Wien (OTS) – Bei einem Hackerangriff auf das dänische Melderegister
haben
Unbekannte Namen, Adressen und Sozialversicherungsnummern von 8,8
Millionen Menschen erbeutet. Hineingekommen sind sie über den legalen
Zugang eines dänischen Unternehmens. „Was in Dänemark passiert ist,
kann jederzeit auch bei uns passieren. Es ist nur eine Frage der
Zeit, bis es auch in Österreich gröber kracht. Unsere Verwaltung,
unsere Betriebe und unsere kritische Infrastruktur sind genauso im
Visier. Die Regierung tut trotzdem so, als hätte das Thema Zeit“,
warnt Süleyman Zorba, Digitalisierungssprecher der Grünen.
„Wir Grüne haben konkrete Vorschläge eingebracht. Eine nationale
Sicherheits- und Aufklärungskampagne gegen Cyberkriminalität für
Unternehmen und Bevölkerung und einen Plan, wie sich Österreich auf
Angriffe durch autonome KI-Agenten vorbereitet. Die
Regierungsparteien haben das vertagt oder abgelehnt. Eine ernsthafte
Debatte hat es dazu nie gegeben“, kritisiert Zorba.
Die Grünen fordern, dass sich die Regierung bei der kritischen
Infrastruktur und darüber hinaus grundsätzlich mit der Frage
auseinandersetzt, wie Cybersicherheit im Zeitalter KI-getriebener
Angriffe aussehen muss. Angriffe werden durch KI schneller, billiger
und massenhaft skalierbar. Verwaltung, Unternehmen und Bevölkerung
brauchen darauf eine umfassende Antwort. Die vertagten Anträge müssen
im Ausschuss endlich ernsthaft behandelt werden.
„Cybersicherheit wird in Österreich immer erst dann ernst
genommen, wenn schon etwas passiert ist. Dänemark zeigt, wie schnell
die Daten eines ganzen Landes in falschen Händen landen. Ich erwarte
mir, dass die Regierung unsere Vorschläge aufgreift und handelt,
solange wir noch vorbeugen können“, fordert Zorba.