Wien (OTS) – „Bürgermeister Ludwig will Bürger und Betriebe von der
Gasversorgung
trennen und sie in die Fernwärme drängen“, ist FPÖ-Wien Chef Stadtrat
Dominik Nepp überzeugt. Welche Abhängigkeit damit verbunden ist,
zeigt nun die Bundeswettbewerbsbehörde auf. Laut ihr gilt: Wer einmal
angeschlossen ist, kann seinen Anbieter praktisch nicht mehr
wechseln. Die Behörde empfiehlt ausdrücklich, Anschlusszwänge zu
vermeiden. „Ludwig und die SPÖ Wien müssen ihre Zwangspläne umgehend
zurücknehmen“, fordert Nepp anlässlich des BWB-Abschlussberichts zum
Fernwärmemarkt.
Für Nepp steht die freie Heizungswahl außer Frage: „Es geht den
Bürgermeister nichts an, ob die Wiener lieber mit Gas oder Fernwärme
heizen wollen. Wer seine Gasheizung weiter nutzen möchte, muss das
auch künftig dürfen. Ein gutes Angebot braucht keinen Anschlusszwang.
Ludwig soll für leistbare Fernwärme sorgen, statt den Menschen die
Alternative zu nehmen.“
Gerade in Wien ist die Abhängigkeit vom Monopolisten besonders
problematisch, weil die Preisregulierung nicht funktioniert. Die
Stadt profitiert als Eigentümerin von den Gewinnen der Wien Energie,
während Ludwig zugleich als Preisbehörde handelt. „Ein Bürgermeister,
der die Wiener Kunden vor überhöhten Preisen schützen sollt, vertritt
gleichzeitig die Eigentümerinteressen des Versorgers. Das kann sich
einfach nicht ausgehen. Kein Wunder also, dass die SPÖ weitere Kunden
per Zwang der Fernwärme der Wien Energie zuführen möchte“, kritisiert
Nepp.
Wie groß die Unterschiede sind, zeigt der von FPÖ-Energiesprecher
NAbg. Paul Hammerl im Mai 2025 eingebrachte Antrag zur Beendigung des
Fernwärme-Wuchers in Wien: Im darin dokumentierten Vergleich lagen
die Heizkosten auf Basis des Wiener Preisbescheids für eine
Musterwohnung um 85 Prozent über jenen auf Basis des Welser
Preisbescheids. „Ein behördlich genehmigtes Preisniveau fast doppelt
so hoch wie in Wels – Ludwig muss endlich aufhören, die Wiener
auszunehmen. Freiwillige Rabatte ersetzen keine wirksame
Regulierung“, betont Nepp.
Hammerls Antrag fordert, eine wirksame Preisregulierung
sicherzustellen und Interessenkonflikte zwischen Preiskontrolle und
Gewinninteressen auszuschließen. Er wurde bereits zweimal vertagt.
„Die Lösung liegt auf dem Tisch, doch die Entscheidung wird
verschoben. Gleichzeitig will die SPÖ den Wienern die Wahl beim
Heizen nehmen. Damit muss Schluss sein. Es darf zu keinem erzwungenen
Umstieg auf Fernwärme und zu keiner Abtrennung von der Gasleitung
kommen. Zudem verlange ich endlich eine unabhängige Kontrolle der
Fernwärmepreise“, so Nepp abschließend.