Wien (OTS) – Für Oesterreichs Energie, die Stimme der
österreichischen E-
Wirtschaft, ist die neue Systemnutzungsentgelte-Grundsatzverordnung (
SNE-G-V) ein wichtiger Schritt hin zu einem flexibleren und
zukunftsfähigen Stromsystem, in dem bestehende Netze besser
ausgelastet werden sollen. Der Leistungspreis für alle, zeitvariable
Tarife und flexible Netznutzung schaffen erstmals klare Anreize,
Stromverbrauch und Netzauslastung besser aufeinander abzustimmen. So
können bestehende Kapazitäten effizienter genutzt und Kosten bei der
Transformation des Stromsystems reduziert werden.
Mit der heute präsentierten Systemnutzungsentgelte-
Grundsatzverordnung (SNE-G-V) konkretisiert die E-Control die
künftige Ausgestaltung der Netzentgelte. Die Verordnung eröffnet
Kundinnen und Kunden neue Möglichkeiten, ihren Verbrauch zeitlich zu
steuern und dem Netz Flexibilität zur Verfügung zu stellen. Für die E
-Wirtschaft, die diese Umstellung seit längerem fordert, kommt es nun
darauf an, diese Möglichkeiten verständlich zu vermitteln und
praxistauglich umzusetzen.
Ein zentraler Bestandteil der neuen Struktur ist der
Leistungspreis für alle. Er macht sichtbar, wann besonders hohe
Leistungen aus dem Netz bezogen werden, und schafft damit einen
Anreiz, Lastspitzen zu vermeiden. Wer seinen Verbrauch zeitlich
verlagert, kann so die eigenen Netzkosten künftig stärker
beeinflussen.
Zwtl.: Anreize für netzdienliches Verhalten
„Die neue Netzentgeltstruktur ist ein wichtiger Schritt in
Richtung eines modernen und verursachungsgerechten Stromsystems. Mit
dem Leistungspreis für alle wird stärker berücksichtigt, wann und wie
stark das Netz beansprucht wird. Das schafft Anreize, das eigene
Verbrauchsverhalten zu verändern, Verbrauchsspitzen zu vermeiden, und
hilft, bestehende Netzkapazitäten bestmöglich zu nutzen“, sagt
Michael Baminger, Präsident von Oesterreichs Energie.
Zeitvariable Arbeitspreise wie der Sommer-Nieder-Arbeitspreis und
der künftige Winter-Nieder-Arbeitspreis geben Kundinnen und Kunden
zusätzliche Möglichkeiten, ihren Stromverbrauch in Zeiten hoher
Verfügbarkeit zu verlagern. Gleichzeitig wird der bisherige
unterbrechbare Tarif schrittweise zur flexiblen Entnahme
weiterentwickelt. Wer dem Netz Flexibilität zur Verfügung stellt,
kann dadurch von niedrigeren Netzkosten profitieren.
„Mit den zeitvariablen Arbeitspreisen und der flexiblen Entnahme
wird Flexibilität zu einem konkreten Vorteil für Haushalte, Betriebe
und das gesamte Energiesystem. Kundinnen und Kunden erhalten dadurch
Anreize, ihren Verbrauch aktiv zu steuern. Damit können sie einen
Beitrag zur besseren Auslastung der Netze leisten und zugleich
finanziell profitieren“, sagt Barbara Schmidt, Generalsekretärin von
Oesterreichs Energie.
Zwtl.: Flexibilität unterstützt die Energietransformation
Die neue Tarifstruktur erleichtert die Integration erneuerbarer
Erzeugung, von Speichern, Elektromobilität und Wärmepumpen in das
Stromsystem. Sie trägt dazu bei, vorhandene Infrastruktur effizienter
zu nutzen, Lastspitzen zu reduzieren und den zusätzlichen Netzausbau
auf das notwendige Maß zu konzentrieren.
Für die erfolgreiche Umsetzung braucht es nun klare
Informationen, einfache Anwendungsmöglichkeiten und verlässliche
Rahmenbedingungen. Die schrittweise Einführung schafft den
notwendigen Vorlauf, damit sich Kundinnen und Kunden auf die neuen
Möglichkeiten einstellen und ihr Verbrauchsverhalten allenfalls
anpassen können.
Für die große Mehrheit der Kundinnen und Kunden wird die
Umstellung der Netzkosten keine nennenswerten Veränderungen mit sich
bringen. Haushalte mit sehr leistungsstarken Verbrauchern – etwa beim
Schnellladen eines Elektroautos – sollten die kommenden Monate aber
nutzen, um ihr Verbrauchsverhalten zu analysieren und im Hinblick auf
möglichst günstige Netzkosten zu optimieren.
Die österreichischen Stromnetzbetreiber arbeiten bereits intensiv
daran, die Umstellung der Netztarife möglichst reibungslos zu
gestalten und kommunikativ umfassend zu begleiten. Sie werden die
Netzkundinnen und -kunden in den kommenden Monaten umfassend und
verständlich über die neuen Tarife, Fristen und
Gestaltungsmöglichkeiten informieren. Oesterreichs Energie wird
diesen Prozess konstruktiv begleiten.