Wien (OTS) – Gestern Abend, am 2. Oktober 2026, wurde das in
Koproduktion mit dem
Hessischen Rundfunk produzierte Ö1-Hörspiel „PRINCE –
FunkyPurpleAssoziationen“ im italienischen L’Aquila in der Kategorie
„Radio Music“ mit dem Prix Italia ausgezeichnet. In der
Jurybegründung hieß es, das von Elisabeth Weilenmann inszenierte
Hörspiel „wurde für seinen perfekten erzählerischen Rhythmus
ausgezeichnet – eine Geschichte, in der Musik und Sprache in
ständigem Dialog stehen.“ Der Prix Italia gilt als älteste und
bedeutendste internationale Auszeichnung für Radio, Fernsehen und
Internet. Ö1 wiederholt das prämierte Werk am Samstag, dem 10.
Oktober 2026, um 14.00 Uhr. Auf ORF Sound kann das Hörspiel on demand
nachgehört werden.
Ausgehend von Prince‘ Geburt 1958 in Minneapolis entfaltet sich
in dem Hörspiel „PRINCE – FunkyPurpleAssoziationen“ ein
vielschichtiges Klangporträt eines Menschen, der als Ikone, als
Hymnenmacher, als musikalischer Universalist bezeichnet wurde – seine
Kindheit zwischen Jazz und Gewalt, seine religiöse Prägung, seine
radikale künstlerische Eigenständigkeit, sein Kampf um musikalische
Selbstbestimmung, seine Einsamkeit werden thematisiert. Songs wie
„Purple Rain“, „Kiss“, „Sometimes It Snows in April“, „Baltimore“
oder „Nothing Compares 2 U“ werden zu Wegmarken eines Lebenswerks –
und zu Spiegeln einer Biografie.
Die Protagonistin dieses Stückes – verkörpert von der
Schauspielerin Alina Fritsch – wuchs als jüngstes Kind einer
Bauernfamilie in Österreich auf und entdeckte den Musiker in den
1980er-Jahren – zunächst über den Film „Pretty Woman“, später über
seinen Hitsong „Purple Rain“. Prince wurde zum Soundtrack ihrer
Jugend, ihrer ersten Liebe, ihrer Rebellion, ihrer Verluste. Seine
Musik begleitete sie durch Einsamkeit, Mutterschaft, Fehlgeburten,
spirituelle Fragen und den Versuch, gesehen zu werden.
Die Sendung erzählt nicht chronologisch, sondern assoziativ –
„funky“ im besten Sinne: mit O-Tönen, Songzitaten, Live-Momenten und
persönlichen Erinnerungen. Prince erscheint als musikalisches Genie,
als Androgynitätsikone, als spirituell Suchender und als Mensch, der
mit Widersprüchen lebte. Sein legendärer Auftritt bei der Super Bowl
Halftime Show im strömenden Regen, der Bruch mit Warner Bros., sein
riesiges Tonstudio Paisley Park als kreatives Refugium – all das
bildet den Resonanzraum für eine sehr persönliche Annäherung und
Liebeserklärung an einen Künstler, der „Purple Funk“ zur Philosophie
machte und Musik zur Lebensform.
Jurybegründung: „Perfekter erzählerischer Rhythmus“
In der Begründung der Jury des Prix Italia hieß es: „Der
Gewinnerbeitrag wurde für seinen perfekten erzählerischen Rhythmus
ausgezeichnet – eine Geschichte, in der Musik und Sprache in
ständigem Dialog stehen. Das Stück zieht die Zuhörer sofort durch
sorgfältig arrangierte sound-bites, Songs, Effekte sowie sowohl
heitere als auch nachdenkliche Erzählpassagen in seinen Bann und
führt sie durch die chaotische und zugleich glückselige Welt des
Idols und des Mädchens vom Land, das von einer größeren Welt träumt.
Doch dies ist mehr als eine persönliche Geschichte. Archivaufnahmen
geleiten das Publikum durch die Zeit und kreieren ein
generationsübergreifendes Porträt der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg
bis in die Gegenwart. Daraus wird eine musikalische Erzählung über
das Hineinwachsen in Freiheit und Verantwortung und darüber, das
eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen. Die Autorin beweist ihre
Meisterschaft im Einsatz jedes einzelnen Klangs. Die sorgfältig
ausgearbeitete Struktur ist um zehn Hits herum aufgebaut, die kreativ
transformiert, bearbeitet und zu originellen musikalischen
Erzählungen in einem rhythmischen, energiegeladenen Funk verschmolzen
werden. Hier werden sowohl die Musik als auch der kreative Prozess
selbst zu Figuren der Geschichte und gewähren einen Blick hinter die
Kulissen der Arbeit der Sängerin und der Autorin der Dokumentation.
Alicia Keys sagte einst: ‚Es gab viele Könige, aber nur einen
Prince.‘ Ergänzen wir: und eine Princess – Elisabeth Weilenmann.“
Über den Prix Italia
Der Prix Italia wurde von der RAI 1948 ins Leben gerufen und ist
der älteste und traditionsreichste Fernseh-, Radio- und Web-
Wettbewerb. Öffentlich-rechtliche und private Radio- und
Fernsehstationen aus 45 Ländern sind Partner und ständige Teilnehmer
des Prix Italia. In der Kategorie Radio & Podcast gibt es Preise für
Produktionen in den Bereichen Hörspiel, Dokumentation/Reportagen und
Musik. Der Wettbewerb fand bereits zum 78. Mal statt.