Schönheit

CO₂ speichern erlaubt, im Kreislauf halten besser

St.Pölten / Wien (OTS) – Österreich stellt gerade die Weichen für den
Umgang mit CO₂. Das neue
Kohlenstoffspeichergesetz (KSp-G) erlaubt, CO₂ unterirdisch zu
speichern. Allerdings nicht zum Zweck Emissionsreduktionsmaßnahmen zu
ersetzen, sondern vorrangig zur Bewältigung schwer vermeidbarer
Restemissionen und mit einer absoluten Mengenbegrenzung versehen. Der
große Hebel liegt allerdings davor: bei Rohstoffen, die nachwachsen,
bei Reststoffen, die zu Produkten werden, und bei CO₂, das genutzt
statt in die Luft geblasen oder vergraben wird. Wie das in der Praxis
gelingt, zeigt die Circular Carbon Conference (C³) der BioBASE am 15.
Oktober 2026 im Palais Niederösterreich in Wien. Mit dabei sind unter
anderem Walter Stahel, Agrana, Volkswagen, ÖBB, Saubermacher, Holcim,
PORR und die Science Busters.

Neben dem Kohlenstoffspeichergesetz ist seit September auch das
neue Klimagesetz in Begutachtung. Beide Vorhaben machen deutlich,
dass Kreislaufwirtschafts- und Industriestrategie zusammengehören,
denn es geht nicht nur um Umwelt, sondern auch um Standortpolitik.
Das betont auch Bundesminister Norbert Totschnig:
„Kreislaufwirtschaft verbindet Industrie und Klimaschutz. Die Ziele
sind klar, wir müssen Ressourcen nutzen, Resilienz erhöhen und
Wertschöpfung schaffen.“ Genau an dieser Schnittstelle setzt die
BioBASE an. „Speichern ist eine Übergangslösung für die letzten
Prozent, kein Dauerzustand. Die eigentliche Wertschöpfung entsteht
davor – in den Betrieben, die Kreisläufe schließen, oft in den
Regionen“, sagt Thomas Timmel, Geschäftsführer der BioBASE.

Zwtl.: Speichern nicht als Ersatz für Emissionsreduktionsmaßnahmen

Konkret heißt das: Unter die Erde dürfen laut Entwurf
österreichweit maximal 3 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr bis Ende 2029
und 7 Millionen Tonnen pro Jahr bis Ende 2034. Die restlichen
Emissionen sollten vermieden, ersetzt oder im Kreislauf gehalten
werden – als nachwachsender Rohstoff, als Rezyklat oder als genutztes
CO₂ (Carbon Capture and Utilization, CCU). Jede Tonne, die im
Kreislauf bleibt, muss weder aufwendig abgeschieden noch über
Zertifikate im EU-Emissionshandel bezahlt werden und schafft zugleich
Wertschöpfung in den Regionen.

Wie sich das umsetzen lässt, ohne neue Engpässe zu schaffen,
erforscht Catharina Bening, Professorin an der ETH Zürich und
Leiterin der Gruppe für Kreislaufwirtschaft. Ihr Befund, den sie auf
der C³ vorstellt: „Effizienz allein bringt uns nicht ans Ziel.
Biogene Rohstoffe sind begrenzt – die Bioökonomie funktioniert nur,
wenn Materialien so lange wie möglich im Kreislauf bleiben. Wer diese
Zielkonflikte früh löst, statt sie zu ignorieren, verschafft seinem
Standort einen Vorsprung.“

Zwtl.: Innovation aus Österreich: von 1983 bis heute

Dass Österreich das kann, zeigt seine Industriegeschichte: EREMA
aus Ansfelden liefert seit 1983 Kunststoffrecycling-Anlagen in alle
Welt, Lenzing erzeugt seit 1997 in Heiligenkreuz Lyocell-Fasern aus
Holz. Die Reihe reißt nicht ab: 2025 eröffneten PORR, Saint-Gobain
und Saubermacher in Stockerau das erste Gips-zu-Gips-Recyclingwerk
des Landes, und Brantner green solutions aus Krems holt Glas aus
Müllverbrennungsasche zurück in den Kreislauf – nominiert für den
Staatspreis Innovation 2026.

„Österreich verursacht zwar nur rund 0,2 Prozent der weltweiten
produktionsbasierten CO₂-Emissionen, trotzdem können wir Lösungen
liefern, die weltweit gebraucht werden und vergleichsweise effizient
produzieren. Als BioBASE bringen wir die Köpfe zusammen, damit aus
Ideen Anlagen, Produkte und Arbeitsplätze werden“, sagt Bernhard
Windsperger, Geschäftsführer der BioBASE.

Zwtl.: Aus der Praxis lernen: das Programm der C³

Unter dem Leitmotiv „Ressourcen im Fluss halten“ bringt die C³
mehr als 20 Vortragende zusammen: Kreislaufwirtschafts-Pionier Walter
Stahel eröffnet mit „Ressourcen als Kapital“, Saubermacher, Holcim
und REPLOID zeigen, wie aus Abfall Rohstoff wird, Volkswagen und ÖBB
berichten aus dem Konzernalltag, Sicherheitsexperte Walter
Feichtinger ordnet den geopolitischen Umbruch ein. Zum Abschluss die
Science Busters: Elisabeth Oberzaucher beweist, dass Wissenschaft und
Lachmuskeln kein Widerspruch sind. Walter Feichtinger, Catharina
Bening und weitere Vortragende stehen im Anschluss für Fragen und
Interviews zur Verfügung.

Über BioBASE

Die BioBASE GmbH in St. Pölten ist die Innovationsplattform für
Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft: Sie vernetzt Wirtschaft,
Wissenschaft, Verwaltung und Politik und macht mit der
Wissensplattform BioBASE Kompass⁺ die Stoffströme und
Wertschöpfungsketten der österreichischen Wirtschaft sichtbar. Die
Circular Carbon Conference findet 2026 zum vierten Mal statt.
www.biobase.at

Circular Carbon Conference 2026

Im Rahmen dieses hochkarätigen Events werden die zu erwartenden
strukturellen Veränderungen in der Güterproduktion durch die
Defossilisierung thematisiert und deren Auswirkungen auf den
gesamten Wirtschaftsstandort sowie auf alle relevanten Akteur:innen
– Unternehmen, Konsument:innen, Wissenschaft, Umwelt und Politik –
diskutiert.

Bei der Circular Carbon Conference sprechen unter anderem Henriette
Spyra, Walter Stahel, Uwe Cantner, Josef Schuberth, Catherina
Bening, Ines Sturm-Biela, Katja Jöchen, Henning Wilts, Walter
Feichtinger, Julian Lechner, Christian Lampl, Philip Pauer, Sonja
Siegl, Maximilian Gutmensch, Thomas Kasper, Matthias Rettenbacher,
Anna Leitner, Florian Kamleitner und Elisabeth Oberzaucher.

Datum: 15.10.2026
Ort: Palais Niederösterreich, 1010 Wien
Herrengasse 13, 1010 Wien
Url: https://www.circularcarbonconference.at/

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