Schönheit

Neue Namen für Wiens Straßen, Plätze und Parks beschlossen

Wien (OTS) – Für zahlreiche Wiener Straßen, Plätze und Parks wurden
heute neue
Namen beschlossen. Gewürdigt werden Persönlichkeiten aus Kultur,
Wissenschaft und Gesellschaft ebenso wie Menschen, die Widerstand
gegen den Nationalsozialismus leisteten oder von diesem verfolgt und
vertrieben wurden. Unter den neuen Namen finden sich international
bekannte Persönlichkeiten wie Jane Goodall und Tina Turner sowie
prägende Größen der österreichischen Kulturgeschichte wie Otto
Schenk, Elisabeth Orth, Peter Simonischek und Waltraut Haas.
Gleichzeitig rücken die Benennungen auch Lebensgeschichten in den
Mittelpunkt, die bislang weniger sichtbar im Wiener Stadtbild waren.

„ Straßen, Plätze und Parks sind nicht nur Teil unseres Alltags,
ihre Namen erzählen auch die Geschichte unserer Stadt. Mit den heute
beschlossenen Benennungen erinnern wir an Menschen, die Wien und weit
darüber hinaus Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft geprägt haben,
ebenso wie an jene, die verfolgt wurden oder mutig Widerstand
geleistet haben. So wird im öffentlichen Raum sichtbar, wie
vielfältig die Geschichten und Persönlichkeiten sind, die unser
gemeinsames Gedächtnis ausmachen “, so Kultur- und
Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler.

Vielfältige Persönlichkeiten im Wiener Stadtbild

Besonders viele neue Namen wurden für die Donaustadt beschlossen.
Im Stadtquartier Eibengasse sollen künftig mehrere bekannte
Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur im Stadtbild präsent sein. Ein
Platz wird nach dem Schauspieler, Theater- und Opernregisseur und
früheren Direktor des Theaters in der Josefstadt Otto Schenk benannt.
Die Doyenne und das Ehrenmitglied des Wiener Burgtheaters Elisabeth
Orth erhält eine eigene Gasse. An den langjährigen Burgtheater-
Schauspieler Peter Simonischek wird künftig eine Allee erinnern, an
Film- und Theaterlegende Waltraut Haas eine Gasse. Auch der
langjährige Moderator und Entertainer Peter Rapp erhält einen eigenen
Weg.

Auch zwei international bekannte Persönlichkeiten werden künftig
in der Donaustadt im Wiener Stadtplan zu finden sein. In der Seestadt
Aspern wurde die Benennung einer Straße nach der Verhaltens- und
Primatenforscherin sowie Tier- und Naturaktivistin Jane Goodall
beschlossen. Eine Promenade wird künftig den Namen der Sängerin,
Songwriterin und Schauspielerin Tina Turner tragen. Weitere bekannte
Namen kommen in anderen Bezirken hinzu. In Floridsdorf wurde die
Benennung eines Parks nach Gerald Pichowetz beschlossen. Der Wiener
Schauspieler und Regisseur gründete das Gloria-Theater in
Floridsdorf. In der Josefstadt soll die bisher umgangssprachlich als
Hamerlingpark bezeichnete Parkanlage künftig an die in Wien geborene
Exil-Schriftstellerin und Übersetzerin Lore Segal erinnern. In der
Leopoldstadt wurde mit dem Soshanaplatz die Würdigung der 1927 in
Wien geborenen und vom NS-Regime vertriebenen Malerin Soshana
beschlossen.

Widerstand, Verfolgung und Exil im Stadtbild sichtbar machen

Mehrere der heute beschlossenen Benennungen erinnern an Menschen,
deren Lebensgeschichten von Verfolgung und Widerstand während der
Zeit des Nationalsozialismus geprägt waren. In Liesing soll der Käthe
-Sasso-Weg an die Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime und
Zeitzeugin erinnern. Die 2024 verstorbene Wienerin hatte sich über
viele Jahre für die Erinnerung an Widerstand und Verfolgung
eingesetzt.

In der Leopoldstadt wurden gleich mehrere entsprechende
Benennungen beschlossen. Ein Park soll künftig den Namen der vom NS-
Regime verfolgten Wiener Leistungsschwimmerin Ruth Langer tragen. Der
Anna-Peczenik-Park erinnert an die Kindergärtnerin, Spanienkämpferin
und Widerstandskämpferin Anna Peczenik, die 1944 vom NS-Regime
ermordet wurde. Mit dem Amalia-Carneri-Park wird der Sängerin Amalia
Carneri gedacht, die 1942 im Vernichtungslager Treblinka ermordet
wurde.

In Penzing wird mit dem Emilie-Tolnay-Park künftig an die
Widerstandskämpferin Emilie Tolnay erinnert, die 1944 vom NS-Regime
im Wiener Landesgericht hingerichtet wurde. In der Donaustadt wurde
außerdem die Benennung eines Weges nach David Josef Bach beschlossen.
Der Musikschriftsteller und Volksbildner des Roten Wien wurde 1939
ins Exil vertrieben.

Nicht alle neuen Namen beziehen sich auf einzelne
Persönlichkeiten. Der bisher als Wiental-Steg bezeichnete Übergang
zwischen Margareten und Mariahilf soll künftig Regenbogensteg heißen.
Der Name steht als sichtbares Zeichen für Vielfalt, Akzeptanz und
Gleichberechtigung und verweist auf die historische Bedeutung der
LGBTIQ-Community in beiden Bezirken. In der Donaustadt wurde außerdem
für den Vorplatz des ÖFB-Campus der Name Platz des Fußballs
beschlossen.

Auch historische Ortsbezeichnungen finden Eingang in den Wiener
Stadtplan: Im Stadtentwicklungsgebiet Biotop Wildquell in Liesing
wurden mit Am Nussbrunnenfeld und Am Wildquell zwei Namen
beschlossen, die historische Flurnamen des Gebiets aufgreifen.