen
auseinanderzusetzen oder in dringlichen Angelegenheiten entsprechend
rasch zu agieren. Dabei geht es in Pflegschaftsverfahren um unsere
Familien, um die Kinder. Was kann denn sonst wichtiger sein?“
Philadelphy-Steiner fordert daher neben einer besseren
personellen Ausstattung der Gerichte auch einen stärkeren,
verpflichtenden Einsatz von Mediation.
„Wir brauchen ein System, das Konflikte nicht über Jahre
verwaltet, sondern Familien unterstützt. Die verpflichtende Anordnung
von Mediation verhindert nicht die Freiwilligkeit zur Einigung.
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